Hildesheim - Sie sind Dauergäste auf dem M’era Luna: ASP. 2004 trat die Band um Frontmann Alexander Spreng zum ersten Mal auf dem Festival auf, dieses Jahr feiert der umtriebige Sänger und Schreiber seinen zehnten M’era-Luna-Auftritt. Mit allein 13 Studioalben, die sich regelmäßig oben in den Charts platzieren, zählen Band und Solo-Künstler zu den erfolgreichsten Vertretern ihres Genres in Deutschland. Für den Auftritt beim Hildesheimer M’era-Luna-Festival am Samstag, 6. August, kurz vor Mitternacht, also zur besten Zeit, auf der Hauptbühne hat sich ASP (gesprochen wie „Ast“ nur mit P am Ende) die Little Big Men an die Seite geholt. Das Trio ist die erfolgreichste ASP-Coverband Europas. Im Interview spricht Spreng über Verluste durch die Pandemie, die Stimmung auf dem Festival und die Altstadt von Hildesheim.
Sie standen 2019 zuletzt auf der Bühne des M’era Luna. Die beiden Folgejahre fiel das Festival der Pandemie zum Opfer. Haben Sie diese Leerstelle auch zu spüren bekommen?
Asp Spreng: Nun, wo soll man da anfangen und wo aufhören. Natürlich haben wir das extrem stark gespürt. Ob es nun das M’era Luna war oder unsere Tourneen. Nach zwei Jahren ohne nennenswerte Einnahmen stand so manche Band kurz vor dem Aus. So richtig interessiert hat das keinen. Ob nun Gothic Novel Rock oder Heavy Metal, als Kultur und gesellschaftlich relevant wurde man nicht erachtet und entsprechend wenig Hilfe von außen konnte man erwarten. In diesem Jahr darf man wieder Konzerte spielen, immerhin. Aber die allgemeine Preissteigerung dürfte vielen Bands ihren Gewinn fast vollständig wegfressen. Es ist also leider nicht „vorbei“.
Die Veranstaltung gilt als „Treffen der Schwarzen Szene“, die Zusammenkunft mit Gleichgesinnten gilt als mindestens so wichtig wie die Musik. Wie schätzen Sie, dass sich nach zweijähriger Zwangspause die Stimmung vom regulären Festivalbetrieb unterscheidet?
Asp Spreng: Ich denke, die Stimmung wird absolut gigantisch sein. Wer heute ein Festival besucht, trifft seine Entscheidung sehr bewusst, wird sich voll darauf einlassen und es in vollen Zügen genießen. Vielleicht etwas vorsichtiger, was körperliche Nähe angeht, aber nichtsdestotrotz wird es ein Wiedersehen, das durch die Zwangspause eine besondere Bedeutung erlangt.
Für das Projekt ASP feat. The Little Big Men bedeutet das Konzert sowohl Rückkehr als auch Abschied. Die Little Big Men trennen sich. Was überwiegt: Die Freude über den Auftritt oder die Trauer über die verlorenen Möglichkeiten in der Pandemie?
Asp Spreng: Was gib es Schöneres, als bei einem derart großen Konzert sein letztes Konzert überhaupt zu geben? Außerdem sind diese Little Big Men, was ich so gehört habe, ohnehin etwas merkwürdige Gesellen. Ich denke nicht, dass die irgendjemand vermissen wird, *zwinker*.
Sie spielen das Finale des Sonnabends auf der Hauptbühne. ASP gilt als einer der größten Namen der Szene, Sie sind nebenbei noch mit Herumor aktiv. Wie hart haben Absagen einen Star wie Sie getroffen?
Mit ASP sind Sie zehnmal auf dem M’era Luna aufgetreten. Haben Sie dadurch eigentlich eine Verbindung zu Hildesheim aufgebaut?
Asp Spreng: Aber sicher doch. Auch wenn man natürlich ganz klar zugeben muss: Auch wenn es nicht so aussehen mag, Konzerte geben ist ein Job und harte Arbeit, meist sind die Tage recht voll, ohne, dass man sich den Freuden einer Stadtbesichtigung hingeben könnte. Aber ich habe gute Erinnerungen an die wunderschöne Altstadt von Hildesheim. Ich muss endlich mal wieder privat einen Abstecher dort hin machen. Natürlich außerhalb des M’era Luna, denn man bekommt ja nicht einmal ein Hotelzimmer an dem Festival-Wochenende. Ist ja immer alles voll mit diesen seltsamen „schwarzen Gestalten“. Welche ja eigentlich größtenteils harmlos und sehr nett sind.
Interview: Björn Stöckemann




