Sanierung oder Neubau?

Solebad Bad Salzdetfurth: Wann wird über dessen Zukunft entschieden?

Bad Salzdetfurth - Wie ist es um die Zukunft des sanierungsbedürftigen Solebades in Bad Salzdetfurth bestellt? Eine Machbarkeitsstudie liegt bereits vor. Wann bekommen Politik und Öffentlichkeit die Ergebnisse zu sehen? Und wann werden Entscheidungen gefällt?

Beim Besuch von Ministerpräsident Stephan Weil im Solebad in Bad Salzdetfurth ging es kürzlich um die Zukunft der Einrichtung. Die Gesellschafter hoffen auf finanzielle Unterstützung des Landes. Foto: Werner Kaiser

Bad Salzdetfurth - Wie geht es mit dem Solebad in Bad Salzdetfurth weiter? Dass das in die Jahre gekommen ist und dringend saniert oder gar neugebaut werden muss, ist längst bekannt. Und in Kurbetriebsgesellschaft und Aufsichtsrat wird längst über Lösungsansätze diskutiert. Doch FDP und Unabhängigen reicht das nicht aus. Sie haben jetzt erneut beim Landrat Einzelheiten angefragt und mehr Transparenz bei dem Thema gefordert. Auch weil der Aufsichtsrat beim Besuch des Ministerpräsidenten Stephan Weil im Solebad hatte durchblicken lassen, dass inzwischen über konkretere Zahlen gesprochen wird.

„Das Thema ist eilbedürftig“

„So ein Neubau kostet bei den Baupreisen doch sicherlich 80 Millionen Euro?“, mutmaßte Weil bei seinem Besuch. „Knapp drunter“, entgegnete Landrat Bernd Lynack. Und der neue Aufsichtsratchef und SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Werner Preissner erklärte, man wolle die Pläne „schlank halten“. Die Äußerungen riefen FDP und Unabhängige erneut auf den Plan. Die hatten schon im vergangenen Jahr gefordert, das Thema in der Politik in Kreis und Stadt Bad Salzdetfurth, die Gesellschafter der Kurbetriebsgesellschaft und damit Eigentümer des Bades sind, zu besprechen. „Aus unserer Sicht ist das Thema eilbedürftig“, so Josef Stuke, Kreistagsfraktionsvorsitzender der Unabhängigen.

FDP und Unabhängige haben nicht nur beantragt, das Thema schon im Juni in Fachausschüssen und Kreistag auf die Tagesordnung zu nehmen. Sondern auch detaillierte Fragen zum Stand der Gespräche eingefordert. Dabei geht es unter anderem um die Frage, ob der Verkauf des Solebades ebenfalls eine Option sei. Zudem wollen sie wissen, wann eine „notwendige baufachliche Untersuchung“ erfolge, und wie die finanziert werden solle. Und welche betrieblichen Maßnahmen der Kurbetrieb in diesem Jahr zur Verringerung der Verluste ergriffen hätte.

Machbarkeitsstudie liegt vor

Eine Antwort des Landkreises liegt vor, so Stuke. Demnach gibt es für die öffentliche Sitzung des Finanzausschusses eine Informationsvorlage für dessen Sitzung am 21. Juni aus der hervorgeht, dass es bereits eine Machbarkeitsstudie gibt, die Kurbetriebsgesellschaft zukunftsfähig aufzustellen. Aufsichtsrat und Kurbetrieb seien damit befasst, die Studie zu analysieren. „Der interne Meinungsbildungsprozess, bei dem sämtliche Handlungsalternativen geprüft werden, soll in ein strategisches Zukunftskonzept münden“, heißt es in der Vorlage. Voraussichtlich im ersten Quartal 2024 sollen die politischen Gremien der Gesellschafter durch „konkret erarbeitete Vorschläge im Rahmen von Beschlussfassungen“ einbezogen werden. Die Information der Öffentlichkeit werde sich anschließen. Bis Ende 2024 soll eine konkrete Entscheidung getroffen worden sein.

Kurbetriebsgeschäftsführer Thomas Oelker hat zudem zu den Fragen von FDP und Unabhängigen Stellung bezogen und skizziert dabei, wie schon beim Besuch des Ministerpräsidenten, die ernste Lage im Solebad. „Die statischen Probleme können sich verstärken und damit eine Schließungsnotwendigkeit auslösen“, so Oelker, der darauf hinweist, dass das Solebad bekanntlich schon seit vielen Jahren ganz engmaschig von einem Bauingenieursbüro überwacht wird. Zur Frage nach Einsparungen erinnert Oelker, dass sich der Kurbetrieb seit 1993 in einer anhaltenden Konsolidierung befinde –„mit nachweisbaren Erfolgen und erheblichem Personalabbau“. Allerdings würden Preis- und Tarifentwicklungen den Erfolg mehr und mehr verzehren.

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