Experten-Ratschläge

Nach Brand in Hildesheimer Vereinsheim warnt Feuerwehr vor Gefahr durch Unkraut-Abflammer

Hildesheim - Nicht selten wird die Feuerwehr in Stadt und Kreis Hildesheim zu Bränden gerufen, die durch einen kleinen Gartenbrenner entfacht worden sind. Das sollte man beim Gebrauch beachten.

Ein Funkenflug genügt und ruck, zuck steht eine komplette Hecke in Flammen wie hier bei einem Fall in der Gemeinde Harsum. Foto: Berndward Jarzembski

Hildesheim - Die Arbeiten mit einem Unkrautbrenner waren am 17. Juli längst vorbei, als es nachts plötzlich an der PSV-Vereinsgaststätte „Abseitsfalle“ an der Marienburger Straße in Hildesheim zu brennen beginnt. Das Feuer breitet sich vom Außenbereich auf die Kneipe aus und hinterlässt schließlich einen solchen Schaden, dass ein Anbau vermutlich abgerissen werden muss.

Kleinste Funken gefährlich

„Ein ganz typischer Fall“, sagt sagt Frank Pieper von der Berufsfeuerwehr Hildesheim. Das gefährliche an den Arbeiten mit Unkrautbrennern sei eben der unkontrollierte Funkenflug. „Schon kleinste Funken können ein Feuer entfachen – und das auch erst Stunden später“, verdeutlicht der 47-Jährige. Die Funken können unter einer Holzverkleidung oder in einer trockenen Hecke landen. Was dann unbemerkt so vor sich hin glüht, kann bei einem Luftzug schnell hoch lodern. Der Berufsfeuerwehrmann hält nicht viel von dieser Methode, um Unkraut zu beseitigen. „Bequem, aber brandgefährlich.“

Der Einsatzleiter bei der Berufsfeuerwehr muss es wissen. Er und sein Team müssen mitunter mehrmals in der Woche ausrücken, um solche Brände zu löschen. Die Propangas-Brenner entwickeln beim Gebrauch eine enorme Hitze – von mehr als 1000 Grad Celsius. „Beim Arbeiten ist man meistens nur auf den Boden und das Unkraut fokussiert, achtet aber nicht darauf, was dabei drumherum passiert“, verdeutlicht der Einsatzleiter. Manche Funken seien so klein, dass man sie gar nicht wahrnehme.

Hecken im Inneren trocken

Nach dem Vorfall an der Vereinsgaststätte hatte auch die Polizei eine Warnung ausgesprochen: Insbesondere bei trockener Vegetation sollte jeder besonders vorsichtig und wachsam bei derartigen Arbeiten sein. Oft wird auch nicht bedacht, dass Thuja- oder Zypressenhecken auf dem Grundstück außen zwar grün, im Inneren aber sehr trocken sind – und möglicherweise dort auch noch Baumharz anhaftet, das sich besonders gut entzündet.

„Das brennt sehr gut – und zwar rasend schnell“, betont Feuerwehrmann Pieper. Die Flammen können dann in einer kaum zu kontrollierenden Geschwindigkeit auf angrenzende Büsche, Bäume, Carports oder Gebäude übergreifen. Wie schnell, da spiele dann Trockenheit, Windstärke und Windrichtung eine Rolle. „Aber wer hat das alles schon genau im Blick?“ Der 47-Jährige rät, im Notfall sofort die 112 zu wählen.

Tipp: Flächen vorher wässern

Wie kann denn aus Sicht eines Brandschützers ein Unkrautbrenner sicher benutzt werden? Der Einsatzleiter rät, auf jeden Fall großen Abstand von Hecken und Häusern zu halten, Flächen am besten vorher gut zu wässern. Auch sollte zur Sicherheit eine zweite Person mit dabei sein, die den Funkenflug im Blick behält.

Der ultimative Rat des Feuerwehrmanns heißt aber noch ganz anders: Unkraut besser mit konventionellen Mitteln entfernen. „Viel sicherer und vor allem länger haltbar ist, ein Gartenmesser oder eine Drahtbürste zu verwenden“, verrät Pieper.  „Man muss sich bücken und es ist viel mühsamer – aber auch sehr viel sicherer.“

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