Hildesheim - 25.000 Fans feiern auf dem Hildesheimer Flugplatz das M’era-Luna-Festival – und wie jedes Jahr gibt es auf den Bühnen nicht nur einiges zu hören, sondern auf dem Festival-Gelände auch einiges zu sehen: Viele kommen traditionell in aufwändigen Outfits und haben ungewöhnliche Geschichten zu erzählen. Das sind die schönsten Eindrücke vom Samstag. (Fotos: Clemens Heidrich)
Lesen Sie auch: Pyro-Show, Hofnarr – und der Zuber der Wölfin: Die schönsten M’era-Luna-Bilder vom Sonntag
Basti kommt seit 2010 zum M'era Luna, für Lilly ist es das erste Mal. Sie kommen aus Braunschweig. An seinem Kostüm ist sehr viel selber gemacht - unter anderem hängen Original-Orden aus der DDR daran. Fetisch-Kleidung ist auf dem M'era Luna immer wieder zu sehen. Verboten ist in der Hinsicht (fast) nichts. Die Veranstalter haben auf ihrer Internet-Seite allerdings im Vorfeld darauf hingewiesen, dass auch Minderjährige auf dem Festival sein können - und darum gebeten, dass bestimmte Körperteile bedeckt sind.
Die Frage, ob der ehemalige Unzucht-Sänger die Leerstelle würde füllen können, gehörte zu den spannendsten des diesjährigen Festivals. Er kann. Schulz interpretiert Lieder wie "Labyrinth" oder "Gott ist ein Popstar" auf eigene Art, bleibt dabei aber nah am Original. Höhepunkt ist seine Darbietung von "Träumst Du".
Erik Serwuschok und Jana-Lucia Krafzik kommen seit neun Jahren auf das M'era Luna und passen ihre Outfits immer den Bands an, die auf dem Festival auftreten. Heute ist deswegen viel Mittelalterliches angesagt. Mit dem gezwirbelten Schnurrbart könnte Erik zum Beispiel direkt bei den Musketieren anheuern. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)
"Nur schöne Menschen, das gibt's nur auf dem M'era Luna!" So hat es zwischenzeitlich von der Bühne geheißen. Der Platz vor der Hauptbühne ist seit 14 Uhr durchgängig gefüllt, die Hände bleiben in der Luft. Allerdings löst Rot langsam unfreiwillig Schwarz als Farbe der Wahl ab. So mancher Gast vernachlässigt den Sonnenschutz.
Für die kleine Sarah ein denkwürdiger Tag: Am Vormittag hatte die Sechsjährige ihre Einschulung in Hannover mit Oma und Opa. Am Mittag ging es - mit Fledermausschultüte - direkt zurück aufs M'era Luna, um mit Mama Steffy und Papa Andy zu feiern. Den Ohrenschutz hat sie nur fürs Foto abgenommen. Gerade hat sie viel Spaß. "Es braucht aber Verständnis fürs Kind", betont Stefanie Eckert. "Wenn es zu viel wird, beenden wir es immer sofort." Die Familie reist auch immer mit Freunden, die Sarah schon kennen, damit immer Betreuung gewährleistet ist.
Katja und Dennis Guns sind aus Belgien nach Hildesheim gereist. Die Modedesignerin hat ihr Kleid extra für das Festival entworfen und geschneidert. Den Kragen hat sie dabei im traditionellen Stil ihres Heimatlandes gehalten. Das Kleid ist vor allem aus Leinen. "Mir war es wichtig, naturbelassenes Material zu verwenden." Inspiration war der Besuch in einem Laden mit alten Püppchen. Das historische Gewand kombiniert das Paar mit Anklängen der BDSM-Kultur, die auf dem M'era Luna häufig zu sehen ist. Aber statt einer Kette führt ihr Mann sie an einer Perlenkette übers Gelände. "Ich bin ein modebewusstes Hündchen", erklärt Katja und lacht.
Rebecca Becker kennt das M'era Luna, da hieß es noch Zillo. Sie hat früher in Hildesheim gewohnt, lebt jetzt in Osnabrück und reist für das Festival immer wieder in die alte Heimat. Das Kostüm hat sie selbst zusammengestellt, "wie es mir gefällt", sagt sie. Kopfschmuck und Flügel seien leichter als es wirkt, betont sie. Die sechs schwarzen Schwingen auf ihrem Rücken bestehen aus Moosgummi um ein Metallgestellt, der Kopfschmuck ist ein Haarreif mit Kunststoffschmuck. "Am Ende des Tages merkt man die Last aber schon", gibt sie zu. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)
Dieser Besucher kommt als Mandalorianer aus der gleichnamigen Serien. Die Puppe vom Baby-Yoda verrät es: Die Figur entstammt dem Star-Wars-Universum. "Hier kann jeder tragen, was er möchte", erklärt der Mann. Problem: Er kommt schon arg ins Schwitzen. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)
Ine ist aus Hamburg zum ersten Mal zum M'era Luna nach Hildesheim gereist. Dass es ein eigenes Zelt gibt, wo sich Besucherinnen und Besucher in Ruhe und wettergeschützt schminken können, hat sie im Vorfeld über Instagram schon rausgefunden. "Ich bin auch übertrieben froh darüber", gibt sie zu. Denn bei einem Wolkenbruch wie am Freitag, wäre die Vorbereitung im eigenen Zelt wohl schwer gewesen.
Die Brille ist in Sehstärke - und trägt Johanna Serbe auch im Alltag. Die Frau aus Regensburg macht gerade eine Ausbildung zur Silberschmiedin. Handwerkliches Geschick hat sie also. Da überrascht es nicht, dass ihre Kleidung fürs M'era Luna komplett selbstgemacht ist. Auch die LED-Kerzen auf ihren Schultern. Bei Einbruch der Dunkelheit leuchten sie sogar. Zwei Monate hat sie insgesamt an dem Kostüm gearbeitet. "Inspiriert hat mich ein Outfit, das ich auf einem Festival gesehen habe, aber sonst war das meine Kreativität und Improvisation."
Zwei Jahre lang haben Lance aus Mexiko und Mieke aus Deutschland eine Fernbeziehung geführt. Die Musik hat sie zusammengebracht. Plüschpanda Paqito hat Lance immer ersetzt, wenn Mieke allein auf Konzerte und Festivals musste. Jetzt ist das Trio endlich vereint. Vor zwei Monaten haben sie geheiratet und leben jetzt zusammen in Uelzen.





























