Kreis Hildesheim - Nach den teilweise massiven Corona-Ausbrüchen vor dem Jahreswechsel hat sich die Situation in zwei Pflegeheimen im Landkreis Hildesheim zumindest leicht entspannt, von Entwarnung ist aber noch keine Rede.
In der Nordstemmer Senioren-Residenz, in der sich mehr als zwei Drittel der Bewohner mit dem Coronavirus infiziert haben, kamen am Wochenende noch zwei weitere Ansteckungsfälle hinzu. Die Gesamtzahl der betroffenen Bewohner stieg damit auf 65, hinzu kamen 29 Mitarbeiter.
Arbeits-Quarantäne beendet
Doch inzwischen gelten Dutzende der Infizierten nicht mehr als ansteckend. Bei ihnen ist die Frist abgelaufen, die das Gesundheitsamt von einer Infektion ausgehend setzt, bis die Viruslast als so gering einzustufen ist, dass die Betroffenen nicht mehr als infektiös gelten. Entsprechend sank die Zahl der akut infizierten Einwohner der Gemeinde Nordstemmen über das Wochenende von 85 auf 45.
Schwere Krankheits-Verläufe nach der Infektion gab es unter den Bewohnern bisher kaum, berichtet die stellvertretende Einrichtungs-Leiterin Anja Lange am Montag auf HAZ-Anfrage. Zudem hat das Gesundheitsamt inzwischen die Arbeits-Quarantäne für diejenigen Mitarbeiter wieder aufgehoben, die zwar nicht positiv getestet, aber als Kontaktpersonen der ersten Kategorie eingestuft worden waren. Sie durften eine Woche lang ihre Häuser oder Wohnungen nur verlassen, um zur Arbeit zu gehen, um die Versorgung im Heim aufrecht zu erhalten.
Arbeit fordert Tribut
Einige der infizierten Beschäftigten fallen allerdings weiter aus, weil sie noch unter ihrer Covid-Erkrankung leiden, berichtet Lange. Das Besuchsverbot im Heim gilt weiterhin, ein Ende ist noch nicht in Sicht. „Dennoch hat sich Stand Montag die Lage gegenüber der Vorwoche etwas entspannt“, sagt Lange.
Von „ein ganz bisschen Licht am Ende des Tunnels“ spricht auch Steffen Schelk, Leiter des ebenfalls stark betroffenen Pflegeheims Haus Wülfingen. Auch dort ist die Zahl der akut Infizierten deutlich gesunken. Doch die vergangenen Tage haben ihren Tribut gefordert – gerade auch unter jenen Beschäftigten, die zuletzt teilweise mehr als 15 Stunden pro Tag im Dienst waren. „Es kommen Mitarbeiter zurück, aber andere fallen aus“, sagt Schelk.
Besondere Helferin
Unverändert dankbar ist er für die Resonanz auf die öffentliche Bitte um Unterstützung. Exemplarisch steht für ihn eine Frau, die von ihrem Arbeitgeber für soziale Tätigkeiten freigestellt wurde: „Das finde ich wirklich außergewöhnlich, und sie hat uns sofort enorm verstärkt“, berichtet er.
Update: 15 Tote nach Corona-Ausbruch in Nordstemmer Pflegeheim
