Aktion in Borsum

Die Zeit drängt: Bringt Typisierungsaktion in Borsum noch die Rettung für den schwerkranken Nils?

Borsum - Als er noch gesund war, besuchte der kleine Nils aus Seelze oft Verwandte in Borsum. Nun ist er wegen seiner Leukämie fast nur noch im Krankenhaus. Dem Jungen geht es schlecht. Eine Typisierung in Borsum soll helfen, doch noch eine rettende Stammzellenspende zu finden.

Nils ist mit dem Down-Syndrom geboren, dadurch hatte er ein erhöhtes Risiko, an Leukämie zu erkranken. Foto: privat

Borsum - Für den vierjährigen, an Blutkrebs erkrankten Nils wird weiter ein Stammzellenspender gesucht. Zu Hause ist er kaum noch. Nach Borsum, wo der Junge aus Seelze früher immer gern bei der Familie von Tante und Onkel war, kann er derzeit nicht mehr kommen. „Man versucht im Krankenhaus, seinen Zustand so zu stabilisieren, dass er jederzeit eine Stammzellenspende bekommen könnte“, sagt Daniel Weitemeyer, der Onkel von Nils. Was fehlt, ist das Wichtigste, besser gesagt: der oder die Wichtigste – ein geeigneter Spender oder eine Spenderin.

Feuerwehrmitglied Sperling: „Wir wollen Nils und anderen Betroffenen helfen“

Mit jedem Menschen, der seinen Speichel per Abstrich auf die entsprechenden Blutmerkmale untersuchen lässt, steigt die Chance auf Rettung wenigstens ein bisschen. „Wir wollen alles versuchen“, betont Weitemeyer. So ist an diesem Freitag, 10. Februar, eine Typisierungsaktion in Borsum geplant – und zwar mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehr. Die organisiert in Borsum regelmäßig die Blutspendetermine, so auch am Freitag. Und diesmal wird der Termin auf Initiative von Feuerwehrmitglied Lars Sperling kurzerhand mit einer Typisierung verbunden. „Das Schicksal von Nils hat uns aufgeweckt“, sagt Sperling, „und wir wollen Nils und vielen anderen Betroffenen helfen.“

Die Zeit drängt, sie läuft davon. „Momentan ist ziemlich viel Leere in und um uns und die Frage nach dem Warum quält einen immer mehr, genauso wie alle anderen schrecklichen Gedanken“, sagt Dennis, der Vater von Nils. „Wir genießen jede Zeit mit Nils noch mehr als vorher, auch wenn wir im Krankenhaus sind und nicht nach Hause können. Es bleibt uns in der jetzigen Situation nichts übrig außer Hoffnung und gemeinsame Zeit. Von beidem kann es nicht genug geben.“ Die Eltern spüren bei ihrem Sohn, der mit dem Down-Syndrom geboren wurde, immer stärker die Sehnsucht nach Normalität, nach unbeschwertem Kindsein. Wegen des Infektionsrisikos ist Nils in der Klinik gefangen, die Chemotherapie hat seine Abwehr geschwächt. Ob Spielen oder Schwimmen: Vieles ist tabu. „Es wird für uns immer unerträglicher“, sagt der Vater, „ihm dieses bescheidene Glück verwehren zu müssen.

Noch schlimmer ist aber: Die Eltern bangen um das Leben des Vierjährigen. Die Stammzellenspende ist seine letzte Chance auf Heilung. Auch der Harsumer Gemeindebürgermeister Marcel Litfin unterstützt die Typisierungsaktion in Borsum. Er appelliert, die Typisierungen – die zwar für alle Bereitwilligen kostenlos, aber dennoch für die Deutsche Knochenmarkspenderdatei (DKMS) sehr kostenintensiv sind – auch finanziell zu unterstützen. Besonders, wenn eine aktive Stammzellenspende aus gesundheitlichen Gründen oder wegen höheren Alters nicht infrage kommt. Nähere Infos zum Spendenkonto gibt es unter www.dkms.de.

So werben die Initiatoren auf Youtube für die Typisierung

Die Typisierungsaktion ist am Freitag von 16 bis 19.30 Uhr in der Borsumer Grundschule, Martinstraße 69. Die Familie hofft auf viele potenzielle Spenderinnen und Spender. „Was wir in den letzten Tagen und Wochen an Nächstenliebe und Hilfsbereitschaft erfahren haben, ist wirklich unglaublich“, sagt Papa Dennis. „Das gibt uns als Familie Mut, Kraft und den Glauben daran, dass alles wieder gut werden kann.“ Auch wenn bei der Aktion in Borsum kein geeigneter Spender für Nils gefunden werden sollte – vielleicht kann einem anderen Menschen geholfen werden, der verzweifelt auf eine Spende hofft.



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