Feuerwehreinsatz

Ungewöhnliche Tierrettung im Kreis Hildesheim: Dackeldame steckt in Röhre fest

Groß Escherde - Zu einem Einsatz ist die Feuerwehr Groß Escherde am Montagmorgen ausgerückt. Ein Dackel steckte in einer Röhre fest. Mit Hilfe einer Kamera konnten die Einsatzkräfte das Tier schließlich befreien. (mit Video)

Dackeldame Gix kommt nach der Rettungsaktion wieder aus dem Rohr hinaus. Foto: Sebastian Knoppik

Groß Escherde - Zu einer Tierrettung ist die Feuerwehr Groß Escherde am Montagmorgen ausgerückt. Dackeldame Gix war bei der Gassirunde in der Feldmark in eine Entwässerungsröhre am Ende eines Grabens gelaufen und kam aus eigener Kraft nicht mehr aus dem engen Rohr heraus, das vermutlich in die Kanalisation des Ortes übergeht.

Als alles Rufen und Anlocken mit Leckerlis nichts half, verständigte Hundehalter und HAZ-Redakteur Sebastian Knoppik die Feuerwehr. Die rückte schnell an und Ortsbrandmeister Sascha Mehner entschied sofort, eine Kamera, die normalerweise zur Erkundung von Rohrleitungen benutzt wird, von der Kläranlage holen zu lassen. Außerdem beorderte er einen Bagger vom Bauhof der Gemeinde nach Groß Escherde.

Wimmern und Bellen aus dem Kanal

Mit der Kamera sollte zunächst der Standort des Tiers identifiziert werden, um dann an dieser Stelle mit dem Bagger den Kanal aufzureißen. Bis das schwere Gerät in Groß Escherde eintraf, öffneten die Feuerwehrleute zudem noch mehrere Gullydeckel in der Nähe. Doch auch von dort war aber von dem Tier nichts zu hören oder zu sehen. Stattdessen war aus der Öffnung am Graben immer wieder ein Wimmern und leises Bellen zu hören. Offenbar konnte der Hund weder vor noch zurück.

Als dann die Kamera eingetroffen war, führte ein Mitarbeiter des Klärwerks diese zunächst immer weiter in das Rohr hinein. Doch auch nach etwa zwölf Metern war noch nichts von der 13 Jahre Jahre alten Dackeldame zu sehen. Die Hoffnung auf eine schnelle Rettung schwand bereits. Doch dann sahen die Einsatzkräfte plötzlich das Gesicht des Hundes auf dem Monitor, auf den das Bild der Kamera direkt übertragen wurde.

Tier folgt dem Kameralicht

Das Tier folgte jetzt offenbar dem Kameralicht. Der Klärwerksmitarbeiter zog die Kamera nun ganz langsam wieder zum Anfang des Rohrs. Währenddessen rief die inzwischen eingetroffene Halterin Paloma Klages immer wieder den Namen ihres Hundes. Der kam direkt hinter der Kamera schließlich aus dem Rohr heraus. Gut anderthalb Stunden hatte das Tier in der dunklen, engen und kalten Betonröhre ausgeharrt. Gix war dementsprechend ziemlich verdreckt, zitterte am ganzen Körper, war ansonsten bis auf eine kleine Wunde im Gesicht aber unversehrt.

„Wir sind der Feuerwehr wirklich sehr dankbar, dass sie Gix aus ihrer misslichen Situation befreit hat“, sagt Hundehalter Knoppik. Aber die Freude über den erfolgreichen Einsatz stand nicht nur den beiden Hundehaltern, sondern auch den acht ehrenamtlichen Einsatzkräften ins Gesicht geschrieben. Für die freiwilligen Rettungskräfte ist eine solche Tierrettung alles andere als alltäglich, wie Ortsbrandmeister und Einsatzleiter Mehner sagt. In diesem Jahr hat die Feuerwehr zwar schon mal dabei geholfen, einen ausgelaufenen Hund wieder einzufangen. Aber an so eine spektakuläre Aktion kann sich bei der Feuerwehr niemand erinnern. „Das war schon was Besonderes“, sagt Mehner: „Da haben wir uns auf der Jahresversammlung was zu erzählen.“

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