Grüne aus Hildesheim

Hildesheimer Kandidatin Rashmi Grashorn: Kommt Rot-Grün, schafft sie es noch in den Landtag

Hildesheim - Ihr Traum vom Direktmandat ist geplatzt, den Einzug ins Landesparlament über die Liste hat sie um einen Platz verpasst. Warum die Hildesheimer Grüne Rashmi Grashorn dennoch guter Dinge ist.

Ottmar von Holtz saß von 2013 bis 2017 für die Hildesheimer Grünen im Landtag, Rashmi Grashorn folgt ihm wohl bald nach. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Der Traum vom Direktmandat geplatzt, den Einzug ins Parlament über die Liste um einen Platz verpasst. Und dann auch noch nur sechs Stunden geschlafen. Man könnte annehmen, dass Rashmi Grashorn am Morgen nach der Landtagswahl nicht unbedingt bester Dinge ist. Tatsächlich wirkt die Grünen-Politikerin am Montagvormittag gut gelaunt.

Zum einen, weil sie am Sonntag mit 18,5 Prozent das beste Erststimmen-Ergebnis holte, das ihre Partei in Hildesheim bei Landtagswahlen jemals erreicht hat. Zum anderen, weil dies mit 20,3 Prozent auch für die Zweitstimmen gilt. „Das Zusammenspiel bei uns war wunderbar“, sagt Grashorn. Und die Sache mit dem Landtagsmandat sei eigentlich nur eine Frage der Zeit, ist die 33-Jährige sicher: Komme es zu einer rot-grünen Landesregierung, „dann bin ich drin“.

Grashorns Hoffnung: Minister und Abgeordneter – das ist nicht erwünscht

Die Grünen haben 24 Sitze im neuen Landtag, Grashorn steht auf dem 25. Platz der Landesliste. Wird jemand von den Frauen und Männern, die vor Grashorn auf der Liste zu finden sind, Minister oder Ministerin, übernimmt die Hildesheimerin den frei gewordenen Platz im Parlament. Schließlich gebe es in der Partei einen Beschluss, der Doppelfunktionen ausschließe, betont Oliver Kersten-Wilk.

Der Co-Sprecher des Grünen-Kreisverbandes ist wie Grashorn sehr zufrieden mit dem Wahlergebnis; gleichwohl gibt es einen Wermutstropfen: Die Grünen liegen sowohl im Wahlkreis Alfeld als auch im Wahlkreis Sarstedt/Bad Salzdetfurth bei den Erst- und bei den Zweitstimmen hinter der AfD.

Grashorn sagt: „Mir graut davor, mit der AfD Landtag zu sitzen“

Wilk erklärt das mit dem „Stadt-Land-Gefälle“, Grashorn damit, „dass es Menschen gibt, die sich abgehängt fühlen, weil vielleicht kein Bus fährt“. Die 33-Jährige empfindet das Abschneiden der AfD als „zutiefst erschreckend“, sie hält Teile der Partei für rechtsradikal. „Mir graut davor, mit denen im Landtag zu sitzen.“ Wilk berichtet von Attacken von Rechten im Wahlkampf: Diese hätten am Stand der Grünen gepöbelt, bei einer Kneipentour habe jemand „Heil Hitler“ gerufen, aus Grashorns Plakaten sei gezielt das Gesicht herausgeschnitten worden. „Das ist Besorgnis erregend“, sagt der Kreissprecher der Grünen.

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