Erstaufnahme des Landes

Notunterkunft für Geflüchtete: Aufbau beginnt – so sollen die Zelte auf dem Hildesheimer Volksfestplatz stehen

Hildesheim - Das Land lässt eine Notunterkunft für Geflüchtete errichten – am Montag war Baustart. Beim Ortstermin erklärt der zuständige Projektleiter der beauftragten Firma, wie die winterfeste Zeltstadt aussehen soll. (mit Karte)

MItarbeiter der Firma Much aus Limburg an der Lahn setzen die Elemente für eines der Unterkunftszelte auf dem Volksfestplatz Hildesheim zusammen. Foto: Julia Moras

Hildesheim - Auf dem Volksfestplatz an der Hildesheimer Lademühle hat am Montag der Aufbau der Notunterkunft für bis zu 1000 Geflüchtete begonnen, die das Land errichten lässt. Mitarbeiter der vom Innenministerium beauftragten Unternehmensgruppe Much aus Limburg an der Lahn haben bereits auf mehreren hundert Metern Bauzäune aufgestellt, die später das gesamte Gelände umgeben sollen.

Auf dem Areal, auf dem sonst Flohmärkte, Musikfestivals und Zirkusgastspiele stattfinden, soll in den kommenden zwei Wochen eine winterfeste Zeltstadt entstehen: zunächst bis Ende des Jahres, es gibt aber die Option, die Unterkunft bis Ende März bestehen zu lassen. Sechs Lastwagen mit Material für die Metallkonstruktionen der Zelte sind bereits angekommen; das Team des Dienstleisters hat begonnen, die Elemente nach den Plänen ihres Projektleiters Elias Mallmann auf den vorgesehenen Flächen zu verbinden. Mallmanns Arbeitgeber hat einige Erfahrung mit mobilen Bauten dieser Art, liefert Zelte, Wohn- und Sanitärcontainer für unterschiedlichste Auftraggeber.

Sieben Zelte geplant, hinzu kommen Sanitärcontainer

Auch für das Land Niedersachsen war Much schon im Einsatz, um an bestehenden Erstaufnahmeeinrichtungen wegen der Vollbelegung mobile Anbauten aufzustellen. In Hildesheim sollen nun insgesamt sieben Zelte aufgestellt werden, um alle bis zu 1000 Geflüchteten, für die das Land eine Erstversorgung organisieren muss, unterbringen zu können. Mallmanns Plan sieht zwei jeweils 300 Menschen fassende Zelte vor, zudem vier Zelte mit Platz für jeweils 100 Personen. Hinzu kommt ein großes Zelt zum Aufenthalt, für die Verpflegung mit Essen und Getränken sowie für die Kinderbetreuung. „Der Vorteil an diesem Standort ist die gute Infrastruktur“, sagt der Projektleiter. Alle nötigen Leitung und Kanäle seien vorhanden.

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Um die Details der Planung mit allen Beteiligten abzusprechen und Unklarheiten zu beseitigen, hat Mallmann sich am Montag an Ort und Stelle für eine Platzbegehung mit Vertretern der Stadtentwässerung SEHI, des Energieversorgers EVI, sowie eines Elektro-Dienstleisters und des Landes getroffen. Dabei ging es auch um die Positionierung der vorgesehenen Sanitärcontainer für Duschen und WCs. Ebenfalls dabei war Klaus Heitmann von der Platzbetreibegesellschaft Event Marketing Hildesheim (EMH) – die hatte den Volksfestplatz schon 2017 für 15 Jahre von der Stadt gepachtet und ist nun Vertragspartner des Landes. Und dort, genauer – im federführenden Innenministerium –, hat Heitmann bereits hinterlegt, dass es doch sinnvoll wäre, wenn das Catering für die Bewohnerinnen und Bewohner der Unterkunft ein lokales Unternehmen übernehmen würde.

Als möglichen Dienstleister hat er den Fleischerei- und Partyservice-Betrieb von Karsten Schiller vorgeschlagen – und der Firmenchef nutzte am Montag gleich die Gelegenheit, sich der Begehungsrunde auf dem Platz anzuschließen.

Liefert ein Hildesheimer Unternehmen das Essen?

Gegenüber der HAZ bestätigt er: „Wir könnten den Auftrag übernehmen und 1000 Personen täglich versorgen.“ Das Essen würde Schillers Team am Firmensitz in Bavenstedt zubereiten. Ob das Unternehmen aber tatsächlich zum Zuge kommt und den lukrativen Auftrag erhält, steht nicht fest. Denn den vergibt gar nicht das Ministerium, sondern jene Hilfsorganisation, die den Betrieb der Notunterkunft übernimmt – welche das aber sein wird, ist noch unklar. Das Ministerium ist dazu in Gesprächen mit verschiedenen Anbietern und will zeitnah eine Entscheidung treffen.

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