Stadtmitte/Neustadt

„Schikane für Autofahrer“? Ortsrat spricht sich für Kompromiss zu Hildesheimer Dammstraße aus

Hildesheim - Wie geht es weiter mit der Dammstraße? Beim Thema Verkehrsführung hat sich der Ortsrat am Mittwoch für einen Kompromiss ausgesprochen. Doch es gibt auch Kritik.

Die Dammstraße in Hildesheim: Hier soll es Änderungen in der Verkehrsführung und bei Parkplätzen geben. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Der Ortsrat Stadtmitte/Neustadt hat sich für einen Kompromiss zur Verkehrsführung in der Dammstraße nach der Freigabe der Straße ausgesprochen. Der Kompromiss zwischen der Interessengemeinschaft Dammstraße, einem Zusammenschluss örtlicher Unternehmer und Anwohner, der Stadtverwaltung und Lokalpolitikern sieht den Wegfall nur weniger Parkplätze in der Dammstraße vor. Vertreter der Interessengemeinschaft zeigen sich am Mittwochabend in der Ortsratssitzung zufrieden mit der gefundenen Lösung.

Die Pläne sehen Be- und Entladeplätze direkt östlich der Innerstebrücke vor dem Kiosk vor. Dies würde den Kunden des Kiosks und des danebenliegenden Eiscafés zugutekommen. An der Einmündung der Dammstraße zur Ritterstraße sehen die Planungen Kurzzeitparkplätze vor. „Dort können die Kunden dann ihre Autos parken, um Wäsche zur Reinigung zu bringen“, bringt Ortsbürgermeister Tobias Eckardt (SPD) ein Beispiel für deren Nutzen. Auf der gegenüberliegenden Seite sollen drei Parkplätze vor einer gutfrequentierten Arztpraxis erhalten bleiben, einer davon wird allerdings zum Behindertenparkplatz. „Das ist ein guter Kompromiss zwischen allen Interessenten und auch ein Erfolg der Interessengemeinschaft“, findet Eckardt.

Radfahrer werden Kolonnenführer

Neben einer Begrenzung der Höchstgeschwindigkeit auf 30 Kilometer in der Stunde wegen des schlechten Straßenzustands in Höhe der Ritterstraße müssen sich Autofahrer auf weitere Einschränkungen einstellen. Auf der Innerstebrücke werden beide Richtungspuren verengt und die Verkehrsführung geändert. „Wir werden die Radfahrenden auf der Innerstebrücke auf die Fahrbahn holen“, sagt Stadtbaurätin Andrea Döring, „was sie allerdings auch jetzt schon müssen.“ Die Fahrstreifen werden dann im Verlauf der Brücke sehr schmal ausgelegt. „Radfahrende sind dann Kolonnenführer und dürfen nicht überholt werden“, erklärt Döring. Die Regelungen sollen umgesetzt werden, bevor die Dammstraße nach den Bauarbeiten wieder für den Verkehr freigegeben wird.

Dieser Regelung widerspricht Ortsratsmitglied Axel Kressmann (Unabhängige): „Das ist gefährlich für die Radfahrer und eine weitere Schikane für Autofahrer.“ Er plädiert dafür, stattdessen Radrouten einzurichten, also eigene Strecken für Radfahrer abseits der Autostraßen. Für den Weg vom Dammtor Richtung Innenstadt schlägt er eine Strecke über die Johannesbrücke, Langelinienwall, Hückedahl, Kreuzstraße und Friesenstraße bis zum PvH vor. „Das halte ich für wesentlich sicherer“, so Kressmann.

Stadtbaurätin sieht Probleme

Stadtbaurätin Andrea Döring stimmt Kressmann zwar grundsätzlich zu, verweist aber auf Probleme. „Ich hätte auch lieber unabhängige Radrouten“, sagt Döring, „aber die Stadtstruktur ist wegen der engen Straßen nicht ganz einfach.“ Dazu fehlt der Stadt Geld für entsprechende Umbauten. Sie nennt als Beispiel die Lucienvörder Straße, die nicht nur über einen schlechten Straßenbelag verfügt, sondern im gesamten Untergrund sanierungsbedürftig ist. „Das ist eine wichtige Radroute, aber wir haben als Stadt nicht die Kraft, diese Straße zu sanieren“, sagt Döring.

Von Andreas Mayen

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