Fotos vom Festival

Schwarz, Weiß und Blutrot: Die schönsten M’era-Luna-Bilder vom Samstag

Hildesheim - Sehen und gesehen werden, auch das ist Teil des Hildesheimer M’era Luna. Die HAZ blickt auf die Bühne – und auf die Besucherinnen und Besucher mit ihrem Outfits.

Hildesheim - 25.000 Fans feiern auf dem Hildesheimer Flugplatz das M’era-Luna-Festival – und wie jedes Jahr gibt es auf den Bühnen nicht nur einiges zu hören, sondern auf dem Festival-Gelände auch einiges zu sehen: Viele kommen traditionell in aufwändigen Outfits und haben ungewöhnliche Geschichten zu erzählen. Das sind die schönsten Eindrücke vom Samstag. (Fotos: Clemens Heidrich)




Basti kommt seit 2010 zum M'era Luna, für Lilly ist es das erste Mal. Sie kommen aus Braunschweig. An seinem Kostüm ist sehr viel selber gemacht - unter anderem hängen Original-Orden aus der DDR daran. Fetisch-Kleidung ist auf dem M'era Luna immer wieder zu sehen. Verboten ist in der Hinsicht (fast) nichts. Die Veranstalter haben auf ihrer Internet-Seite allerdings im Vorfeld darauf hingewiesen, dass auch Minderjährige auf dem Festival sein können - und darum gebeten, dass bestimmte Körperteile bedeckt sind.


Der will nur spielen! Tiere sind auf dem M'era Luna zwar verboten, viele Gäste haben aber trotzdem pelzige Begleitung: so wie Akima und ihr Wolfsdrache Hindra. Die Puppenspielpuppe hat eine Woche gebraucht, um gebaut zu werden. Die Idee kam durch TikTok.


Daniel Schulz alias Der Schulz ist der neue Mann am Mikrofon bei Oomph! Die Band aus Braunschweig hat sich Anfang der 2000ern mit Hits wie "Augen auf" einen Namen über die Szene hinaus gemacht. Nach 32 Jahren trennten sich dann die Wege von Gruppe und Sänger.


Die Frage, ob der ehemalige Unzucht-Sänger die Leerstelle würde füllen können, gehörte zu den spannendsten des diesjährigen Festivals. Er kann. Schulz interpretiert Lieder wie "Labyrinth" oder "Gott ist ein Popstar" auf eigene Art, bleibt dabei aber nah am Original. Höhepunkt ist seine Darbietung von "Träumst Du".


Katja Charfreitag geht den Vormittag als Belle aus dem gleichnamigen Anime aufs M'era Luna. Eine Stunde hat sie am Morgen gebraucht, um die 30 Strasssteine mit Theaterkleber in ihrem Gesicht zu befestigen. Die Schaumstoffflügel fallen dagegen kaum ins Gewicht.


Erik Serwuschok und Jana-Lucia Krafzik kommen seit neun Jahren auf das M'era Luna und passen ihre Outfits immer den Bands an, die auf dem Festival auftreten. Heute ist deswegen viel Mittelalterliches angesagt. Mit dem gezwirbelten Schnurrbart könnte Erik zum Beispiel direkt bei den Musketieren anheuern. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Inga Marie Reiners ist sogar aus Wien angereist. Seit 2009 kommt sie jedes Jahr zu dem Festival nach Hildesheim. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Julian Larre von Lacrimas Profundere weiß, wie er das Publikum auf seine Seite zieht: große Gesten, deftige Show und das Bekenntnis: "Wir lieben Bier!"


Und: Das Publikum ist voll dabei.


"Nur schöne Menschen, das gibt's nur auf dem M'era Luna!" So hat es zwischenzeitlich von der Bühne geheißen. Der Platz vor der Hauptbühne ist seit 14 Uhr durchgängig gefüllt, die Hände bleiben in der Luft. Allerdings löst Rot langsam unfreiwillig Schwarz als Farbe der Wahl ab. So mancher Gast vernachlässigt den Sonnenschutz.


Die Herren Wesselsky ist - der Name verrät es - das Solo-Projekt von Alexander Wesselsky. Der Sänger und Gründer von Bands wie Megaherz und Eisbrecher weiß, wie er ein Publikum fesseln kann. Für Künstler wie ihn wurde das Wort "Rampensau" erfunden - und das ist durchaus positiv gemeint.


Für Künstler wie ihn wurde das Wort "Rampensau" erfunden - und das ist durchaus positiv gemeint.


Für die kleine Sarah ein denkwürdiger Tag: Am Vormittag hatte die Sechsjährige ihre Einschulung in Hannover mit Oma und Opa. Am Mittag ging es - mit Fledermausschultüte - direkt zurück aufs M'era Luna, um mit Mama Steffy und Papa Andy zu feiern. Den Ohrenschutz hat sie nur fürs Foto abgenommen. Gerade hat sie viel Spaß. "Es braucht aber Verständnis fürs Kind", betont Stefanie Eckert. "Wenn es zu viel wird, beenden wir es immer sofort." Die Familie reist auch immer mit Freunden, die Sarah schon kennen, damit immer Betreuung gewährleistet ist.


