Hildesheim - Ein unbekannter Mann hat am Montagabend einen Lotto-Laden in der Einumer Straße ausgeraubt. Der Überfall erinnert an Vorfälle der vergangenen Wochen und Monate – vor allem, was die Tatwaffe und Täterbeschreibung anbelangt. Die Polizei Hildesheim und die Staatsanwaltschaft prüfen derzeit Zusammenhänge zwischen den Taten.
Es war Montagabend gegen 20.25 Uhr, als der maskierte Mann mit einer etwa 50 Zentimeter langen Machete bewaffnet den Kiosk in der Hildesheimer Oststadt betrat. Er forderte die Kassiererin auf, Geld aus der Kasse zu nehmen, verlangte außerdem Marlboro-Zigaretten. „Schnell, schnell, schnell“, habe er gesagt – so erinnert es die 52-jährige Kassiererin am Tag danach.
„Es kommt alles wieder hoch“
Der Schock über die Tat ist ihr noch ins Gesicht geschrieben. Sie gab ihm schließlich einen dreistelligen Geldbetrag, die Zigaretten ließ er liegen und flüchtete schließlich aus dem Laden in der Oststadt. Der Polizei gegenüber beschreibt sie den Täter als etwa 25 Jahre alt, um die 1,80 Meter groß, mit dunkler Kleidung und aufgesetzter Kapuze.
Vorfälle häufen sich seit Dezember
Die Beschreibung des Mannes und nicht zuletzt die Tatwaffe – das Messer – erinnern an andere Taten aus der jüngsten Vergangenheit. Denn: Das, was die Mitarbeiterin des Lotto-Ladens aus der Einumer Straße am Montagabend erlebt hat, ist auch anderen Kassiererinnen vor kurzem zugestoßen.
Anfang Dezember überfiel ein Mann mit gleicher Täterbeschreibung mit einem Messer bewaffnet die Esso-Tankstelle in der Steuerwalder Straße. Er erbeutete einen dreistelligen Betrag. Ende Januar, vor zwei Wochen, ereignete sich ein Überfall auf die Aral-Tankstelle in der Marienburger Straße. Auch hier bedrohte ein maskierter Mann mit einem Messer bewaffnet eine Mitarbeiterin; ein Kollege von ihr griff allerdings ein, konnte den Raub so verhindern. Der Täter floh ohne Beute.
Polizei: Häufung der Taten sei „ungewöhnlich“
Vorigen Dienstag dann der nächste Raubüberfall, diesmal traf es die Leo-Tankstelle in der Marie-Wagenknecht-Straße. Der Täter: 1,80 Meter groß, schlank, mit dunkler Kleidung. Die Tatwaffe: Ein Messer. Er erbeutete einen dreistelligen Betrag und floh.
Handelt es sich bei den Taten nur zufällig um ähnliche Vorgehensweisen – oder hat Hildesheim es mit einer Raubüberfall-Serie zu tun? „Ob Zusammenhänge zwischen den Taten bestehen, wird geprüft“, erklärt Christina Wotschke, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hildesheim, am Dienstag auf HAZ-Anfrage. Die Ermittlungen zu den jeweiligen Geschehen laufen noch.
„Die Häufung der Taten kann als ungewöhnlich bezeichnet werden“, erklärt Polizeisprecher Jan Makowski. Aus diesem Grund kümmert sich die Polizei aktuell auch priorisiert um die Fälle.
Psychische Belastungen für Opfer
Dass Kassierer und Kassiererinnen in den vergangenen Jahren bei Raubüberfällen mit Messern als Tatwaffe ernsthaft verletzt wurden, ist laut Makowski aber nicht der Fall. „In den allermeisten Fällen ist es bei den Raubtaten auf Tankstellen, Kiosken und Geschäften bei der Drohung geblieben“, so der Polizeisprecher. „Gleichwohl können Raubdelikte zu starken psychischen Belastungen bei den Opfern führen.“
Auch die 52-jähriger Mitarbeiterin aus dem Kiosk in der Einumer Straße kann das Erlebte nicht einfach vergessen. „Ich dachte, ich kann das schnell abhaken“, sagt sie am Dienstag. „Aber es kommt doch alles wieder hoch.“
