Borsum - 107 kleine Hoffnungsschimmer sind das Ergebnis der Typisierung für den kleinen an akuter Leukämie erkrankten Nils am Freitag in Borsum. So viele Frauen und Männer haben ein Wattestäbchen mit einer Speichelprobe abgegeben, die Aufschluss darüber geben soll, ob sie als Stammzellenspender für den Vierjährigen infrage kommen. Am Rande gab es noch eine wichtige Spende anderer Art, nämlich 4000 Euro vom Verein Regenbogen, der krebskranke Kinder und ihre Familien unterstützt – schließlich ist die gemeinnützige Gesellschaft DKMS (ehemals Deutsche Knochenmarkspenderdatei) für die teure Untersuchung der Proben auf Spenden angewiesen.
Die Freiwillige Feuerwehr hatte die Typisierung kurzfristig an einen regulären Blutspendetermin angedockt, der ohnehin anstand. Feuerwehrmann Lars Sperling hatte die Idee, beides zu kombinieren, und Ortsbrandmeister Uwe Hartmann griff sie gern auf: „Das war für uns kein großer Aufwand“, sagt er, „wir mussten nur ein paar zusätzliche Helfer in einem Extra-Raum einsetzen.“
Allen Beteiligten war dabei klar: Die Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender, dem genetischen Zwilling, gleicht der sprichwörtlichen Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Dass bei der Aktion in Borsum ausgerechnet für den kleinen Nils ein Lebensretter oder eine Retterin gefunden wird, ist nicht sehr wahrscheinlich. Doch vielleicht passen die Merkmale eines oder einer am Freitag Getesteten irgendwann zu einem anderen krebskranken Menschen irgendwo auf der Welt. Immerhin hat die DKMS bisher schon rund 100 000 Stammzellenspenden für Patientinnen und Patienten in 57 Ländern vermittelt. Und auch für Nils ist jeder Test zumindest eine kleine weitere Chance, gesund zu werden, zu überleben. Und diese Chance wollte die Feuerwehr zusammen mit Familie Weitemeyer, der Borsumer Verwandtschaft des schwerkranken Jungen, unbedingt ergreifen.
11,5 Millionen potenzielle Stammzellenspenderinnenund -spender in der Datei
Die Kombination mit der Blutspende zahlte sich dabei allemal aus. Bei der herrschte großer Andrang mit Warteschlangen. Und mancher Blutspende-Stammgast nutzte die Wartezeit, um sich typisieren zu lassen – wenn er nicht schon in der entsprechenden Datei der DKMS gelistet ist wie mittlerweile 11,5 Millionen potenzielle Stammzellenspenderinnen und -spender.
Dingend benötigt werden zurzeit auch überall Blutspenden – und so zeigte sich der Ortsbrandmeister über den Andrang doppelt erfreut. Denn mit dem gespendet Blut kann auf jeden Fall vielen Menschen geholfen werden.
Wer nicht zur Typisierungsaktion in Borsum kommen konnte, kann sich bei der DKMS auch online registrieren und sich ein Testkit nach Hause schicken lassen.


