Groß Düngen - Kaum rollte der Verkehr wieder zwischen Groß Düngen und Hildesheimer Börde, da war die Landesstraße 492 auch schon wieder dicht. Seit gut einer Woche wird im Verlauf der Ortsdurchfahrt in Heinde gearbeitet. Deshalb müssen Autofahrer einen weiten Umweg auf sich nehmen. Und in ein paar Tagen wartet schon die nächste Sperrung auf sie – einen Tag früher als geplant.
Wer aktuell von Bad Salzdetfurth kommend in Richtung Börde fahren will (oder umgekehrt), muss einen Schlenker machen. Weil die L492 noch bis Mitte September wegen Bauarbeiten in Heinde vollgesperrt ist, führt sie der Weg über Klein Düngen, Hockeln und Heersum zur B6 und weiter in Richtung Hildesheim. Auch die Abkürzung über Listringen ist dicht: die Innerstebrücke zwischen Hockeln und Listringen ist schon seit Monaten für Fahrzeuge gesperrt.
Kritik an der Vollsperrung
Für die Vollsperrung in Heinde gibt es viel Kritik. Die sei überhaupt nicht notwendig, man hätte den Verkehr halbseitig um die jeweilige Baustelle herumführen können, beklagen sich etliche Autofahrer und Autofahrerinnen. „Das können wir auf keinen Fall machen“, sagt dazu Martin Klose, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, die für die Baumaßnahmen verantwortlich ist. Er verweist auf vorgeschriebene Fahrbahnbreiten und Sicherheitsabstände für den rollenden Verkehr und die Arbeiter vor Ort. Zudem werde in dem Baufeld „dynamisch gearbeitet“, entspechend müsste der Verkehr immer wieder anders geführt werden. Der Aufwand sei zu hoch.
Bis Mitte September dauern die Arbeiten in Heinde voraussichtlich noch an. „Wir sind genau im Zeitplan“, sagt Klose. Einen Tag früher als geplant beginnt nun bereits am kommenden Donnerstag, 29. August, die nächste Baustelle. In Groß Düngen wird dann der gesamte Kreuzungsbereich B243/L492 gesperrt. Also ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt für den gesamten Südkreis, der täglich von tausenden Autofahrern passiert wird. Für vier Tage ist dort kein Durchkommen. Ursprünglich waren nur drei Tage eingeplant. Jetzt hätten die Fachleute aber festgestellt, dass im Kreuzungsbereich erheblich mehr zu sanieren sei als angenommen. Bei einem Vor-Ort-Termin habe sich herausgestellt, dass aufgrund extremer Versackungen in der Fahrbahn und tiefgreifender Schäden im Untergrund weitere Maßnahmen zwingend erforderlich sind. Weiterhin sei ein zusätzlicher Austausch der Tragschicht notwendig. „Deswegen brauchen wir einen Tag mehr“, so Klose. Die Autofahrer müssten sich also bereits ab dem frühen Donnerstagmorgen auf erhebliche Verkehrsbeeinträchtigungen einstellen.
Umleitung für Groß Dünger
Die Umleitung sei dann weiterhin die empfohlene Strecke Klein Düngen, Hockeln, Heersum – „für den Fernverkehr“, sagt Klose. Also für diejenigen, die beispielsweise von Bad Salzdetfurth nach Hildesheim wollen. Wer von Groß Düngen in den Nachbarort Wesseln wolle, der müsse die große Runde nicht fahren. „Unsere Umleitungen sind ohnehin nur Empfehlungen“, erklärt Klose. Niemand könne gezwungen werden, eine bestimmte Strecke zu fahren. Aber die Behörden würden Empfehlungen aussprechen, bei denen klar sei, dass die ausgewählten Straßen vorübergehend auch mit den größeren Verkehrsmengen klar kommen. Außerdem gehe man davon aus, dass die Menschen vor Ort sich ohnehin ihre Wege suchen würden. Mit Blick auf die Kreuzungssperrung in Groß Düngen sei das die Hostmanstraße. Die ermöglicht es den Groß Düngern, den gesperrten Bereich von der Heinder Straße zur Hildesheimer Straße zu umfahren. Sie sei aber keinesfalls geeignet, den gesamten Umleitungsverkehr aufzunehmen. Weil die Straße sehr eng ist, dürfen zudem keine Fahrzeuge über 3,5 Tonnen dort passieren, ergänzt Klose.
Am Montag werde die Kreuzung voraussichtlich wieder freigegeben. Sowohl die Arbeiten dort als auch die in Heinde, sind Vorbereitungen für eine längerfristige Sperrung, die nach Stand der aktuellen Planungen ab Mitte September gilt. Dann wird nämlich auf der B243 zischen Egenstedt und Groß Düngen vermutlich drei Monate lang gearbeitet. Der Umleitungsverkehr zwischen Hildesheim und dem Südkreis läuft dann komplett über die B6 und weiter nach Heinde und Groß Düngen. Ob es bei dem Zeitplan bleibt, will die Straßenbaubehörde rechtzeitig im Vorfeld mitteilen.
