Bis 150 Euro Strafe

Hält Sarstedt die Maskenpflicht ein? Auf Streife mit der Polizei

Sarstedt - Sarstedts Polizeisprecher Frank Müller hatte es angekündigt: Ausreden für die Maskenpflicht gibt es nicht mehr. Die Polizei kontrolliert nun verstärkt.

Sahana Selvakumaran und Henno Pagel gehen den Wochenmarkt ab – auch beim in der Schlange stehen ist eine Maske Pflicht. Foto: Jo-Hannes Rische

Sarstedt - Konsequenzen statt Mahnungen, Bußgelder statt Gesprächen – so kündigte Sarstedts Polizeisprecher Frank Müller die härtesten Maßnahmen gegen Maskenverweigerer an. Besonders jetzt, da die Corona-Zahlen Tag für Tag ansteigen, sind die Polizisten unterwegs und kontrollieren Haltestellen, Gastronomien und auch den Sarstedter Wochenmarkt.

„Damit kommt jetzt keine mehr durch“

Am Freitag sind es die beiden Polizeikommissare Sahana Selvakumaran und Henno Pagel. Mehrmals gehen sie die Fußgängerzone ab, Verstöße können sie nicht erkennen. „Bis vor Kurzem war es eine Bitte, die Maske hier zu tragen. Jetzt ist es eine Anweisung“, sagt Pagel. Die Maßgabe ist klar: „Immer noch behaupten manche, sie haben es nicht gewusst“, sagt Pagel. „Damit kommt jetzt keiner mehr durch.“

Deshalb fahren die Beamten auch Haltestellen ab und verteilen Strafzettel. Die Leute reagieren unterschiedlich. „Manche verstehen es, andere versuchen zu diskutieren.“ Natürlich könne man nie mit Sicherheit sagen, ob die Betroffenen es wirklich nicht wissen oder nur zu bequem sind.

Ärger und Einsicht

In der Fußgängerzone sind die Beamten doch noch fündig geworden. Eine Frau, die an einem Fleischstand ansteht, hat keine Maske aufgesetzt. Die Polizisten klären sie auf: „Auf der Straße ist es freigestellt. Aber sobald man ansteht oder im Verkaufsgespräch ist, muss man eine Maske aufsetzen“, sagt Pagel.

Die Frau ist einsichtig. Zwar komme sie nicht aus Niedersachsen, aber Regel sei Regel. „Ich war nur kurz aus dem Auto raus, eigentlich wollte ich gar nicht einkaufen“, ärgert sie sich. Pagel und Selvakumaran nehmen ihre Personalien auf, die Rechnung kommt später per Post – vom Hildesheimer Landkreis. Der hat das Strafgeld auf 100 bis 150 Euro festgesetzt.

Bußgeldhöhe legt der Landkreis fest

„Wir können nur bis 60 Euro abkassieren“, sagt Pagel. Alle anderen Summen seien zu hoch. Auch die Bewertung und die Höhe des Bußgelds legt er nicht fest. „Wir schildern nur die Situation“, sagt er. Also wo die Person stand, wer in der Nähe war und wie die Situation zustand kam. Je nachdem, wie hoch das Ansteckungsrisiko beispielsweise durch den fehlenden Abstand in der Schlange war, ist die Summe höher oder niedriger.

Nach einigen Runden brechen die beiden Beamten ihre Tour ab und fahren weiter. Je nach Einsatzlage werden nun nämlich auch stellenweise Restaurants kontrolliert. „Wir gehen kurz in die Lokalitäten rein und prüfen beispielsweise, ob die Liste mit den Personalien stimmt“, sagt Pagel. Natürlich könnten nicht alle Daten gecheckt werden, aber „wir können den letzten Eintrag auf der Liste ansehen und nachschauen, ob der Gast noch da ist.“

Auch Hinweise aus der Bevölkerung helfen

Auch das ist Teil der neuen Maßgabe, die die Sarstedter Polizei nun umsetzt. Neben den Haltestellen- und Restaurant-Überprüfungen reagieren die Polizisten auch weiterhin auf Hinweise aus der Bevölkerung, auch „wenn es in der ersten Phase im Frühjahr mehr solcher Anrufe gab“, wie Pagel zugibt.

Sprecher Frank Müller berichtet, dass die Beamten seit vergangenem Samstag zwei Hinweise auf einen Verstoß gegen die Corona-Regeln bekommen haben. „In einem Fall haben wir am Sonntagmorgen um 2 Uhr eine Kontrolle durchgeführt“, sagt Müller. „Coronaverstöße haben wir nicht festgestellt.“ Je nach Belastung der Einsatzkräfte sei es aber durchaus geplant, im Stadtgebiet weiterhin regelmäßig und gründlich zu kontrollieren.

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