Tanzen und feiern

Tanzhaus und Kupferschmiede – zwei Hildesheimer Häuser, ein gemeinsames Konzept

Hildesheim - Das Tanzhaus liegt zentral, die Kupferschmiede im Wald. Das eine ist ein Fachwerkhaus, das andere hat den Charme eines Industrielofts. In beiden kann man feiern – und in einem davon das Tanzen von der Pike auf lernen.

Tanzlehrer der alten Schule: Sebastian Murawski in seinem Tanzhaus, das er im Sommer 2021 von Jens Schulte-Koch übernommen hat. Foto: Kathi Flau

Hildesheim - Das Tanzhaus in Hildesheim ist, das sagt der Name ja unmissverständlich, zum Tanzen da. Hierher kommen Menschen, die Walzer, Jive oder Discofox lernen wollen, die sich auf eine Hochzeit vorbereiten, ein neues Hobby suchen oder die den Tanz auf sportlicher Ebene perfektionieren wollen. Klassische Tänze oder derzeit angesagte wie der West Coast Swing: alles im Programm. Nun aber will Inhaber Sebastian Murawski das Haus gegenüber dem Wasserparadies für Neues öffnen.

Für Feiern zum Beispiel. „Wir haben hier eine Industriearchitektur und Räume, die aufgrund ihrer Höhe und Größe eigentlich zu Veranstaltungen einladen“, sagt Murawski. „Aber ich bin nun mal Tanzlehrer und kein Veranstalter.“ Das macht aber nichts, denn es gibt andere, die wissen, wie man Feste organisiert. Einer von ihnen ist Jean-Marc Hakemeyer, Chef der Kupferschmiede am Wildgatter. Sein Haus ist aufgrund der hohen Nachfrage trotz mehrerer Säle mitunter überbucht – und das ist die Stelle, an der er und Murawski, die sich bereits seit 14 Jahren kennen, zusammenkommen. „Ab sofort können Gäste der Kupferschmiede auch hier feiern“, sagt Murawski, der einst auch Hakemeyer das Tanzen beigebracht hat.

Allein aufgrund der Lage für viele eine gute Alternative

Im Zentrum statt im Wald, der Industrie-Charme eines Lofts statt Fachwerk – und trotzdem der gewohnte Service. „Für viele ist das allein aufgrund der Lage eine gute Alternative“, sagt Murawski, der das Tanzhaus im Sommer 2021 von seinem Vorgänger Jens Schulte-Koch übernahm, für den er vorher bereits zehn Jahre lang gearbeitet hatte – zuletzt als Leiter der Tanzschule. Und noch einen Hildesheimer Veranstaltungs-Klassiker hat er sich ins Haus geholt: die Tanzlust, eine seit vielen Jahren in verschiedenen Locations gastierende Party, die unter Fans vor allem für die Musikauswahl ihrer DJs bekannt ist.

Doch Murawski hat noch mehr vor. „Corona hat uns ja gelehrt, dass man nicht nur in Häusern und Sälen tanzen kann, sondern eigentlich überall“, sagt er. Zuweilen hat er während der Pandemie seine Kurse selbst draußen gegeben, damit sie überhaupt stattfinden konnten. Eine Not, die für mehr taugt, findet er. „Ich würde gern eine Tanznacht über den Dächern von Hildesheim initiieren“, sagt er, „vielleicht in einem Parkhaus auf dem obersten Deck, mit einem Blick über die ganze Stadt.“

Am Sonntag ab 13.30 Uhr für alle geöffnet

Das Tanzhaus, das an diesem Sonntag ab 13.30 Uhr für alle Interessierten geöffnet ist, hat in Hildesheim eine lange Tradition. Gegründet wurde es von Edita Buresch, die als staatlich geprüfte Tanz- und Gymnastiklehrerin im Jahr 1932 ihren ersten Tanzkurs anbot. Zu einer Zeit, als man für die Stunden eigens einen echten Klavierspieler engagierte. Doch erst nach dem Krieg konnte sie ihre eigenen Tanzschule gründen, die sie Mitte der 1970er Jahre an ihre Tochter Irmelin übergab. „Heute heißt das Tanzhaus aber nur noch Tanzhaus, den Namen Buresch trägt es nicht mehr“, sagt Murawski, der seine Ausbildung zum Tanzlehrer in seiner alten Heimat Köln absolvierte. Aber „Tanzhaus“ trifft es ja – auch wenn man hier neuerdings auch richtig groß feiern kann.

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