Kampf gegen das Coronavirus

Stufenplan für dritte Impf-Priorität: Wer sich wann anmelden kann

Hannover/Kreis Hildesheim - Über 60-Jährige, Vorerkrankte, Verkäuferinnen, Hochschul-Beschäftigte: Wer zur dritthöchsten Impf-Priorität zählt, kann sich in Kürze anmelden. Wann genau?

Von Montag an können sich Angehörige der dritten Prioritätsgruppe in Stadt und Landkreis Hildesheim für Impfungen gegen das Coronavirus registrieren lassen. Foto: Chris Gossmann

Hannover/Kreis Hildesheim - Wer zur dritthöchsten Prioritätsgruppe für Impfungen gegen das Coronavirus gehört, kann sich im Mai für die Immunisierung registrieren lassen. Da die Gruppe sehr viele Bürgerinnen und Bürger umfasst, hat das Land Niedersachsen drei verschiedene Termine genannt, zu denen für einzelne Untergruppen die Anmeldung über Impfportal und Hotline (0800/9 98 86 65) möglich wird. Z

udem können sich alle Angehörigen dieser Gruppe auch bei Haus- oder Fachärzten impfen oder auf dortige Wartelisten setzen lassen. Die Übersicht.

Ab 10. Mai

Los geht es am Montag, 10. Mai. Dann können sich alle Niedersachsen, die mindestens 60 Jahre alt sind, anmelden. Das können sie zwar aktuell auch schon, allerdings sind sie dann auf den Impfstoff von Astrazeneca festgelegt – wie auch beim Drive-in-Impfen am Wochenende. Von Montag an sind alle Impfstoffe für die Altersgruppe ab 60 freigegeben, eine Wahlmöglichkeit besteht aber nicht.



Außerdem können sich dann Menschen mit folgenden Vorerkrankungen registrieren lassen: Behandlungsfreie, in Remission befindliche Krebserkrankungen, Immundefizienz oder HIV-Infektion, Autoimmunerkrankungen, Rheuma, Herzinsuffizienz, Arrhythmie, Vorhofflimmern, koronare Herzkrankheit, arterielle Hypertonie, Zerebrovaskuläre Erkrankungen, Schlaganfall und andere chronische neurologische Erkrankungen, Asthma bronchiale, chronisch entzündliche Darmerkrankung, Diabetes mellitus ohne Komplikationen und Adipositas (BMI über 30).

Hinzu kommen Personen, bei denen aufgrund ihrer Arbeitsumstände ein deutlich erhöhtes Risiko einer Infektion mit dem Coronavirus besteht, sowie bis zu zwei enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen, die nicht in einer Einrichtung leben und zudem über 60 Jahre alt sind oder eine der vorgenannten Erkrankungen haben. Bislang waren pflegende Angehörige nur impfberechtigt, wenn sie Menschen ab 70 Jahren pflegten.



Schließlich hat das Land auch eine soziale Komponente formuliert: die Impfberechtigung für „Personen in schwierigen Wohn- und Lebensverhältnissen“. Dies soll es den lokalen Gesundheitsämtern ermöglichen, Impfaktionen „in bestimmten Quartieren mit großen sozialen Herausforderungen und einem damit einhergehenden erhöhten Infektionsgeschehen“ zu starten, erklärt Sozialministerin Daniela Behrens (SPD). Wo das angebracht sein könnte, sollen die Behörden vor Ort entscheiden. Zuletzt hatten auch immer mehr Wissenschaftler gefordert, gezielt in sozialen Brennpunkten zu impfen, da dort die Ansteckungszahlen oft höher seien. In Hildesheim waren die Infektionszahlen in den vergangenen Wochen im Postleitzahlen-Gebiet 31135 mit Oststadt, Drispenstedt und Bavenstedt besonders hoch, allerdings sind sie seit Mitte vergangener Woche deutlich gesunken.

Ab 17. Mai

Ab Montag, 17. Mai, können sich dann auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Supermärkten und Discountern („Tätige im Lebensmitteleinzelhandel“) anmelden. Zur gleichen Kategorie gehören auch Bundes- und Landtagsabgeordnete sowie „in relevanter Position Tätige“ bei Verwaltungen, Polizei, Zoll, Katastrophenschutz, THW, Hilfsorganisationen, Justiz und Rechtspflege, Medien- und Pressewesen.

Ab 31. Mai

Am Montag, 31. Mai beginnt die Anmeldung für Beschäftigte an Hochschulen und Laboren sowie für „in besonders relevanter Position Tätige“ in Unternehmen der kritischen Infrastruktur wie Apothekenwesen, Pharmawirtschaft, Bestattungswesen, Ernährungswirtschaft, Ver- und Entsorgung, Transport- und Verkehrswesen, Informationstechnik und Telekommunikation.



Die Nachweise

Wer „in besonders relevanter Position“ tätig ist, sollen die betreffenden Behörden oder Unternehmen selbst festlegen und sich daran orientieren, wer permanent oder zumindest auf Dauer unverzichtbar für das Funktionieren ist. Wer aus beruflichen Gründen impfberechtigt ist, kann dies mit einer Bescheinigung seines Arbeitgebers nachweisen, bei medizinischen Gründen ist eine Bescheinigung des Arztes nötig.

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