Gesundheit

Streit um Neuaufstellung des Rettungsdienstes im Kreis Hildesheim: Mehrheitsgruppe kritisiert Petition scharf

Kreis Hildesheim - Deutliche Kritik an der Petition zum Rettungsdienstbedarfsplan kommt von der Mehrheitsgruppe im Hildesheimer Kreistag. Was die Politiker kritisieren.

Der Rettungsdienst muss sich ebenfalls auf die zurzeit schwierige Verkehrslage in der Region Hildesheim einstellen. Foto: Chris Gossmann

Kreis Hildesheim - Die SPD-geführte Mehrheitsgruppe im Kreistag hat die Forderungen der „Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst“ in einer Online-Petittion zur Neuaufstellung des Rettungsdienstes zurückgewiesen. „Mit großem Erstaunen und ebenso großer Besorgnis haben wir die von Ihrer Arbeitsgemeinschaft initiierte Unterschriftensammlung für die Einreichung einer Petition zur Kenntnis genommen“, heißt es in einem offenen Brief der Mehrheitsgruppe. Die darin erhobenen Forderungen und Darstellungen seien „in wesentlichen Punkten falsch“.

Die von Beschäftigten des Rettungsdienstes gegründete Arbeitsgemeinschaft Rettungsdienst hatte die Petition vor vier Tagen gestartet – und bis Dienstag, 16.30 Uhr, bereits 8936 Unterschriften eingesammelt. Die Petition wendet sich gegen den neuen Rettungsdienstbedarfsplan, der derzeit in der Hildesheimer Kreispolitik diskutiert wird. Die AG fürchtet, dass durch die Reduzierung der Zahl der Rettungswagen die gesetzliche Hilfsfrist, innerhalb derer ein Rettungswagen am Einsatzort sein soll, noch seltener erreicht wird als derzeit schon.

Irreführende Zahl?

Es würden weder die Anzahl der Einsatzfahrzeuge noch sogenannte Vorhaltestunden reduziert, schreibt die Mehrheitsgruppe nun in ihrem Brief. So sehe das neue Fahrzeugkonzept zwar tatsächlich vor, die Zahl der Rettungswagen von bislang 30 auf künftig 18 zu reduzieren. Die wegfallenden Rettungswagen würden aber durch Krankentransportwagen und Notfall-Krankentransportwagen ersetzt. Außerdem gebe es sogar einen zusätzlichen Krankentransportwagen. Weiterhin werde es künftig 61 Vorhaltestunden mehr geben.

Da über 55 Prozent der Einsätze der bisherigen Rettungswagen keine Notfälle seien, sei die Umwidmung der Fahrzeuge sinnvoll. Außerdem sei die in der Petition ausgewiesene Zahl von 88,4 Prozent, in der die Hilfsfrist erreicht wird, irreführend. Es handele sich dabei um den Wert für 2024.

„Nichts ist in Stein gemeißelt“

Mit dem neuen Bedarfsplan solle die gesetzlich geforderte Eintreffzeit in mindestens 95 Prozent der Fälle erreicht werden, unter anderem durch das neue Fahrzeugkonzept. Zudem sei auch innerhalb des neuen Bedarfsplans ein „Nachsteuern einzelner Stellschrauben“ jederzeit möglich: „Nichts ist in Stein gemeißelt!“

  • Region
  • Kreis Hildesheim
Anmerkung zum Artikel

Sie haben einen Fehler im Artikel gefunden? Oder haben Sie weitere Informationen zu dem Thema für uns? Dann teilen Sie uns diese gerne mit.