Hildesheim - 1700 bis 1800 Quadratmeter Verkaufsfläche – so groß sollen Filialen der Elektronik-Ketten Saturn und MediaMarkt künftig in der Regel sein. Das hat der Chef der Media-Saturn-Holding, Ferran Reverter, vor kurzem in einem Interview erklärt. Die beiden Hildesheimer Niederlassungen sind allerdings deutlich größer. Was die Frage aufwirft: Welche Zukunft haben der Saturn-Markt in der Arneken Galerie und der MediaMarkt im Bavenstedter Gewerbegebiet? Ergebnis: Der Saturn könnte in den nächsten Jahren tatsächlich kleiner werden, beschlossene Sache ist das aber noch nicht. Der MediaMarkt könnte hingegen seine jetzige Größe auch langfristig behalten.
Millionen investiert
Die Pressestelle von Media-Saturn in Köln verweist mit Blick auf diesen Markt auf den aufwendigen Umbau vor gut zweieinhalb Jahren. Mehrere Millionen Euro steckte das Unternehmen in die Sanierung und Neugestaltung, in deren Zuge das Geschäft rund drei Monate lang geschlossen war. Im Zuge dieses Projektes einigten sich MediaMarkt und der Immobilienbesitzer zudem auf einen neuen, über zehn Jahre laufenden Mietvertrag für den Gebäudeteil an der Bavenstedter Straße.
Die Position des Marktes mit seinen rund 2700 Quadratmetern Verkaufsfläche wird demnächst sogar noch etwas stärker: Ende Februar schließt Konkurrent Medimax seine nur wenige hundert Meter entfernt am Kennedydamm gelegene Hildesheimer Filiale.
Mietvertrag läuft 2022 aus
Etwas anders stellt sich die Lage bei Saturn dar, Holding-Schwestergesellschaft und zugleich Rivale von MediaMarkt. Seit der Eröffnung der Arneken Galerie im Jahr 2012 ist Saturn dort dabei, war vorher in Hildesheim gar nicht vertreten. Für das Einkaufszentrum in der Innenstadt fungierte der Elektronik-Riese vom Start weg als sogenannter Ankermieter mit rund 3400 Quadratmetern Verkaufsfläche. Der seinerzeit abgeschlossene Zehn-Jahres-Vertrag läuft noch bis 2022. Wie es danach weitergeht, ist schon jetzt Thema von Gesprächen zwischen Media-Saturn und dem Galerie-Eigentümer Klépierre.
Ein Aus für Saturn in der Galerie steht dabei offenbar nicht zur Debatte: „Wir befinden uns derzeit in Gesprächen mit dem Vermieter und Eigentümer, da wir eine Verlängerung des Mietvertrages anstreben“, betont eine Sprecherin der Media-Saturn-Holding auf HAZ-Anfrage. Zu weiteren Details will sie sich nicht äußern, auch Galerie-Geschäftsführer Holger Höfner möchte nichts zum Stand der Verhandlungen sagen.
Nur noch eine Etage?
Doch aus Sicht von Saturn könnte das Auslaufen des aktuellen Vertrages in zwei Jahren ein Anlass sein, das neue Marktkonzept umzusetzen. Würde das Unternehmen auf eine Etage verzichten, käme es ziemlich genau auf die von der Chefetage gewünschte Quadratmeter-Zahl. Und dass Media-Saturn die Verkleinerung von Märkten nicht mit der Brechstange durchsetzen will, sondern bei passenden Gelegenheiten, klingt im offiziellen Statement zur HAZ-Anfrage ebenfalls durch: „Flächenverkleinerungen sind, auch aufgrund langfristiger Mietverträge, nicht von heute auf morgen möglich, sondern nehmen mehrere Jahre in Anspruch.“
Chef Reverter glaubt an Filialen
Wird ein Markt verkleinert, soll das auch mit einer Konzentration auf weniger Artikel sowie einem deutlichen Ausbau des Service-Angebots einhergehen, betont die Sprecherin weiter. Es soll aber auch weiterhin einzelne Geschäfte von der Größe des Hildesheimer MediaMarktes geben. „Flagship Stores“, nennt das Unternehmen diese, „Flaggschiff-Filialen“. Märkte ganz aufzugeben, ist indes nicht nicht das Konzept von Media-Saturn-Chef Reverter: Er glaube an die Märkte in der Fläche genauso wie an den Onlinehandel, sagte er im Handelsblatt-Interview.
