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Zehn berührende Tierrettungen aus der Region Hildesheim

Hildesheim - Am Montagmorgen holte die Feuerwehr einen Dackel aus einem Rohr. Aber auch Waschbären auf der Fensterbank, Ziegen auf der Bundesstraße und Enten im Gefängnis sind im Hildesheimer Landkreis keine Seltenheit.

Dackeldame Gix kommt nach der Rettungsaktion im Dezember 2024 wieder aus dem Rohr hinaus. Foto: Sebastian Knoppik

Hildesheim - Tiere in Nöten lassen wohl die wenigsten Menschen kalt. Auch im Hildesheimer Landkreis sind Polizei und Feuerwehr gelegentlich für Vierbeiner im Einsatz. Die HAZ hat zwölf bewegende Rettungen zusammengefasst.

Dackeldame steckt in Röhre fest

Am Montag verlief sich die Dackeldame Gix bei der morgendlichen Gassirunde in der Feldmark. Scheinbar falsch abgebogen, landete sie in einer Röhre, die zur örtlichen Kanalisation gehört. Trotz Rufen und Locken kam der Hund des HAZ-Redakteurs Sebastian Knoppik nicht wieder heraus. Die Feuerwehr rückte mit einer Kamera an, um in die Kanalisation blicken zu können. Außerdem mit einem Bagger – denn hätte Gix festgesteckt, hätte das Rohr an der Stelle geöffnet werden müssen. Letztendlich folgte Gix dem Licht der Kamera und dem Rufen seines Frauchens Paloma Klages und war nach anderthalb Stunden in der Dunkelheit wieder mit ihrer Familie vereint und unversehrt.

Polizei fängt entlaufenes Huhn

Ein ungewöhnlicher Einsatz für die Alfelder Polizei endete mit einer Nacht in der Gewahrsamszelle – für ein Huhn. In einer Nacht im Mai 2024 fiel der Besatzung eines Streifenwagens in Freden der Vogel auf. Das Tier saß regungslos und offenbar verängstigt auf einer Straße. Damit es nicht überfahren wird, fingen die Beamtinnen das Tier ein. Auf der Dienstelle in Alfeld machten sie es dem Ausreißer dann in einer Gewahrsamszelle gemütlich. Das Huhn bedankte sich am folgenden Morgen mit einem frisch gelegten Frühstücksei. Der Aufenthalt in der Gewahrsamszelle endete für das Huhn übrigens gut – die Beamten konnten den Besitzer ausfindig machen, der sein Tier am nächsten Morgen abholte.

Feuerwehr rettet zwei Ziegen von der B6

Retter der Berufsfeuerwehr sind am frühen Montag im September 2023 zu einem ungewöhnlichen Einsatz nach Hasede ausgerückt. Zeugen hatten der Polizei von Ziegen auf der B 6 berichtet. Die Feuerwehr rückte mit einem Spezialfahrzeug an, um die Tiere von der Fahrbahn zu retten. Die Polizei hatte die B 6 bereits in beide Richtungen gesperrt. Weil die Feuerwehr nicht wusste, wie groß die Tiere sind, schickte sie ein zweites, größeres Fahrzeug mit, um die Tiere notfalls in das größere zu verfrachten. Am Ende passten aber beide in eine Hundebox. Die Retter brachten die beiden ausbüxten Tiere ins Tierheim nach Hildesheim.

Uhu-Rettung

Spaziergänger hatten im September 2023 einen Uhu in einem Netz über den Fischteichen in Eimsen entdeckt. Vermutlich hatte er sich in der Nacht darin verfangen. Schnell war die zuständige Jägerschaft vor Ort. Einer der zuständigen Jäger vermutete, dass der Uhu wahrscheinlich bei einem Sturzflug in Richtung Teich zur Hälfte durch das Netz gebrochen sei und sich dann nicht mehr befreien konnte. Die Uhu-Retter schoben vorsichtig ein kleines Boot unter den Vogel und befreiten das Tier aus der misslichen Lage. Der laut schimpfende Uhu wurde danach in eine Pappbox gelegt und bei einem Mitglied der Jägerschaft aufgepäppelt, er hatte einen gebrochenen Flügel.