Denis Mertesacker ist als "Bilderbuch-Nordmann", wie er selbst sagt, auf dem M'era Luna. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Viele Gäste sind langjährige und treue Besucher. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Ganz nah dran: Der rryoce-Frontmann sucht die Nähe zum Publikum.


Ganz in Weiß - aber ohne Blumenstrauß! Die Farbwahl ist fürs M'era Luna ungewöhnlich - bis der Blick auf das Blutrot fällt. Christian und Vicky kommen aus Sachsen - Chemnitz und dem Erzgebirge - und hatten dementsprechend fünfeinhalb Stunden Anreise. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Spinnenweben und Militärkleidung - auf dem M'era Luna gehen unterschiedliche Einflüsse immer wieder ungewöhnliche Kombinationen ein. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Katja und Dennis Guns sind aus Belgien nach Hildesheim gereist. Die Modedesignerin hat ihr Kleid extra für das Festival entworfen und geschneidert. Den Kragen hat sie dabei im traditionellen Stil ihres Heimatlandes gehalten. Das Kleid ist vor allem aus Leinen. "Mir war es wichtig, naturbelassenes Material zu verwenden." Inspiration war der Besuch in einem Laden mit alten Püppchen. Das historische Gewand kombiniert das Paar mit Anklängen der BDSM-Kultur, die auf dem M'era Luna häufig zu sehen ist. Aber statt einer Kette führt ihr Mann sie an einer Perlenkette übers Gelände. "Ich bin ein modebewusstes Hündchen", erklärt Katja und lacht.


Rebecca Becker kennt das M'era Luna, da hieß es noch Zillo. Sie hat früher in Hildesheim gewohnt, lebt jetzt in Osnabrück und reist für das Festival immer wieder in die alte Heimat. Das Kostüm hat sie selbst zusammengestellt, "wie es mir gefällt", sagt sie. Kopfschmuck und Flügel seien leichter als es wirkt, betont sie. Die sechs schwarzen Schwingen auf ihrem Rücken bestehen aus Moosgummi um ein Metallgestellt, der Kopfschmuck ist ein Haarreif mit Kunststoffschmuck. "Am Ende des Tages merkt man die Last aber schon", gibt sie zu. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Dieser Besucher kommt als Mandalorianer aus der gleichnamigen Serien. Die Puppe vom Baby-Yoda verrät es: Die Figur entstammt dem Star-Wars-Universum. "Hier kann jeder tragen, was er möchte", erklärt der Mann. Problem: Er kommt schon arg ins Schwitzen. (Bild anklicken, um es in voller Größe zu sehen)


Ine ist aus Hamburg zum ersten Mal zum M'era Luna nach Hildesheim gereist. Dass es ein eigenes Zelt gibt, wo sich Besucherinnen und Besucher in Ruhe und wettergeschützt schminken können, hat sie im Vorfeld über Instagram schon rausgefunden. "Ich bin auch übertrieben froh darüber", gibt sie zu. Denn bei einem Wolkenbruch wie am Freitag, wäre die Vorbereitung im eigenen Zelt wohl schwer gewesen.


Die Brille ist in Sehstärke - und trägt Johanna Serbe auch im Alltag. Die Frau aus Regensburg macht gerade eine Ausbildung zur Silberschmiedin. Handwerkliches Geschick hat sie also. Da überrascht es nicht, dass ihre Kleidung fürs M'era Luna komplett selbstgemacht ist. Auch die LED-Kerzen auf ihren Schultern. Bei Einbruch der Dunkelheit leuchten sie sogar. Zwei Monate hat sie insgesamt an dem Kostüm gearbeitet. "Inspiriert hat mich ein Outfit, das ich auf einem Festival gesehen habe, aber sonst war das meine Kreativität und Improvisation."


Auf der sogenannten Club-Bühne spielen die Bands, die früher im Hangar gespielt haben. Das ufo-artige Zirkuszelt entwickelt nicht ganz den Flair der industriellen Halle. Davon haben Gruppen wie Suicide Commando früher profitiert. Johan Van Roy lässt sich davon aber nicht beirren.


Bei Saltation Mortis herrscht gute Stimmung im Publikum vom M'era Luna.


"Finsterwacht" heißt das neue Album von Saltation Mortis. Die Mittelalterrocker bewegen sich darauf stärker in die Rock-Richtung.


Neben Songs über Valhalla und Loki stehen auch Lieder übers "Saufen", wie Frontmann Jörg Roth ankündigt. Er kann aber auch eine sehr frohe Botschaft überbringen. Bandmitglied Gunter Kopf ist am Vorabend des Auftrittes Vater geworden.


Zwei Jahre lang haben Lance aus Mexiko und Mieke aus Deutschland eine Fernbeziehung geführt. Die Musik hat sie zusammengebracht. Plüschpanda Paqito hat Lance immer ersetzt, wenn Mieke allein auf Konzerte und Festivals musste. Jetzt ist das Trio endlich vereint. Vor zwei Monaten haben sie geheiratet und leben jetzt zusammen in Uelzen.


Front 242 schreiben Musikgeschichte in Hildesheim.


Hier spielen sie auf dem M'era Luna ihr letztes Open-Air-Festival. Nach 40 Jahren machen die EBM-Pioniere Schluss.

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