Gesellschaftsspiele

So lief die erste Brettspiel-Convention in Hildesheim – und es gibt schon eine Ankündigung

Hildesheim - Monopoly, Mensch ärgere dich nicht, Siedler von Catan – wer kennt sie nicht, die absoluten Brettspielklassiker. Die stehen auch heute noch hoch im Kurs. Bei der ersten Brettspiel-Convention in Hildesheim gab es aber noch viel, viel mehr Spiele zu sehen und auszuprobieren, die ebenfalls das Zeug zum Klassiker haben.

"Hildesheim spielt" - das ist am Sonnabend in der Grundschule Itzum deutlich zu erleben. Kein Platz bleibt bei der ersten Brettspiele- Convention frei. Die Veranstalter sind begeistert. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Es ist rappelvoll in der Pausenhalle der Grundschule Itzum. Seit knapp zwei Stunden hat die erste Brettspiel-Convention Hildesheims geöffnet und kaum ein Platz ist mehr frei. Große, Kleine, Alte, Junge, Familien, Freundesgruppen und Großeltern mit Enkel und Enkelinnen. „Hildesheim spielt“ das ist nicht nur der Titel der Veranstaltung, sondern scheint auch Fakt zu sein. Horst Brückner und Bill Marquardt, die zum Organisationsteam gehören, sind überwältigt – und haben allerhand zu tun.



Vor allen Dingen, hilfesuchenden Spielergruppen freie Tische zu suchen. Die sind zuhauf gekommen. „Weil es hier heute viele Spiele gibt, die wir schon immer mal ausprobieren wollten“, sagt Hannes, der mit ein paar Freunden eigens aus Hannover angereist ist. 200 Gesellschaftsspiele hat alleine der Verein Norddeutsche Spielekultur aus Braunschweig mitgebracht.

Keine Lust auf lange Anleitungen?

Sie stapeln sich in einem Regal in der Pausenhalle. Wer mag, wählt sich einen der Kartons aus, sucht sich ein freies Plätzchen und schon kann es losgehen. „Viele kommen hier her, weil sie wissen, dass sie sich die Spiele erklären lassen können“, sagt Bill Marquardt, der zusammen mit Timo Hardt den Youtube-Kanal „Helden am Brett“ betreibt. Es gebe Spiele mit Anleitungen über 80 Seiten, da quälten sich viele nicht gerne durch. Am Sonnabend jedenfalls haben Marquardt und Brückner viele Gleichgesinnte an ihrer Seite, die den Interessierten die Regeln erklären. Mit dabei sind auch Vertreter der Spiele-Verlage, die an den Tischen auch einige sogenannte Expertenspiele erläutern. Die sind nicht nur besonders aufwändig und hochwertig gestaltet, sondern im Ablauf meist sehr komplex, wie Wasserkraft, Too Many Bones oder Terraforminig Mars. Aber auch Kinder- oder Kartenspiele und alte Klassiker werden aus dem Regal geholt und ausprobiert.

Seit Corona sei das Spielefieber neu erwacht, sagt Brückner, der in seinem Blog „analog rockt“ Spiele rezensiert und selbst am meisten auf Expertenspiele steht. Und der Erfolg der ersten Hildesheimer Convention zeige, dass der Trend offenbar ungebrochen ist. Das belegen auch statistische Zahlen: Laut einer Umfrage des Allensbacher Institutes spielen rund 33 Millionen Deutsche zumindest ab und zu Gesellschaftsspiele, rund 5,6 Millionen sogar regelmäßig.

Geht es weiter mit „Hildesheim spielt“?

Am Sonnabend steht eher das Ausleihen als das Kaufen im Mittelpunkt. Doch das Hildesheimer Unternehmen „Spielbrett“ aus der Goschenstraße hat neben Ausleihe-Spielen auch einen Verkaufstisch mit einigen Angeboten aufgebaut. Zudem gibt es Kaffee und Kuchen.

Bis in den Abend hinein wird in Pausenhalle und etlichen Klassenzimmern gespielt. Weit mehr als 600 Gäste sind im Laufe des Tages da gewesen. „Bei 590 haben wir aufgehört zu zählen“, sagt Brückner. Damit haben er, Marquardt und ihre Mitstreiter im Vorfeld nicht gerechnet. Was heißt das für die Zukunft? „Wir brauchen nächstes Mal mehr Platz“, sagt Brückner. Über eine Wiederholung hatte das Team eigentlich noch gar nicht gesprochen. Aber Zweifel gibt es daran nicht. „Bei dem Erfolg“, strahlt Brückner. Und Spiele gibt es schließlich noch reichlich.

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