Kreis Hildesheim - Das Sturmtief „Lambert“ ist am Donnerstagabend durch die Region Hildesheim gezogen. Gegen 18 Uhr setzte mehr und mehr Regen ein. Stürmische Winde fegten übers Land, zusammen mit Blitz und Donner sorgte beides zum Teil für massive Schäden. Aber: Verletzt wurde nach ersten Erkenntnissen der Polizei niemand.
Feuer durch Blitzschlag
In Lühnde fing ein Dachstuhl Feuer, der Blitz war in das Haus eingeschlagen. Nachbarn hatten den Blitzeinschlag beobachtet. Die Hilfsbereitschaft vor Ort war und ist groß: Die komplette Nachbarschaft der betroffenen Familie bot Hilfe und Schlafplätze an. Der Brand war laut Zeugen bis in den sehr späten Abend nicht vollständig gelöscht.
Heftig wütete das Unwetter auch in Farmsen – einem Ortsteil der Gemeinde Schellerten, in dem es dem stellvertretenden Gemeindebrandmeister Marian Neumann zufolge viele Einsätze gab. Dort wurden unter anderem Dächer beschädigt und auch Bäume waren umgestürzt.
Augenzeugin in Farmsen
In Farmsen ist eine Familie am Abend mit dem Schrecken davon gekommen. Davon berichtete eine Augenzeugin. „Es war kurzzeitig beängstigend“, sagte Fenja Schnittger (23), die dort mit ihrer sechsköpfigen Familie in der Ottberger Straße wohnt. Dort spielten sich Schnittger zufolge unheimliche Szenen ab. „Man hat nur noch grau gesehen. Der Wind drehte sich in der Luft mit dem Regen. Es sah wie ein Tornado aus.“
Und dann schlug der Sturm zu. „Unser Gartenhäuschen flog komplett auseinander und landete im Garten der Nachbarn“, so Schnittger. Zudem sei in der Nähe durch den Wind ein Auto angehoben worden – und dann in einen Graben gerutscht. Doch die Autofahrerin blieb unversehrt. Ein Feuerwehrmann, der in einem Haus nebenan wohnt, habe sich um die Autofahrerin gekümmert, fügte Schnittger hinzu. Zudem seien in der Heerstraße Häuser zum Teil abgedeckt worden.
Wassermassen in Hildesheim
In Hildesheim gab es am Donnerstagabend ebenfalls etliche Schäden. Der Regen war teilweise sehr heftig. In der Stadt wurde etwa die Mastbergstraße zum Teil unterspült. Autos kämpften sich durch die Wassermassen. Zeitweise war die Straße kaum passierbar. Zudem musste ein Landwirt an der Hildebrandstraße seine Schafe auf eine höhere Wiese treiben, um die Tiere so in Sicherheit zu bringen, wie eine Polizeisprecherin mitteilte.
Um 19 Uhr hatte der Regen zunächst nachgelassen, aber eine gute Stunde später setzte wieder starker Niederschlag ein. „Wir erwarten eine zweite Welle“, berichtete Marian Neumann von der Gemeinde-Feuerwehr Schellerten.
Warnung gilt noch bis Freitag, 4 Uhr morgens
Der Sturm hat auch Machtsum in der Gemeinde Harsum getroffen. Dort waren Keller vollgelaufen. Die Feuerwehr füllte Sandsäcke mit Sand aus dem örtlichen Spielplatz, um das Wasser aufzuhalten.
Noch bis Freitagmorgen um 4 Uhr gilt die Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes – welche Folgen es letztendlich für die Region gibt, war am späten Donnerstagabend nicht absehbar.





