Ende der Impf-Priorisierung

Wenn Priorität für Corona-Impfung fällt: Wartelisten haben Vorrang

Hannover/Hildesheim - Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) fordert alle Impfwilligen aus der Priorität 3 auf, sich auf die Wartelisten setzen zu lassen. Am Montag wird bundesweit die Impfreihenfolge aufgehoben – doch in Niedersachsen gibt es noch eine große offene Frage.

Am kommenden Montag wird auch in Hildesheim die Impfreihenfolge aufgehoben. Niedersachsens Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) fordert alle Impfwilligen aus der Priorität 3 auf, sich auf die Wartelisten setzen zu lassen. Foto: Chris Gossmann

Hannover/Hildesheim - Am 7. Juni endet bundesweit die Priorisierung bei den Impfungen gegen das Coronavirus. In Niedersachsen ist aber vier Tage vor diesem Termin noch völlig unklar, ob das auch für die 52 Impfzentren des Landes gelten soll.

Die Landesregierung will darüber noch Gespräche mit den Kommunen führen. Sozialministerin Daniela Behrens (SPD) forderte alle Personen aus der Priorität 3 auf, sich noch rechtzeitig auf die Wartelisten setzen zu lassen.

Wartelisten haben Vorrang

Die Wartelisten hätten Vorrang wenn die Priorität wegfalle, sagte Behrens am Donnerstag im Sozialausschuss des Landtags. „Alle, die sich nach der Aufhebung der Priorität anmelden, werden hinten eingereiht.“ Sie könne die Menschen deshalb nur motivieren, sich jetzt auf die Warteliste setzen zu lassen. „Wenn die Priorität aufgehoben ist, ist sie aufgehoben.“

Zu den drei Prioritäten, die bisher zur Impfung aufgerufen wurden, gehören nach Angaben der Landesregierung rund 5,5 Millionen Menschen in Niedersachsen. Auf der Warteliste standen am Donnerstag demnach 609.000 Personen. Auf der Warteliste des Hildesheimer Impfzentrums standen am Mittwoch 14.864, auf der des Alfelder Impfzentrums 4881 Menschen.



Es werde bis in den Juli dauern, um die gesamte Warteliste aller Impfzentren abzuarbeiten, erklärte Behrens. Das Land sei technisch darauf vorbereitet, wenn die Priorisierung in den Impfzentren aufgehoben werden sollte.

Werbekampagne im Sommer

Behrens kündigte trotz des Impfstaus für den Sommer eine Werbekampagne des Landes für Corona-Impfungen an. Die Erfahrung aus anderen Ländern zeige, dass bei einer Impfquote von etwa 65 Prozent die Bereitschaft zur Impfung allgemein nachlasse. „Wir werden sicher Ende Juli, Anfang August darüber sprechen, wie wir mehr Menschen vom Impfen überzeugen.“



Die Landesregierung strebt laut Behrens für die notwendige „Herdenimmunität“ in der Bevölkerung eine Impfquote von 80 Prozent an. „Dann können wir erst sagen, wie der Herbst wird.“ Der Herbst werde der Maßstab dafür sein, inwiefern das Virus im Griff sei.

Dritte Impfung im Winter

Die Ministerin hält es für wahrscheinlich, dass ab Ende dieses Jahres eine dritte Impfung notwendig sein wird. „Wir gehen derzeit davon aus, dass es eine dritte Impfung geben muss“, sagte Behrens. Das sei aber noch nicht klar.

Von Marco Seng

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