Sperrungen wieder aufgehoben

Vollsperrungen auf zwei Autobahnen: Stundenlanges Verkehrs-Chaos nach Unfällen im Kreis Hildesheim

Kreis Hildesheim - Autofahrerinnen und Autofahrer mussten am Donnerstag rund um das Autobahndreieck Salzgitter und auf Umleitungsstrecken lange Staus in Kauf nehmen: Es gab gleich zwei Unfälle – und stundenlange Vollsperrungen. Insgesamt wurden fünf Menschen leicht verletzt. (mit Video)

Auf der Autobahn 7 hat es einen Unfall mit einem mit Getränken beladenen Lastwagen gegeben. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Nach einem schweren Unfall auf der A7 zwischen dem Dreieck Salzgitter und Bockenem war die Fahrbahn in Richtung Süden bis in den Nachmittag voll gesperrt. Mittlerweile ist sie wieder freigegeben. Auf einem der drei Fahrstreifen wurden bis etwa 11.20 Uhr die bereits vor Ort gewesenen Verkehrsteilnehmer einspurig an der Unfallstelle vorbeigeführt. Der Verkehr staute sich auf mehreren Kilometern – auch auf den möglichen Ausweichstrecken. In Groß Düngen etwa ging am Vormittag kaum noch etwas voran.

Nach Angaben der Hildesheimer Polizeisprecherin Kristin Möller kam es um kurz nach 8.30 Uhr zum Unfall: Der Fahrer eines Getränketransporters war in Richtung Süden unterwegs, als er sein Gespann wegen einer Reifenpanne auf den Standstreifen lenkte und zum Stehen brachte. So weit ein glimpflicher Ausgang einer potenziell gefährlichen Situation.

Ein nachfolgender Lastwagenfahrer steuerte seinen Transporter allerdings nicht auf der Fahrbahn an dem gestoppten Gespann vorbei, sondern fuhr aus noch ungeklärter Ursache auf den Standstreifen und prallte mit der Front in den Auflieger des Pannen-Lastwagens. Nach Meldungen von Einsatzkräften vor Ort soll sich die Frontpartie nahezu komplett in den Anhänger gebohrt haben. Der Fahrer des Lastwagens ist dabei leicht verletzt worden. „Er hat wohl sehr großes Glück gehabt, dass es für ihn nicht schlimmer ausgegangen ist“, sagt Möller.

Die Autobahnmeisterei und die Autobahnpolizei Hildesheim waren im Einsatz, die Fahrbahn in Richtung Süden war gesperrt. Es kam deshalb bereits zu einem erheblichen Rückstau zwischen Bockenem und dem Dreieck Salzgitter.

Die Umleitung

Autofahrer konnten den Bereich auch umfahren, indem sie an der Hildesheimer Börde abfuhren und die Bundesstraße 243 nutzten – wegen der aktuellen Sperrung war aber die Verkehrsbelastung dort ohnehin schon groß. Autofahrer meldeten gegen 9.45 Uhr, dass es im Bereich Groß Düngen und Heinde kaum noch voranging. Die Autobahnpolizei empfahl daher, den Bereich noch weiträumiger zu umfahren. Die Sperrung dauerte mehrere Stunden bis in den Nachmittag an – denn nach Möllers Angaben mussten beide stark beschädigten Lastwagen aufwändig geborgen werden. Bei dem auf den gestoppten Transporter aufgefahrenen Sattelzug ist durch die Wucht des Aufpralls eine Achse gebrochen. Angefordert wurde schweres Gerät, um die Unfallstelle zu räumen, auch ein Kran sollte zum Einsatz kommen. Aus dem Lastwagen mit den Getränke-Kisten musste erst die gesamte Beladung ausgeräumt werden.

Der zweite Unfall auf der A39

Am Nachmittag spitzte sich die Verkehrslage noch weiter zu: Auch die Autobahn 39 war in der Nähe in Richtung Kassel vorübergehend voll gesperrt. Dort staute sich der Umleitungsverkehr in Höhe von Westerlinde an der Einfahrt in eine Baustelle – denn eine Sperrung gab es nicht nur auf der A7, sondern auch auf der A2 bei Peine.

Ein 52-jähriger Mann aus Hannover war auf der A39 in einem Mercedes-Sprinter unterwegs. Er übersah allerdings das Stauende und fuhr auf den Kia eines 49-Jährigen aus Holle auf. Dieser Wagen wurde wiederum durch die Wucht des Aufpralls in den BMW eines 58-jährigen Hannoveraners geschoben, in dessen Auto noch eine Beifahrerin saß. Da drei Wagen mit vier Insassen beteiligt waren und zunächst unklar war, wie schwer diese verletzt waren, eilten mehrere Rettungswagen und Ortswehren aus der Umgebung zur Unfallstelle. Auch ein Rettungshubschrauber aus Wolfenbüttel landete mit einem Notarzt auf der inzwischen gesperrten Fahrbahn. Die Verletzungen waren nicht so schwer wie befürchtet, wie sich bei Untersuchungen herausstellte: Alle vier Beteiligten waren nur leicht verletzt und mussten nicht in Krankenhäuser gebracht werden. Sie wurden an der Unfallstelle behandelt. Der Sachschaden liegt nach einer ersten Schätzung der Polizei im unteren fünfstelligen Bereich.

Von Saskia Helmbrecht, Jan Fuhrhop und Thomas Wedig

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