Hildesheim - Als die Dammstraße noch eine von Hildesheims Hauptverkehrsadern war, dürften die Vorfahrtsregeln den meisten Verkehrsteilnehmern intuitiv klar gewesen sein: Vorrang hat die Hauptstraße. An mindestens einer Stelle ist das aber heute offenbar nicht mehr so leicht verständlich.
Eine HAZ-Leserin meldete sich bei der Redaktion, weil sie mit ihrem Rad schon mehrmals in „brenzlige Situationen“ an der Kreuzung Dammstraße / Johannisstraße gekommen sei. Also an der Stelle, wo die Dammstraße für den Verkehr aus Richtung Moritzberg durch die Baustelle blockiert wird und die Johannisstraße zum Kalenberger Graben abgeht. Aus eben dieser Richtung sei auch die Leserin öfter unterwegs, um dann auf ihrer Route nach links Richtung Bischofsmühle abzubiegen.
Vorfahrt oder nicht?
Das Problem: Immer wieder würden Autofahrer, die aus der Johannisstraße zu ihrer Rechten kommen, ihr die Vorfahrt nehmen. Wobei: Hat sie in der aktuellen Situation überhaupt noch Vorfahrt auf der Dammstraße? Oder gilt nun rechts-vor-links, was den Fahrern aus der Johannisstraße Vorrang einräumen würde?
In baustellenfreien Zeiten regelt eine Ampel die Kreuzung. Für die Nacht, in der die Ampel ausgeschaltet ist, hängt zusätzlich ein Vorfahrt-achten-Schild an dem Ampelmast, das klar macht: Vorfahrt für die Dammstraße. Nun befindet sich dieser Ampelmast aber aktuell auf der Baustelle hinter Absperrbaken und einem Zaun, und die Ampel ist ausgeschaltet. Man könnte also den Eindruck bekommen, dass der ganze Mast samt Ampel und Schild durch die Bauarbeiten aus dem Verkehr gezogen wurde.
Verwaltung sieht keinen Grund zum Zweifeln
Das wäre allerdings ein falscher Eindruck, wie Stadtsprecherin Jasmin Weprik erklärt: „Das Vorfahrt-achten-Schild ist weiterhin gültig. Die Schilder auf den Ampeln sind ja extra dafür vorhanden, dass eine Vorfahrtsregelung erkennbar ist, wenn die Ampeln nicht in Betrieb sind.“ Das Argument, dass das Schild durch die Baustelle negiert werde, gilt nicht: „Das Schild steht zwar in der Absperrung, ist aber problemlos zu erkennen, da es hoch genug hängt.“
Die HAZ-Leserin hat also recht mit ihrer Vermutung, dass die Autofahrer und -fahrerinnen ihr regelwidrig im Verkehr zuvorkommen. Solange sich dieses Verhalten nicht ändert, wird sie aber wohl weiterhin wie gehabt defensiv an der Kreuzung unterwegs sein.
