Kreis Hildesheim - Seit diesem Schuljahr haben auch Tausende Schüler und Schülerinnen der Oberstufe und Azubis im Landkreis Hildesheim Anspruch auf ein rabattiertes Deutschlandticket. Doch das Verfahren hat seine Tücken – denn nicht alle kommen auf dem gleichen Weg an ihr Ticket, das macht es kompliziert.
Die Schüler und Schülerinnen der Oberstufe sowie Auszubildende, deren Wohnort im Landkreis Hildesheim (einschließlich der Stadt Hildesheim) liegt, haben – unabhängig davon, wie weit entfernt sie von der Schule wohnen – seit Beginn dieses Schuljahres Anspruch auf ein rabattiertes Deutschlandticket. Und sparen damit monatlich eine Menge Geld. Sie können die bundesweit gültige Fahrkarte beim Landkreis beantragen und zahlen dann 29,40 Euro statt 49 Euro. Doch so einfach, wie es sich anhört, ist es in der Handhabung nicht. Zumindest nicht für diejenigen, die auf dem Weg zur Schule mit der Bahn unterwegs sind. Zum Beispiel all diejenigen, die aus Bad Salzdetfurth und den umliegenden Orten und Gemeinden kommen und mit der Lammetalbahn fahren.
ROSA macht es kompliziert
Auch in der Vergangenheit hatte der Landkreis den anspruchsberechtigten Schülern, Schülerinnen und Azubis eine Bezuschussung der Monatskarte ermöglicht – im ROSA-Tarif des RVHI und im NITAG-Tarif, also auch für diejenigen, die mit der Bahn unterwegs waren. Im Gegensatz zum ROSA-Tarifverbund, bei dem die jungen Leute beim Verkehrsunternehmen eine direkte Bezuschussung auf den Fahrpreis erhielten, mussten die Bahnfahrenden eine Monatskarte im Abo bei Transdev erwerben, und die Fahrtkostenerstattung rückwirkend beim Amt für Schule und Kultur einreichen.
Und genau dieser Unterschied macht es jetzt auch beim Deutschlandticket umständlich. Wer bislang ein Rosa-Ticket hatte, kann das rabattierte Deutschlandticket über die entsprechende App mit seiner Kundennummer direkt aufs Smartphone buchen. Zuvor muss er oder sie aber übers Digitale Kreishaus die grundsätzliche Berechtigung für diesen Rabatt beantragen. Sind die Online-Formulare ausgefüllt, eine Bestätigung der Schule und ein Foto des Personalausweises des Betreffenden hochgeladen, gibt der Kreis die Daten an den RVHi weiter und das günstige Ticket steht über die App bereit. Wer kein ROSA-Kunde war, muss ebenfalls übers Service-Portal des Landkreises den Antrag stellen, seine Bankdaten hinterlassen, dann wird das Deutschlandticket nach Bestätigung monatlich per Post zugeschickt.
Umständliches Verfahren
Weil das vielen Menschen im Vorfeld aber gar nicht klar war, liegt hinter ihnen ein langer Weg mit Telefonaten bei Transdev, ROSA, Landkreis und dann durch das Online-Buchungssystem der Behörde. Manch einer hat sich deshalb erst gar nicht auf den Weg gemacht und lässt den monatlichen Zuschuss sausen.
Dass das Verfahren kompliziert und umständlich ist, räumt Amtsleiter Hans-Heinrich Waldeck ein. „Wir haben das nach dem Kreistagsbeschluss im Juni mit der heißen Nadel aufgesetzt, damit es überhaupt so schnell an den Start gehen kann“, sagt er. Und das System solle verbessert werden. Sein Wunsch: Künftig soll nur noch einmalig online ein Antrag auf Berechtigung gestellt werden müssen, danach würden die Daten an den RVHi übergeben und die Schüler, Schülerinnen und Azubis könnten fortan ihre Tickets ebenfalls über die App aufs Smartphone beziehen. Wann das so weit sein wird, kann er aber noch nicht sagen. Rund 1000 Anträge seien aber auch bereits über das Serviceportal des Landkreises abgearbeitet worden. Unter dem Punkt Schülerbeförderung findet sich der Buchungsvorgang für das rabattierte Deutschlandticket. Dort kann übrigens auch der Antrag auf Erstattung der Fahrtkosten vom letzten Schuljahr gestellt werden.
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