Musicalpremiere

Mitmachen erwünscht! Das ist bei der Rocky Horror Show im Hildesheimer tfn alles erlaubt

Hildesheim - Zu den großen Besonderheiten des Kultmusicals Rocky Horror Show gehört, dass aktives Mitmachen des Publikums erwünscht ist. So auch bei der Hildesheimer Neu-Inszenierung ab 30. Oktober. Und so kommt man an den Fanbag.

Hauptdarsteller Daniel Wernecke als Frank’n’Furter freut sich, wenn das Publikum aktiv bei der Rocky Horror Show dabei ist. Foto: Tim Müller

Hildesheim - Rufen, tröten, werfen, leuchten: Wohl kaum bei einem Theaterstück wie der Rocky Horror Show ist das aktive Mitwirken des Publikums so erlaubt beziehungsweise regelrecht erwünscht. Das soll auch bei der Hildesheimer Neuinszenierung nicht anders sein, die am Montag, 30. Oktober, zum ersten Mal im großen Haus über die Bühne geht.

Und wie benimmt man sich nun im Hause des exzentrischen Wissenschaftlers Furter, in dem sich die Rocky Horror Show hochschaukelt? Das weiß wohl keine besser als Julia Hoppe vom Theater für Niedersachsen (tfn). Sie begleitet als verantwortliche Dramaturgin die Neuinszenierung von Gastregisseur Oliver Pauli. „Das fängt schon vor der Vorstellung mit dem Dresscode des Abends an“, sagt sie. Verkleiden sei beim Publikum erwünscht: „Strapse, Corsagen und exzentrische Accessoires sind gerne gesehen.“ Wer sich allerdings in Anzug, Krawatte oder Abendkleid wohler fühlt, so sei dies natürlich ebenfalls gestattet.

„Langweilig“ oder „Boring“

Während der Vorstellung auf der Bühne erwarten die Musicalsängerinnen und Musicalsänger lautstarke Beteiligung. Und das geht so: „Immer, wenn der Erzähler die Handlung unterbricht, heißt die Reaktion „Langweilig!“ oder auch englisch „Boring!“. Wenn der Name Dr. Scott fällt, dann kommt als Reaktion ein „Uuuh!“, bei Eddie: „Pscht!“, bei Janet: „Weisssss“.

„Und beim Timewarp wird natürlich mitgetanzt“, sagt die Dramaturgin und nennt den betreffenden Song „It’s just a jump to the left“. Doch damit nicht genug. Als Publikum sei man schließlich regelrecht Teil der Show. „Alles, was man für den Abend benötigen, findet jeder in unseren Mitspieltüten“, kündigt Hoppe an. Diese werden im Theaterfoyer für 4 Euro verkauft.

Und so werden die Utensilien benutzt: Gleich zu Beginn des Abends gibt es eine Hochzeit. Um dem Brautpaar zu gratulieren, sollen weiße Luftschlangen das Paar in eine glückliche Zukunft entlassen. Dann haben Brad und Janet mitten im strömenden Regen eine Autopanne – damit die Frisur nicht ruiniert wird, kann man sich mit einer Zeitung schützen. Es bleibt nicht viel Zeit, denn es geht direkt weiter mit den Liedzeilen „There’s a light, over at the Frankensteins place. There’s a light, burning in the fireplace …“. Nächster Einsatz im Theatersaal: Damit man das Licht auch sieht, ist jetzt der Zeitpunkt gekommen, um die Knicklichter zu schwenken. Es folgt Begeisterung für Frank’n’Furters Schöpfungsrede – und zwar mit der Kussmundpfeife aus dem Funbag.

Pinke Girlanden

Bei der nächsten Hochzeit, dieses Mal die von Frank und Rocky, sollen pinke Luftschlangen zum Einsatz kommen. „Für die Floor-Show muss ein schrilles Outfit her“, sagt die tfn-Dramaturgin. Das funktioniert so: Bei dem Song „It was great when it all began, I was a regular Frankie Fan“ werfen alle die pinke Girlande aus der Mitmachtüte um den Hals und feiern mit.

Das letzte Utensil aus dem Fanbag ist für Franks Abschiedslied „I’m going home … Cards for sorrow, cards for pain“ gedacht. „Verabschieden Sie Frank mit dem Werfen der Spielkarten“, rät Julia Hoppe.

Keine Lebensmittel werfen

Soweit, was alles erlaubt ist. Es gibt aber auch kleine Einschränkungen für den Musicalabend, damit die Vorstellung sicher ablaufen kann. „Für gute Unterhaltung bitten wir, kein eigenes Material mitzubringen.“ Das Werfen von Lebensmitteln und Klopapierrollen, der Einsatz von Feuerzeugen, Wunderkerzen, Wasserbomben oder gar großen Wasserpistolen ist im Theatersaal nicht gestattet.

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