Eucharistiefeier

Ostermesse aus dem Hildesheimer Dom live im Radio übertragen – Zeit für persönlichen Austausch mit Bischof Wilmer gibt es hinterher

Hildesheim - Er wird noch eine Weile in Hildesheim sein, bevor er Bischof in Münster wird – trotzdem nutzen schon einige Gläubige die Gelegenheit, Abschied von Heiner Wilmer zu nehmen. Seine Predigt am Ostersonntag nimmt nichts dergleichen vorweg, Wilmer spricht von Hoffnung, Auferstehung – und seinen Eltern.

Im Hildesheimer Dom spendet er am Ostersonntag den Segen: Bischof Heiner Wilmer. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Für ein paar persönliche Worte ist im Anschluss an diesen Gottesdienst Zeit: Die Menschen stehen nach der Ostermesse Schlange im Dom, um Bischof Heiner Wilmer ein frohes Fest zu wünschen, nicht wenige nehmen auch schon die Gelegenheit zu einer vorzeitigen Verabschiedung wahr. Zwar sind es noch fast drei Monate, bis Wilmer das Bistum Hildesheim endgültig verlassen und als neuer Bischof nach Münster gehen wird – dennoch ist von nun an jeder Veranstaltung, jedem öffentlichen Auftritt Wilmers in Hildesheim der Gedanke des letzten Mals eingeschrieben.

In seiner Predigt zur Eucharistiefeier bleibt Wilmer hingegen ganz bei der biblischen Erzählung von Hoffnung und Auferstehung. Er zeichnet den Weg von Ostern nach, der im Dunkel beginnt und ins Licht führt. Jesus, so Wilmer, habe dem Tod eine Absage erteilt und dafür sein Leben gegeben. Und wenn Menschen einander versprächen, sich nach dem Tod wiederzusehen – so wie seine Eltern sich dieses Versprechen gegeben hätten – dann sei dies keine Naivität, sondern Widerstand: „Die Weigerung, die totale Vernichtung zu akzeptieren.“ In diesem Sinne markiere auch Ostern einen neuen Anfang.

Dieser Gottesdienst folgt einer strengen Regie

Dass Wilmer seine Worte diesmal nicht persönlicher und heimatbezogener wählte, das lag auch daran, dass dieser Gottesdienst von drei Radiosendern live übertragen wurde, unter anderem von NDR Info: Der Kreis der Zuhörer war also weitaus größer als die Zahl der Zuhörer im vollen Dom. Denn obwohl auch der bis auf die letzte Sitzreihe besetzt war – dabei waren noch weitaus mehr Menschen. Zudem folgte das Ganze einer strengen Regie: Genau eine Stunde durfte diese Feier dauern, keine Minute länger.

Wirklich hören lassen konnte sich im Dom wie wahrscheinlich auch im Radio der Kammerchor der Dommusik unter Leitung von Dommusikdirektor Thomas Viezens. Der Chor sang Teile aus der Missa brevis für Chor und Orgel von Jacob de Haan, außerdem die Motette „Panis angelicus“ von Ennio Cominetti. Zudem spielte ein Bläserquartett: Robert Asztalos und Moritz Schilling spielten Trompete, Rasmus Rauterberg und Malte Lemke Posaune. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm Domkantor und Organist Michael Čulo, als Kantorin war Gerda Behnke zu hören.

„Er ist ja noch drei Monate lang hier in Hildesheim“

Für Heiner Wilmer – aber vor allem für all diejenigen, die sich von Hildesheims Bischof verabschieden wollen – werde es noch Gelegenheiten geben, versichert indes Volker Bauerfeld, Pressesprecher des Bistums. „Er ist ja noch drei Monate hier.“ Allerdings sei Wilmer seit seiner Wahl zum Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz sowie der kurz darauf folgenden Ernennung zum neuen Bischof des Bistums Münster derart gefragt, dass er seine Zeit und Termine nun viel stärker takten müsse als zuvor. Umso mehr haben es wohl viele Gläubige an diesem Ostersonntag zu schätzen gewusst, dass er sich im Anschluss an den Gottesdienst für sie Zeit nahm.

  • Hildesheim
  • Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.