Hildesheim - Vor genau 30 Jahren ist er geplant worden, damals als Passage mit verschiedenen Einkaufsmöglichkeiten und Cafés – nun hat der Ratsbauhof eine Zukunft als neues Ärztezentrum in Kooperation mit dem St. Bernward Krankenhaus vor sich. Denn hier sollen ab Anfang 2025 verschiedene Fachärzte zu finden sein, sowohl bereits ansässige als auch fünf neue Fachbereiche des BK. Erreichbar sollen sie über eine Zentrale sein, zu der man sowohl aus der Tiefgarage als auch über die Eingänge direkt hingeleitet wird. Von dieser Zentrale aus erreicht man dann insgesamt 13 medizinische Fachbereiche sowie eine Apotheke. „Die ewige Suche nach Ärzten und Adressen, wie es sie bislang am Ratsbauhof gibt, wird vorbei sein“, sagt Benedikt Lüder, als Architekt für die Planung des Projekts verantwortlich.
Sein Bruder Justus Lüder sowie Benedikt Salzer sind als Eigentümer ihrer Unternehmen „Lüder re“ und „Salzer Service“ Gesellschafter der Ratsbauhof Objekt GmbH – und somit diejenigen, die das Gesamtprojekt sowie die Kooperation mit dem Bernward Krankenhaus auf den Weg gebracht haben. „Im konkreten Gespräch über eine Nutzung, wie wir sie jetzt hier umsetzen, befinden wir uns seit 2020“, sagt Stefan Fischer, St. Bernward-Geschäftsführer. „Der Ratsbauhof ist aber ein Objekt, das wir schon länger im Blick hatten.“
Zentrale Lage, Parkmöglichkeit, Anbindung an Öffis – alles da
Denn dessen Lage und Aufteilung seien geradezu eine Empfehlung für die Nutzung als Ärztehaus. „Es liegt vollkommen zentral, Parkmöglichkeiten sind ebenso vorhanden wie eine Anbindung an den öffentlichen Verkehr, und die Aufteilung lässt sich so gestalten, wie die Nutzung es eigentlich erfordert“, meint Fischer. Im Ratsbauhof wird sich dann das vierte innerstädtische ambulante Zentrum des Bernward Krankenhauses befinden – bereits beim Bau des Hauses in der Hezilostraße hatte die Klinik mit Benedikt Lüder zusammengearbeitet.
Justus Lüder betont vor allem die städtebaulichen Aspekte des Projekts: Die Innenstadt müsse eine sinnvolle Nutzung erfahren und dringend müssten Lösungen für Leerstände gefunden werden, statt den Radius der Stadtgrenzen ins Grüne zu erweitern und dabei wertvolle Natur zu versiegeln.
Mehr Frequenz im Ratsbauhof, mehr Leben drumherum
Wird der Ratsbauhof selbst zukünftig stärker frequentiert, wird sich das auch auf sein Umfeld auswirken – so zumindest die Hoffnung der Planer. „Ja, drum herum soll sich Gastronomie ansiedeln, Geschäfte“, sagt Lüder. „Das Umfeld soll von dieser Nutzung unbedingt profitieren.“ Schließlich brächten Arztbesuche Wartezeiten mit sich, wenn nicht für die Patienten selbst, dann für die Begleitpersonen, zudem könne man Einkäufe oder ein Kaffeetrinken einfach und praktisch damit verbinden.
Für den Umbau sind Investitionen im „mittleren einstelligen Millionenbereich“ geplant, wie Lüder mitteilt. Nur ein Geschäft soll an gleicher Stelle im Gebäude bleiben: Copyland. Der Mieter der ersten Stunde im Ratsbauhof wird weiterhin auf der Südseite ansässig sein, nur dann nicht mehr in zwei Geschäftsräumen wie derzeit, sondern in einem einzigen.
Vielleicht eine vertikale Begrünung der Fassade?
Auch nach außen hin könnte sich der Ratsbauhof in Zukunft optisch stark verändern: „Da gibt es noch einige Elemente, die wir uns gut vorstellen können“, sagt Benedikt Lüder – unter anderem eine vertikale Begrünung der gelben Klinker-Fassade, ebenso eine bauliche Erweiterung des Gebäudes. Darüber befinde man sich aber derzeit noch in der Abstimmung.
