Ergebnisse vorgestellt

Umfrage zeigt: Das stört Menschen an Hildesheims Innenstadt

Hildesheim - Wie kommt Hildesheims Innenstadt bei den Bürgern an, was vermissen sie? Eine Umfrage hat nun Ergebnisse geliefert – und die sind nicht gerade schmeichelhaft.

Der Vorplatz des Hildesheimer Hauptbahnhofs, aber auch das Gebäude selbst, kommen bei vielen Bürger schlecht weg. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Viele Bürger wünschen sich im Zentrum mehr Grün, schönere Plätze und Straßen sowie Ideen, um Leerstände zu beseitigen. Das ist bei einer Umfrage herausgekommen, die zu den Bausteinen eines Konzeptes zählt, das die Innenstadt beleben soll. Vertreter des Planungsbüros UmbauStadt, das den Prozess begleitet, haben das Ergebnis am Mittwochabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Mobilität vorgestellt.

Dass etliche Bürger mit dem Zustand der City unzufrieden sind, hatte sich bereits bei einem Zwischenbericht nach Ostern gezeigt. Dabei hatten viele der bis dahin 300 Teilnehmer genau die gleichen Dinge bemängelt, die jetzt auch am Ende ganz oben auf dem Wunschzettel stehen. Zu diesen haben nun insgesamt 1054 Menschen beigetragen.

Döring schwärmt: „1000 Teilnehmer sind ein Hammer!“

Das Ergebnis sei zwar nicht repräsentativ, räumten sowohl UmbauStadt-Mitarbeiterin Julia Reuter und Baudezernentin Andrea Döring ein. Doch es zeige ein Meinungsbild, erklärte Reuter. Es gehe darum, die Bürger einzubinden, betonte wiederum die Stadtbaurätin. „Und da sind 1000 Teilnehmer ein Hammer, das ist klasse!“ Weniger begeistert müsste Döring von der Botschaft der Teilnehmer sein. Denn danach steht die Innenstadt bei der Bevölkerung alles andere als hoch im Kurs. So halten sich 43 Prozent der Teilnehmer sehr gern oder wenigstens gern im Zentrum auf, 53 Prozent aber ungern oder sehr ungern. Mit dem Marktplatz gibt es zwar einen absoluten Lieblingsort, auch Andreasplatz und Lilie kommen gut an – wobei beide erst mit deutlichem Abstand dahinter folgen.

Doch die Stadtplaner haben gleich mehrere „Unorte“ ausgemacht. Auf dem ersten Platz der Negativ-Liste steht der Bahnhof samt Vorplatz, dahinter folgt der Angoulêmeplatz. „Erstaunlich“ fand das Reuter: Schließlich sei beides erst vor kurzem umgebaut worden – wobei unausgesprochen das Erstaunen der Expertin mitschwang, dass dies offensichtlich am Geschmack der Menschen vorbei geschehen sei.

Hildesheimer vermissen Angebot für Kinder in der Innenstadt

Als weitere „Unorte“ tauchen die Fußgängerzone und der Hindenburgplatz auf. Sie gehören wie Bahnhof und Angoulêmeplatz auch zu jenen Flächen, bei denen viele Umfrage-Teilnehmer den größten Sanierungsbedarf sehen. Der Bahnhof ist außerdem der Ort, an dem sich die Menschen am unsichersten fühlen. Bei der Frage nach den „Zukunftsthemen“ stehen Entsiegelung und Begrünung ganz oben – das Bedürfnis nach mehr Grünflächen zeigt sich auch in mehreren anderen Ergebnissen. Das gilt auch für die Aufwertung von Straßen und Plätzen, dem zweitwichtigsten Zukunftsthema. Es folgen der Wunsch nach einer Belebung von Leerständen sowie nach Angeboten für Kinder und Jugendliche.

Mit der Umfrage ist die Möglichkeit der Bürger, sich in den Prozess einzubringen, aber noch lange nicht vorbei – im Gegenteil, machte UmbauStadt-Vertreter Clemens Abert deutlich. So will er gemeinsam mit Kollegen und Mitarbeitern der Verwaltung am Sonnabend, 25. Juni, ab 10 Uhr auf dem Wochenmarkt vor dem Rathaus versuchen, mit den Menschen über die Innenstadt ins Gespräch zu kommen. Für September ist eine Zukunftswerkstatt geplant, in der es dann um konkrete Vorhaben gehen soll, zudem ist eine zweite Umfrage vorgesehen.

So geht es weiter

Auf anderen Wegen kommen in dem Verfahren, das im Amtsdeutsch zu einem „Integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept“ führen soll, unter anderem auch Fachleute aus dem Handel, dem Kulturbereich, der Wohnungswirtschaft und dem Tourismus zu Wort. Die Umsetzung der Ideen ist auf die nächsten 10 bis 15 Jahre angelegt.


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