Enten im Gefängnis

Eine Stockente hatte eine Idee: Warum nicht im Innenhof des Hildesheimer Frauengefängnisses brüten? Die Folge: Zwölf Neuzugänge, die sich ganz und gar ohne richterlichen Beschluss auf dem Gelände der JVA aufhielten und gemeinsam mit ihrer Mutter erkundeten, was es hinter den dicken Mauern so zu entdecken gab. Die Mitarbeiter im Justizvollzug beendeten im Mai 2019 den klar rechtswidrigen Zustand allerdings mit Hilfe eines Besens und eines Schneeschiebers. Die Küken waren wohlauf.

Waschbär mit Höhenangst

Irgendwie war ein verängstigter, kleiner Waschbär im April 2019 auf eine Fensterbank im zweiten Obergeschoss des Hildesheimer Kreishauses geklettert – doch dann traute er sich nicht wieder herunter. Als er auch nach zwei Stunden den Abstieg nicht gewagt hatte, griffen zwei jagderfahrene Mitarbeiter der Kreisverwaltung ein: Mit einer Schlinge und einem Katzenkescher fingen sie den Waschbär ein und zogen ihn in ein Büro. Dort gelang dem Wildtier noch einmal die Flucht, bevor es erneut eingefangen und im Freien ausgesetzt werden konnte.

Schwan vom Hohnsensee gerettet

Die Spaziergänger waren besorgt: Mitten auf dem Hohnsensee saß im Januar 2019 ein Schwan, scheinbar regungslos. War er womöglich festgefroren? Ein Feuerwehrmann in einem speziellen Kälteschutzanzug wagte sich daraufhin mit einem sogenannten Kombiretter auf das knackende und knirschende Eis, um den Schwan zu befreien. Alles geht glatt, Kollege und Schwan erreichten sicher das Ufer, wo der Hildesheimer Schwanenretter Sandmann das offenbar kranke oder verletzte Tier in Empfang nahm, um ihm weiter zu helfen. Festgefroren war der Vogel übrigens nicht.

Gans sitzt auf dem Dach fest

Geschwächt, verletzt und eingeklemmt hockte eine Gans im Januar 2017 in der Osterstraße hoch oben auf dem Dach eines Mehrfamilienhauses. Eine Anwohnerin von gegenüber hatte das Tier beim Blick aus dem Fenster entdeckt und rief umgehend die Feuerwehr. Der Vogel beäugte die Feuerwehr auf der Drehleiter misstrauisch. Auf dem Arm ihres Retters ging es für die Gans nach einigem Protest schließlich wieder nach unten. Dort wurde sie in eine große Gitterkiste gesetzt und ins Tierheim gebracht.

Schäferhündin rettet Katzenbaby

Es war vielleicht eine Rettung in letzter Sekunde: Schäferhündin Senta rettete im Juli 2011 in Schliekum ein Katzenbaby aus der Leine. Vermutlich war das Tier dort zuvor ausgesetzt worden. Es lag im Kies unter einer Brücke. Die Hundehalterin brachte das junge Kätzchen zum Tierarzt. Ein glücklicher Zufall: Dort war auch gerade Katze Baley zur Untersuchung. Sie fand sofort Gefallen an dem kleinen Baby. Die Katze nahm das Tier an, als wäre es ihr eigenes Kind.

Pferd rutscht beim Trinken in einen Bach

Dramatische Szenen spielten sich im August 2013 in Neuhof bei Lamspringe ab: Beim Versuch, aus einem Bach zu trinken, stürzte der 28-jährige Haflinger Sharim unglücklich in das Gewässer. Er konnte sich ohne fremde Hilfe nicht mehr befreien. Rettern gelang es jedoch später, das Tier herauszuziehen.

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