Hoheneggelsen - Eigentlich hätte der Betreiberwechsel im Seniorendomizil Hoheneggelsen schon längst erfolgt sein sollen. Doch die Übergabe zwischen dem alten Betreiber und dem künftigen, der Theresenhof GmbH, zieht sich seit Wochen hin. Nun hat die Firma Seniorendomizil Hoheneggelsen GmbH beim Amtsgericht Insolvenz beantragt. Das Gericht hat bereits einen vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt. Ob dieser den Betreiberwechsel beschleunigt, ist noch unklar.
Drama mit vielen Akten
Um das Seniorendomizil Hoheneggelsen spannt sich mittlerweile ein Drama mit vielen Akten. Eigentlich sollte Anfang November alles unter Dach und Fach für die Übernahmen durch einen neuen Betreiber sein. Doch das Verfahren ist immer noch nicht abgeschlossen – sehr zum Ärger von Jan Kirschbaum, der mit der Theresenhof GmbH die Senioreneinrichtung in Hoheneggelsen übernehmen will. Immer wieder habe es Probleme gegeben. Dabei gibt es einen Gerichtsbeschluss für die Räumung des Heimes. Noch in dieser Woche hat Liquidator Roland Hecker laut Kirschbaum angeblich 20 000 Euro in bar für Mobiliar gefordert. Erst wenn das Geld auf dem Tisch liege, werde er das Heim räumen, soll er zu Kirschbaum gesagt haben. Hecker äußert sich dazu nicht. Er würgt eine Anfrage der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung mit den Worten ab: „Kein Kommentar.“
Vorwürfe erhoben
Jan Kirschbaum liegt bisher zudem keine Genehmigung vor, die ihn berechtigt, das Heim mit den verbliebenen Bewohnern zu führen. Er wirft der Heimaufsicht des Landkreises Versäumnisse vor. So seien die notwendigen Unterlagen angeblich nicht an den Verband der Ersatzkassen (VDEK) weitergeleitet worden. Der Landkreis kann zu diesem Vorwurf keine Stellung beziehen, weil er an die Verschwiegenheitspflicht gebunden ist, wie Pressesprecherin Birgit Wilken erklärt. Sie bestätigt aber, dass eine Anzeige zur Absicht einer Betriebsaufnahme über unterstützende Wohnformen dem Kreis vorliege.
Den Insolvenz-Antrag hat nun Roland Hecker eingereicht. Der Mann war 2018 von Noch-Heimbetreiber Marc Kollmeier in Hoheneggelsen als Liquidator eingesetzt worden. Er sollte den Betrieb für das Unternehmen abwickeln.
Insolvenzverwalter aus Celle
Das Gericht hat nun Hans-Peter Valentiner aus Celle als vorläufigen Insolvenzverwalter benannt. Er wird nun die Entscheidungen in der Seniorenresidenz treffen, das Vermögen der Gesellschaft sichern und verwalten. Die Heimaufsicht werde, so die Kreissprecherin, auch weiterhin darauf achten, dass die gesetzlichen Bestimmungen im Heim eingehalten werden. Außerdem werde die Heimaufsicht sofort Kontakt zum Insolvenzverwalter aufnehmen, damit die Interessen und Bedürfnisse der 21 Bewohner der Einrichtung (es waren einmal 130) gewahrt bleiben. „Die Heimaufsicht steht umgehend für entsprechende Gespräche zur Verfügung“, erklärt Birgit Wilken. Insolvenzverwalter Valentiner war am Freitag noch für keine Stellungnahme zu erreichen.
Mittlerweile ist auch die Politik auf das Seniorenheim im Ostkreis aufmerksam geworden, wie Dr. Thomas Bruns, CDU-Mitglied des Kreistages, berichtet. Der Steinbrücker erklärt, dass das Thema im Kreisausschuss für Soziales, Jugend, Sport und Gesundheit am Donnerstag, 2. Dezember, behandelt werden soll.
Jan Kirschbaum erklärt, er stehe nach wie vor bereit, um die Leitung des Hauses sofort zu übernehmen.
