Fotos vom Festival-Gelände

Pyro-Show, Hofnarr – und der Zuber der Wölfin: Die schönsten M’era-Luna-Bilder vom Sonntag

Hildesheim - Eine Band fährt auf der Bühne mächtig auf – und die Besucherinnen und Besucher verblüffen mit ihren Outfits. Der Sonntag auf dem M’era Luna in Hildesheim in Bildern.

Hildesheim - Ein Paar ganz in Weiß, besprenkelt mit blutroten Flecken, einen willensstarken Mandalorianer aus dem Star-Wars-Universum, der in seinem Outfit der Hitze trotzt und Sänger, für die das Wort „Rampensau“ erfunden wurde – das alles gab es bereits am Samstag auf dem M’era Luna in Hildesheim zu sehen. Da kann tags darauf gar nicht mehr so viel Neues kommen? Mit dieser Annahme liegt man weit daneben! Die HAZ zeigt die tollsten Aufnahmen vom Sonntag. (Fotos: Clemens Heidrich)


Frank "Welpe" Saathoff arbeitet als Elektriker in Cloppenburg. Darüber hinaus ist er aber auch Fotograf und Schauspieler im Guseleum. Das ist eine umgebaute Kirche bei Hooksiel, wo es Theater- und Zaubershows gibt und die allgemein zur begehbaren Geisterbahn umgebaut worden ist.


Als Hofnarr treibt der 36-Jährige dort seinen Schabernack. Der zieht ihn auch seit 2013 jedes Jahr wieder aufs M'era Luna. "Es ist eines der wenigen Festivals, wo man nicht nur besoffen Schabernack treiben darf", erklärt er. Seit seiner Jugend fühlt er sich in der Szene zuhause. Denn bei allem Schabernack bliebe es immer tolerant und respektvoll. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Sanna und Bert Decker aus Berlin kommen seit 1997 zum M'era Luna, Jochen und Marita Hildebrandt aus Nürnberg reisen seit 2012 immer an. Trotz den oppulenten Outfits im Stile des 19. Jahrhunderts und des Victorianischen Zeitalters seien ihre Kostüme sehr luftig, betonen sie.


Emeliy und Paula haben sich beim BWL-Studium kennengelernt - und konnten sich zuerst nicht leiden. Die Vorliebe für die gleiche Musik hat dann eine Freundschaft entstehen lassen. Als Cyber-Goths mögen sie vor allem Industrial. "Bei X-RX wollen wir nachher noch die Hüften lockern", verrät Paula. Das BWL-Studium hat sie zwischenzeitlich an den Nagel gehängt. Sie bewirbt sich gerade bei der Kripo. Die Freundschaft ist geblieben und verbindet sie in Berlin und Dresden. Paula hat Emily dieses Jahr deswegen auch zum ersten Mal auf das M'era Luna mitgenommen.


Premiere auf dem M'era Luna: dArtagnan spielen zum ersten Mal auf dem Festival. Die Mantel-und-Degen-Band heizt dem Publikum mit Pyroshow und rockigen Mittelalterklängen ein.


Sogar eine Coverversion von "Hey Brother", im Original von Avicii, haben sie dabei. Im Zentrum steht aber das aktuelle Album. Es ist der siebte Langspieler der Band.


Bastian, Cynthia und Daniele kommen aus Kassel, Mannheim und Stuttgart. Sie sind als Gothic Vampire und Schwarze Engel verkleidet und freuen sich auf Lord Of The Lost.


Felidae und Matsu kennen sich aus der Cosplay-Szene. "Wir haben aber jede einen kleinen Goth in uns", erklärt Matsu. Ihre Kleidung ist in dunkler Romantik gehalten, voller schwarzer Schnörkel und roter Rosen. Felidae wiederum will im Decora-Key-Stil herausstechen. Es ist ein japanischer Street-Style, geprägt von viel Farbe, buntem Schmuck und niedlichen Accessoires. Ob es unter der Perücke warm wird? "Eher an den Füß", verrät sie. Die stecken nämlich in pelzigen Plateauschuhen. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Eden weint im Grab vereint Elemente aus dem Gothic und dem Dark Metal.


Die Band besteht seit 2002 und spielt Songs die, der Name lässt es erahnen, von Tod und Vergänglichkeit erzählen.


Das Badehaus gehört jedes Jahr auf den Mittelaltermarkt vom M'era Luna. Dieses Jahr steht dort der Zuber der Wölfin, benannt nach der Betreiberin. Diese Gruppe hat einen der begehrten Plätze ergattert. Sieben Minuten nachdem die Tore geöffnet waren, war der Zuber nämlich ausgebucht. "Da ist eine schwarze Welle auf uns zugeschwappt", erzählt eine der Betreuerinnen und muss lachen. Für 90 Minuten lässt sich der Zuber buchen, 80 Euro kostet das Badevergnügen. Die Nutzung erfolgt nach strengen Regeln: Wer rein will, muss vorher duschen. Zwei Aufpasserinnen achten darauf, dass alle Nutzerinnen und Nutzer jederzeit vor neugierigen Blicken geschützt sind und alle Vorbeigehenden auf Abstand bleiben. "Geht jemand zu nah ran, werde ich ungemütlich", betont sie. Zwei Kubikliter Wasser passen in die Wanne. Die sieht zwar mittelalterlich aus, im Hintergrund arbeitet aber moderne Technik mit mehreren Filter, um Hygiene zu gewährleisten. "Wir treffen uns hier, um die Zeit zu genießen", erklärt einer der Nutzer das Vergnügen.


