Derzeit für Verkehr gesperrt

Neue Forderung: Hildesheimer Dammstraße schnellstmöglich für bestimmte Fahrten öffnen

Hildesheim - Die Sperrung der Dammstraße in Hildesheim wird in der Politik weiter heiß diskutiert. Jetzt gab es im Ortsrat Stadtmitte gleich zwei Forderungen für frühestmögliche Öffnungen der Straße – aber nur über eine gab es Konsens.

Wegen der Grabungsarbeiten an der Dammstraße bliebt die Straße vorerst weiter gesperrt - doch nun liegt eine neue Forderung auf dem Tisch. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt wünscht so bald wie möglich eine Öffnung der Dammstraße in Fahrtrichtung Alfelder Straße für Busse, Taxen und Rettungsdienste. Die Mitglieder richteten einstimmig die Aufforderung an die Verwaltung, eine solche Möglichkeit bis zur gemeinsamen Sitzung des Ortsrates mit dem Stadtrat am 20. Februar zu prüfen.

Bei der Forderung handelt es sich um die Abwandlung eines Antrags der CDU-Fraktion, die eine grundsätzliche Öffnung für den gesamten Verkehr in Richtung Alfelder Straße anstrebte. „Es ist unabdingbar, dass diese Achse wieder geöffnet wird“, sagte Constantin Janzen (CDU). Er denke dabei unter anderem an die Folgen der Sperrung für Geschäftsleute und für das Museum. Er halte die Baustelle außerdem nicht für geeignet, daran eine Grundsatzdiskussion über Mobilität festzumachen, so Janzen, und er könne sich auch kaum vorstellen, dass die historische Brücke viele Touristen anlocken würde.

Kein Anreiz für Gäste

Diese historischen Elemente würden „keinen Menschen nach Hildesheim ziehen“, meinte auch Dirk Bettels. Und für aufwendige Lösungen habe die Stadt zudem keine Ressourcen.

Langfristig wünsche die Ortsrats-CDU, dass die Dammstraße wieder für den Individualverkehr in beide Richtungen geöffnet werde, so Janzen auf Nachfrage der HAZ. Die Fundstelle solle so geschlossen werden, dass die Brücke für spätere Generationen erhalten bliebe. Dass dies möglich wäre, hatte der Hildesheimer Ingenieur Jürgen Götz kürzlich angeführt. Die Stadt will seinen Vorschlag bis zum 20. Februar prüfen lassen.

Mehr Fachexpertise nötig

Dem Antrag zur frühestmöglichen Öffnung für den gesamten Verkehr Richtung Alfelder Straße schlossen sich die übrigen Ortsratsmitglieder aber nicht an. Es sei zuerst mehr Fachexpertise erforderlich, sagte Ortsbürgermeister Tobias Eckardt (SPD). Es müssten viele Aspekte wie Verkehrskonzept, Klimaschutz und wirtschaftliche Folgen bedacht werden, meinte auch Lukas Keller (SPD): „Wenn wir das nicht tun, vergeben wir Chancen.“ Doris Wendt (Bündnis90/Die Grünen) betonte die kulturelle Bedeutung des Brückenfundes.

Den Kompromiss, eine baldige Öffnung für den Öffentlichen Nahverkehr, Taxen und Rettungskräfte zu beantragen, trugen aber alle mit.

Ebenfalls auf Vorschlag der CDU stellte der Ortsrat den Antrag, im Bereich der „Insel“ Bewohnerparken einzuführen; nur Louis Garrelts (Die Linke) enthielt sich. Der Ortsrat hatte vor Jahren schon Vorstöße in diese Richtung unternommen. Die Verwaltung hatte jedoch erklärt, es gebe im Quartier ausreichend Flächen auf privaten Grundstücken, die als Parkplätze genutzt werden könnten. „Wir müssen dranbleiben“, erklärte jedoch Dirk Bettels. Es sei schließlich nicht sinnvoll, Vorgärten zugunsten von Stellplätzen zu pflastern. Die Einführung von Bewohnerparken könnte darauf hinwirken, dass das St.-Bernwardkrankenhaus die Bewirtschaftung seines Parkhauses ändere, um die Auslastung zu erhöhen, sagte Constantin Janzen.

Änderung der Schiedsbezirke

In der Stadt wird es ab August wieder nur einen einzigen Schiedsbezirk geben. Der Ortsrat hatte sich 2017/2018 dafür eingesetzt, einen eigenen Schiedsbezirk mit einem Schiedsmann für den Ortsteil Stadtmitte/Neustadt einzurichten. Das habe sich aber als nicht notwendig herausgestellt, erklärte Jasmin Weprik, Leiterin des Oberbürgermeisterbüros, in der Sitzung. In fünf Jahren habe es in der Stadtmitte nur fünf Fälle gegeben; und die habe der für das gesamte Stadtgebiet zuständige Schiedsmann mit erledigt. Die Mehrheit im Ortsrat stimmte der Abschaffung des zweiten Bezirkes zu, Janzen und Bettels stimmten dagegen.

Mittwochs soll die Stadt nach dem Wunsch des Ortsrates am Neustädter Markt auf Parkgebühren verzichten, um den Besuch des Marktes zu stärken – zumindest solange keine Busse in der Goschenstraße halten. Die verbliebenen Haltestellen seien für Menschen mit eingeschränkter Mobilität zu weit entfernt, erklärte Lukas Keller (SPD). Daher würde er in diesem Fall für eine vorübergehende Maßnahme zugunsten des Individualverkehrs stimmen. Heidemarie Zentgraf als Vertreterin des Seniorenbeirates bestätigte, dass manche ältere Menschen aufgrund der schlechteren Erreichbarkeit den Markt zurzeit nicht besuchten.

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