Hildesheim - Bischof Heiner Wilmer hat in einem Gottesdienst im Hildesheimer Dom am Samstag die von Papst Franziskus ins Leben gerufene Weltsynode im Bistum Hildesheim eröffnet. In seiner Predigt fand der Bischof klare Worte, er fordert „echte Umkehr“ statt „Reförmchen“. Mit der Weltsynode will die katholische Kirche Fragen zu Missbrauch, Geschlechtergerechtigkeit und Teilhabe von Laien bearbeiten.
Auch das Bistum Hildesheim wurde vor Kurzem von neuen Erkenntnissen zu sexuellem Missbrauch erschüttert. Mitte September hatten Gutachter einen Abschlussbericht zum Ausmaß der sexualisierten Gewalt vorgelegt. Demnach soll der frühere Bischof Janssen bis Anfang der 1980er Jahre perfide Strukturen gestützt haben.
Neues Denken gefordert
Nun fordert Bischof Wilmer mit Blick auf die weltweite Reform: „Wir brauchen ein neues Denken, echte Partizipation. Wir brauchen einen neuen Blick auf die Sexualität und ein neues Nachdenken über das Dienstamt des Priesters“. Auch müsse die Kirche in ihrem Reform-Prozess neu auf die geschlechtergerechte Teilhabe von Männern und Frauen blicken. Laut Wilmer wolle der Papst „die Kirche auf den Kopf stellen“. Demnach müsse die Machtverteilung sich ändern, „das Oben und Unten in der gewohnten klerikalen Manier“ müsse enden.
„Sind wir wirklich auf einem gemeinsamen Weg?“
Allerdings stellte Wilmer auch in Frage, ob die Kirche „wirklich auf einem gemeinsamen Weg“ ist. So sei der Grundgedanke des synodalen Wegs, ein „spituelles Abenteuer, eine Entsicherung“. Deswegen müsse man das Leid der Menschen ernst nehmen und bei ihnen sein. Bei echter Begegnung „muss jeder und jede auch etwas loslassen, auch seine eigenen Überzeugungen“, um zu hören, „was der Geist uns sagen will“, so Wilmer weiter.
Der Wunsch des Bischofs: Möglichst viele Pfarrgemeinden und Einrichtungen sollten ihre eigene Praxis überprüfen und kritisch hinterfragen.