Anna und Ella beaufsichtigen den Zuber der Wölfin.


Die Schwerter haben alle eine Solbruchstelle und sind nicht scharf. Trotzdem müssen sie nach dem Kauf direkt ins Zelt oder Auto.


Sie kommen aus Schweden und Kanada und bereisen gerade Europa: Kettil Sundberg und Monica Murcia. Das M'era ist ein Stop auf der Reise. Jeden Tag präsentieren sie sich in einem anderen Outfit. Sie sind sogar bei der Fashion Show mitgelaufen und freuen sich auf Combichrist.


Erik Serwuschok hat für jeden Tag ein anderes Outfit.


Auch in diesem Jahr sind zahlreiche Polizistinnen und Polizisten auf dem M'era Luna unterwegs. Diesen Beiden von der Polizeiinspektion Hildesheim berichten von einem entspannten Festivaleinsatz. Vor allem tagsüber sei es, bis auf kleinere Delikte, sehr ruhig, das Publikum durchweg freundlich. Wichtiger ist der Blick in die Masse, vor allem bei Menschen die sich auf die Wiese gelegt haben: Ist hier alles gut?


Liam Summer kommt aus Leipzig. 300 Kilometer ist sonst seine Anreise, mit Umwegen waren es dieses Jahr wohl 400 Kilometer, schätzt er. Er trägt tatsächlich nur das Jackett - sein Oberkörper ist komplett schwarz angemalt. 30 Minuten "beim Frühstücksbierchen" dauert das Styling. Seit über zehn Jahren zieht es ihn zum M'era Luna. "Es ist immer wieder schön, weil man hier machen kann, was man möchte." Ihm geht es um das Feeling, sagt er. Die Musik sei zweitrangig. Wenn er nicht auf dem M'era ist, arbeitet er als Traumatherapeut. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Bela B., Schlagzeuger von Die Ärzte, hat Marc Narjes aus Laatzen bei Hannover zu seinem zweifarbigen Anzug inspiriert. Der Zylinder ist mit Motiven aus dem Steampunk - also Zahnräder oder Stacheln - geschmückt. Die Ärmel hat er schon voriges Jahr abgenommen - bei dem Wetter eine gute Idee. Seit 2017 kommt er jedes Jahr zum Festival. Sonst mit seiner Familie, dieses Jahr fühlt sich sein Vater aber zu alt fürs Zelten ("Der hat letztes Jahr kein Auge zugekriegt.") und sein Bruder hat einen neuen Job. "Aber das Camp ist auch eine Familie", betont Narjes. Das macht das M'era Luna für ihn aus - die Stimmung, die Musik, die Leute. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


An "Mother Miranda" aus Resident Evil hat Marina ihr Kostüm angelehnt. Ihr eigentliches Kostüm für das diesjährige M'era Luna ist leider nicht mehr rechtzeitig fertig geworden, deshalb musste sie sich spontan etwas neues einfallen lassen. Dieses Outfit hatte die Augsburgerin noch im Kleiderschrank. Wow. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Hoch die Hände, Wochenende: die Pommesgabel im Licht der untergehenden Sonne und zu den Klängen von Epica.


Epica läuten den Auftakt zum Abschluss ein.


Die Niederländer bieten chorale Rockmusik, feuerspeiende Königskobras und einen Keyboarder außer Rand und Band auf.


Weiblicher Gesang war bei dieser Ausgabe des Festivals übrigens eine Seltenheit: Sängerin Simone Simons ist die einzige weibliche Künstlerin an beiden Festivaltagen auf der Haupt- und Clubbühne.


25.000 Besucherinnen und Besucher tummeln sich auf dem Flugplatz von Hildesheim. 2.000 Mitarbeitende sorgen dabei dafür, dass das M'era Luna gut über die Bühne geht.


Für seinen Auftritt beim M'era Luna hat Andy LaPlegua von Combichrist ein "Old School Set" bereitgelegt.


Er führt die Techno-Band damit zu den Anfängen im Rhythm'n'Noise zurück.


Einer Öffentlichkeit jenseits der Schwarzen Szene sind Lord Of The Lost durch ihre Teilnahme am Eurovision Songcontest bekannt geworden. Für "Blood and Glitter" gab es damals den letzten Platz (man könnte also sagen: Sie haben Deutschland gut vertreten).


Die Hymne für Toleranz und Gleichheit genießt beim M'era-Luna-Publikum aber Kultstatus. Sänger Chris Harms hat am Freitag bereits im Crypt-Talk verraten, dass die Band beim ESC in Sachen Pyrotechnik "Blut geleckt" habe. Entsprechend feurig ist der Auftritt und entsprechend glitzert seine Garderobe.

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