Delligsen/Grünenplan - Wer die Querstraße in Delligsen entlangfährt, der stellt fest: Während etwa zwei Drittel der Strecke ordentlich gepflastert sind, ist das hintere Teilstück der Straße in ziemlich schlechtem Zustand. Der Straßenbelag ist an vielen Stellen aufgebrochen. Tiefe Löcher reihen sich aneinander, in denen sich bei Regen das Wasser sammelt. In fünf weiteren Straßen im Flecken ist die Situation ganz ähnlich. Die Gemeinde will diese Sorgenkinder noch im laufenden Jahr sanieren lassen.
Sechs Straßen sind im roten Bereich
Grundlage für die Auswahl der Straßen, die zuerst an die Reihe kommen, ist ein sogenanntes Straßenzustandskataster. Dieses hat die Verwaltung im vergangenen Jahr angefertigt, um sich einen Überblick über den Zustand der Straßen im Gemeindegebiet zu verschaffen. Bei mehreren Straßen in der Kategorie „Rot“, die sich in einem besonders schlechten Zustand befinden, steht nun fest: Die Sanierung mit dem sogenannten DSK-Verfahren ist möglich. Dabei wird auf die bereits vorhandene Fahrbahn eine dünne Asphaltdecke aufgetragen – eine lange Vollsperrung wie etwa bei einer Vollsanierung bleibt aus.
Folgende Straßen bekommen in diesem Jahr eine neue Oberschicht: jeweils Teilbereiche der Querstraße und der Hainbruchstraße in Delligsen sowie der Blanke Weg, Eichenkamp, Polierweg und der Schneppelstieg in Grünenplan. Die Verwaltung rechnet mit Kosten in Höhe von 150.000 Euro für die Maßnahmen.
Priorisierung nach Nutzung oder Zustand?
Zur Priorisierung der sechs Straßen gab es während der jüngsten Sitzung des Bau- und Planungsausschusses des Fleckens jedoch Einwände. Tim Gerber (SPD) äußerte die Frage und Anregung zugleich, ob die zuerst zu sanierenden Straßen nicht eher nach der Nutzung und nicht nach dem Zustand auszuwählen seien. Viel befahrene Straßen, die beispielsweise auch von der Industrie genutzt werden, würden sich deutlich schneller abnutzen.
Daraufhin verwies Bürgermeister Stephan Willudda (parteilos) auf den Beschluss der Politik des vergangenen Jahres. Darin hatten die Ratsmitglieder eine Reihenfolge nach Straßenzustand festgelegt. Diese Reihenfolge ist jedoch nicht final. Für die kommenden Jahre könne es jederzeit Verschiebungen geben. „Nach jedem Winter kann das ganz anders aussehen“, sagte dazu Holger Kettler vom Fachbereich Bau.
Pläne der Westfalen Weser abwarten
Ratsmitglied Wilhelm Wolff (CDU) hingegen kritisierte einen anderen Punkt in der Beschlussvorlage. Diese sieht nämlich vor, die Sanierung unabhängig von möglichen Plänen der Westfalen Wasser Netz zu planen. Während die Avacon für die beiden Straßen in Delligsen bereits Entwarnung gegeben hat, steht noch nicht fest, ob die Westfalen Weser in Grünenplan neue Leitungen – womöglich in offener Bauweise – verlegen will. In einem solchen Fall müsste die frisch sanierte Fahrbahn wieder aufgerissen werden.
Auf die Pläne für die kommenden Jahre zu warten, bedeutet laut Kettler aber vor allem eins: „Dass wir gar nicht sanieren können.“ Dem stimmte der Bürgermeister zu: „Da sprechen wir dann von 2028.“ Eine Möglichkeit sei jedoch, die Sanierung der Straßen in Grünenplan sofort nach hinten zu schieben, sollten geplante Maßnahmen der Westfalen Weser bekannt werden.
