Welfenschloss bei Nordstemmen

Schloss Marienburg: Pächter-Paar setzt auf familientaugliche Spektakel – ein Erfolgsformat kommt zurück

Nordstemmen - Auf Schloss Marienburg beginnt die Sommersaison, die Pächter versprechen ein buntes Unterhaltungsprogramm – und im Hintergrund laufen offensichtlich Gespräche mit dem Land, um Differenzen über die Ausrichtung beizulegen.

Auf Schloss Marienburg soll es auch in dieser Sommersaison ein buntes, familientaugliches Unterhaltungsprogramm geben. Foto: Chris Gossmann

Nordstemmen - Der Frühling hat sich noch nicht so richtig Bahn gebrochen, doch auf Schloss Marienburg bei Nordstemmen beginnt bereits am kommenden Wochenende offiziell die Sommersaison – und die Macher des Programms setzen auf populäre, familientaugliche Spektakel. Dabei gibt es eine Mischung aus Bewährtem und Neuerungen: Unter anderem sind ein Fantasy-Festival und Kindertheater im Schlosspark geplant, außerdem gibt es im August „Best of Kleines Fest“ im Schlosshof und im Dezember eine neue Auflage des „Wintermärchens“, das sich im vergangenen Jahr als Publikumsmagnet erwiesen hatte.

Vor dem Blick nach vorn aber noch einer zurück. „Wir haben ein gutes Jahr hinter uns“, sagt Nicolaus von Schöning, der Pächter auf Schloss Marienburg, zufrieden: Trotz Corona seien 2022 mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher auf das Welfenschloss gekommen. „Populäre Veranstaltungen wie das Wintermärchen begeistern auch solche Menschen, die sonst nicht unbedingt ein Schloss besuchen würden“, ergänzt seine Frau Tania von Schöning.

Differenzen zwischen Pächtern und Land

Zuletzt hatte es allerdings auch Meinungsverschiedenheiten zwischen der Pächterfamilie und dem Land Niedersachsen über die Nutzung der Marienburg gegeben. Während das Land eher ein museales Konzept zu favorisieren scheint, dringt Nicolaus von Schöning auf wirtschaftlich einträgliche, massentaugliche Events. Und die stehen auch in dieser Saison an.

„Wir verraten den Charakter des Schlosses nicht, wenn wir auch populäre Veranstaltungen machen“, sagt der Pächter. Mittlerweile sei er „in guten und konstruktiven Gesprächen“ mit Kulturminister Falko Mohrs, betont Nicolaus von Schöning. Er habe versprochen, dass der Schlossbetrieb – anders als etwa Landesmuseen – nicht mit Steuergeld subventioniert werden muss. „Letztlich geht es darum, ob wir unser Versprechen einhalten können und möglichst viele Besucher mit einem breiten Programm begeistern“, sagt er.

Umfassende Sanierung geplant, Kapelle bleibt geschlossen

Einer der schönsten Räume ist allerdings in dieser Saison nicht zugänglich: Die Kapelle bleibt vorerst geschlossen. „Es gibt dort Mängel an den Deckenbalken“, sagt Nicolaus von Schöning. Um die Tragfähigkeit zu überprüfen, müsste man allerdings denkmalgeschützten Stuck abschlagen – und dies soll erst im Rahmen der großangelegten Sanierung erfolgen.

Wann die von Bund und Land mit insgesamt rund 27 Millionen Euro finanzierten Arbeiten starten, ist jedoch unklar. „Wir hoffen, dass es bald beginnt“, sagt von Schöning. „Wir machen uns schon Gedanken, wie wir das Schloss betreiben, wenn hier Baugerüste stehen – denn die Marienburg soll auch während der Arbeiten weiter offen sein.“

Für Freunde gepflegter Hochkultur steht aber auch von Mai bis Oktober jeweils am ersten Donnerstag im Monat „High Tea“ mit Gurkensandwiches und frisch gebackenen Scones auf dem Programm; Literaturexpertin Angelika Hornig präsentiert dabei englische Klassiker – very british!

Fantasy-Festival Annotopia kommt zurück

Im Kontrast dazu steht das Fantasy-Festival Annotopia am 10. und 11. Juni. „Es wird laut, bunt und wild“, verspricht Katrina Bläsig, die auf dem Schloss für das Marketing zuständig ist. Wie im vergangenen Jahr tummeln sich dabei Figuren aus Star Wars oder dem Herrn der Ringe auf der Marienburg.

Eher für jüngere Kinder geeignet ist das Theaterstück „Vom kleinen Maulwurf, der wissen wollte, wer ihm auf den Kopf gemacht hat“, das am 9. Juli im Schlosspark zu sehen ist. Familientauglich ist auch das traditionelle Sommerfest am 12. und 13. August mit Spielstationen und Märchenlesungen vor imposanter Kulisse.

Maybebop-Konzert im Innenhof: Vorverkauf ab 4. April

Der pittoreske Innenhof des Schlosses wird im Sommer zum Schauplatz mehrerer Open-Air-Veranstaltungen: So ist von 24. bis 26. August ein „Best of Kleines Fest“ als Ableger des Events in den Herrenhäuser Gärten dort zu Gast. Karten gibt es ab 40 Euro, der Vorverkauf startet am 4. April. Und wie schon im vergangenen Jahr spielen Maybebop auf der Burg – am 27. August. Tickets gibt es für 43 Euro, der Vorverkauf beginnt am 1. Mai.

Das Wintermärchen, bei dem der Schlosshof stimmungsvoll illuminiert wird, startet am 1. Dezember – und entführt die Besucherinnen und Besucher in die zauberhafte Welt der Märchen. „Aufgrund des großen Andrangs im vergangenen Jahr könen die Tickets in diesem Jahr ausschließlich über unseren Online-Shop erworben werden“, sagt Katrina Bläsig.

Naturerlebnispfad rund ums Schloss

Rund um Schloss Marienburg soll im Sommer außerdem ein neuer Naturerlebnispfad entstehen: „Das Schloss verdankt einen Großteil seines Flairs auch der besonderen Lage“, sagt Nicolaus von Schöning. Im Wald, der den Burgberg prägt, werden Forstexperten einen Pfad anlegen, der über Bäume, Natur und die Folgen des Klimawandels informiert – auch mit unterhaltsamen Videos und Blog-Beiträgen.

Von Simon Benne

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