Krise in der Industrie

Protest im Werk: Ringen um Dutzende Arbeitsplätze bei Bosch in Hildesheim

Hildesheim - Bosch will rund 60 Arbeitsplätze in einem Teilbereich des Hildesheimer Werkes teilweise streichen und teilweise nach Portugal verlagern. Die Gewerkschaft IG Metall fordert Alternativen. Jetzt wurde in Hildesheim verhandelt.

Bosch-Beschäftigte wehren sich mit einer Kundgebung im Hildesheimer Werk gegen den geplanten Personalabbau. Foto: IG Metall

Hildesheim - Beschäftigte bei Bosch und die Gewerkschaft IG Metall wehren sich weiter gegen den geplanten Abbau von 60 Arbeitsplätzen im Bereich Mobility Aftermarket in Hildesheim. Am Dienstag versammelten sich insgesamt rund 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen des Automobilzulieferers am Werk im Hildesheimer Wald, um anlässlich der zeitgleich laufenden Verhandlungen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmerseite über den Stellenabbau ihren Unmut kundzutun.

Mehrere Abbaupläne

Der Bereich Mobility Aftermarket umfasst unter anderem Ersatzteile und die Belieferung von Werkstätten. Bosch hatte im September angekündigt, bis Ende dieses Jahres 60 der 100 Stellen in diesem Sektor in Hildesheim zu streichen. Ein Teil der Aufgaben soll ganz wegfallen, ein weiterer Teil künftig am Bosch-Standort im portugiesischen Braga erfüllt werden, wie die Gewerkschaft IG Metall am Mittwoch berichtete.

Diese Abbaupläne bestehen zusätzlich zu den massiven Kürzungen im Hildesheimer Elektromotorenwerk – knapp 550 Arbeitsplätze weniger bis Ende nächsten Jahres – und zum im Vergleich dazu moderateren, gleichwohl ebenfalls schmerzhaften Personalabbau im Bereich Cross Domain Computing Solutions (früher: Bosch Car Multimedia).

Verhandlungen in Karlsruhe

Bezüglich des Abbaus im Bereich Mobility Aftermarket fordert die Arbeitnehmerseite einen Verzicht auf die Verlagerung nach Portugal, wenigstens aber eine längere Frist dafür, und will mit Bosch über Alternativen diskutieren. Im Dezember war bereits eine 14-köpfige Delegation aus Hildesheim zu Gesprächen mit dem zuständigen Bereichsvorstand nach Karlsruhe gereist. Bislang gibt es in den Verhandlungen aber laut IG Metall keine Bewegung.

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