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Rainer Breda
Kommentar

Skandalöse Debatte im Hildesheimer Rat: Linke verliert eigentliches Ziel aus den Augen

Hildesheim - Enver Sopjani ist nach seinem erwartbar homophoben Auftritt in der Ratsdebatte um queerfreundliche Aufkleber der große Buhmann, die Linke hat ihn öffentlich vorgeführt. Doch die Fraktion hätte besser ihr eigentliches Anliegen voranbringen sollen, findet HAZ-Redakteur Rainer Breda.

Linken-Fraktionschef Maik Brückner (links), Aike Vathauer (daneben) aus der Linken-Fraktion und deren Unterstützer im Publikum im Hildesheimer Ratssaal. Foto: Werner Kaiser

Hildesheim - Ja, Enver Sopjani weist den Vorwurf der Schwulenfeindlichkeit von sich, um ihn dann selbst durch Worte und Taten zu belegen: Wenn es der Linken darum ging, Sopjanis Intoleranz vorzuführen und dafür den Beifall der queeren Klientel einzustreichen, kann sie die Ratssitzung als Erfolg verbuchen. Doch wollte die Linke nicht eigentlich eine Mehrheit für ihren Aufkleber-Antrag?

Dass es die zwar – aus formalen Gründen – im Rat nicht geben würde, gleichwohl fast alle Fraktionen hinter dem Anliegen stehen, war der Linken im Vorfeld von diesen klar signalisiert worden. Doch die schlug die Hinweise in den Wind, um Sopjani öffentlichkeitswirksam in die Homophobie-Falle tappen zu lassen. Ihrer Sache hat die Linke damit geschadet.

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