Hildesheim - Nach zweieinhalb Jahren hat er es nun beinahe geschafft: Jean-Marc Hakemeyer, Chef des Restaurants Kupferschmiede am Hildesheimer Wildgatter, hat das Haus und seinen Außenbereich rundum saniert. Und für Gäste und Besucher einige Neuerungen geschaffen. Die vielleicht auffälligste: Es gibt jetzt einen Pavillon, der täglich geöffnet ist und Spaziergänger einladen soll, auf einen Kaffee oder ein Bier mit Aussicht ins Grüne Platz zu nehmen: „Wir haben hier extra Sitzbereiche gebaut“, sagt Hakemeyer.
Kleine, halbrund gemauerte Nischen mit jeweils einem Tisch und Stühlen für sechs, acht oder zehn Leute darin, jeweils ausreichend für eine kleine Gruppe Besucher. Während das Restaurant montags bis mittwochs geschlossen ist, geht hier der Betrieb durchgängig weiter.
Weitaus mehr Platz für Feiern
Jetzt haben wir den unteren Saal auch so umgebaut, mit Elementen der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts gestaltet ist, denn um die Zeit etwa wurde er auch gebaut
Doch der Umbau umfasst noch viel mehr. So haben etwa Brautpaare oder Jubilare, die hier eine runden Geburtstag feiern wollen, nun weitaus mehr Platz als zuvor: „Eigentlich war immer der Saal im Obergeschoss unser schönster“, sagt Hakemeyer, „Aber jetzt haben wir den unteren auch so umgebaut, dass er zum einen Platz für gut 160 Leute bietet, und zum anderen mit Elementen der 20er und 30er Jahre des letzten Jahrhunderts gestaltet ist, denn um die Zeit etwa wurde er auch gebaut.“ Klassisch-elegant mit bodentiefen Fenstern, Kronleuchtern und Hussen über den Stühlen – außerdem mit Zugang auf die Terrasse, in den Außenbereich.
Nicht sofort augenfällig, aber für Hakemeyer sehr wichtig: die Sanierung des alten Hauses an sich: Fassade, Dach und Heizung sind in der zurückliegenden Bauzeit erneuert und nachhaltig instand gesetzt worden. „Was das betrifft, sollten wir eigentlich die nächsten 50 Jahre Ruhe haben“, sagt er und lacht.
Die Küche ist für die nächsten 15 Jahre gut ausgestattet
In der Küche geht es dann ziemlich hoch her, da müssen die Abläufe und das Inventar stimmen
Auch die Küche, die Gäste und Besucher normalerweise nicht von innen zu sehen bekommen, ist technisch auf dem allerneuesten Stand. „Gut, das hält jetzt nicht 50 Jahre, aber sicherlich 15“, meint Hakemeyer, dessen Köche hier vor allem an den Wochenenden für bis zu drei große Feiern in den Sälen der Kupferschmiede plus die stets voll besetzte Terrasse mit Spaziergängern Essen zubereiten. „Da geht es dann ziemlich hoch her, da müssen die Abläufe und das Inventar stimmen“, so Hakemeyer, dessen Familie seit Generationen in der Gastronomie tätig ist.
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Alles in allem haben ihn der Umbau und die Instandsetzung 1,6 Millionen Euro gekostet. Und jede Menge Nerven, wie er zugibt. Und das nicht nur, weil er in den letzten zweieinhalb Jahren hier Arbeiter aus 18 Gewerken beschäftigt hatte.
Offizielle Eröffnung für den 10. September geplant
Da habe ich mich im ersten Moment schon gefragt, wie um Gottes Willen wir das schaffen sollen
„Vor allem, weil wir das Geld ja nicht aus der Portokasse bezahlt haben. Das haben wir größtenteils als Kredite aufgenommen. Aber kaum hatten wir mit den Arbeiten angefangen, die zum Teil während des laufenden Betriebs stattfinden sollten, kam Corona und wir mussten dicht machen. Da habe ich mich im ersten Moment schon gefragt, wie um Gottes Willen wir das schaffen sollen.“
Nun hat er es geschafft. Mit viel Geduld, einem verlässlichen Team hinter sich und mit Einnahmen, die sich aus dem Gästebetrieb langsam wieder stabilisieren, wie Hakemeyer sagt: „Wir sind froh, dass wir für die nächste Zeit gut gebucht sind, was die Feiern betrifft. Und auch der Saisonbetrieb läuft derzeit gut.“ Am 10. September soll die alte, neue Kupferschmiede dann offiziell eröffnet werden.



