Wegen hoher Zahl von Straftaten

Waffenverbot in Bus und Bahn: Polizei plant nun auch Kontrollen in Hildesheim

Hildesheim - Seit Mittwoch sind Waffen in Öffis und an Haltestellen verboten. Rund um den Bahnhof werden in Hildesheim bereits seit Ende 2024 Waffen und gefährliche Gegenstände einkassiert – 32 waren es bislang. Wie es nun in und um Hildesheim mit den Kontrollen weitergehen soll.

Am Busbahnhof ist die Polizei häufig unterwegs – nicht nur wegen des neuen Gesetzes, sondern weil das Areal als gefährlicher Ort gilt. Foto: Chris Gossmann

Hildesheim - Seit Mittwoch ist es in Niedersachsen – und damit auch in Hildesheim – verboten, in öffentlichen Verkehrsmitteln Waffen bei sich zu tragen. Als solche gelten Messer jeder Art, auch Küchen- oder Taschenmesser, sowie ohnehin alles, was unter das Waffengesetz fällt. Auch Reizgase und Pfeffersprays darf man demnach nicht bei sich haben. Doch ein Verbot ist bekanntlich das eine. Die Kontrolle, ob es eingehalten wird, das andere.

Die künftig zu übernehmen, wird unter anderem Aufgabe der Hildesheimer Polizeibeamten sein. „Die Überwachung des seit heute geltenden Waffen- und Messerverbotes in Verkehrsmitteln des öffentlichen Personenverkehrs wird zukünftig auch in Hildesheim in Abstimmung mit den Betreibern des öffentlichen Personennahverkehrs umgesetzt“, bestätigt der Hildesheimer Polizeisprecher Jan Makowski auf Nachfrage der Redaktion am Mittwoch. „Konkrete Planungen liegen in diesem Zusammenhang gegenwärtig noch nicht vor.“ Heißt: Wann, wo, wie und in welchem Turnus kontrolliert werden soll, das stimmen Polizei und der Hildesheimer Stadtverkehr gerade noch ab.

Verbot gilt auch an Haltestellen und in Gebäuden

Dass die nötig sein könnten, belegen jedoch Zahlen aus dem letzten Jahr. 2025 gab es im Zuständigkeitsbereich der Polizei Hildesheim 103 solcher Taten – ein Rückgang im Vergleich zum Jahr davor. Auf ganz Niedersachsen bezogen, fällt die Tendenz der Taten hingegen seit 2023 steigend aus. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Polizei hier eine erneute Zunahme um fast 5 Prozent. Messerangriffe als Straftaten werden erst seit 2020 gesondert von der Polizei erfasst.

In Hildesheim konnten allein bei den Kontrollen der Polizei im Bereich des Bahnhofs seit Oktober 2024 insgesamt 32 Waffen und gefährliche Gegenstände sichergestellt werden. Das Besondere hier: Da das Areal vom Hauptbahnhof und dem ZOB über den Marienfriedhof bis hin zur Ohlendorfer Brücke als „gefährlicher Ort“ eingestuft wurde, hat die Polizei hier mehr Handhabe. Sie kann – ähnlich wie jetzt in öffentlichen Verkehrsmitteln – anlasslose Kontrollen durchführen. Und auch das neue Waffenverbot gilt an Haltestellen des öffentlichen Nahverkehrs, also in Bahn- und Busbahnhöfen sowie den dazugehörigen Gebäuden.

3185 Messerangriffe landesweit im Jahr 2025

Die bisherigen Kontrollen zeigten aus Sicht der Polizei bereits Wirkung: „Durch die konsequenten Maßnahmen konnten wir mit Blick auf die Sicherstellung von Messern und gefährlichen Gegenständen rund um den Hauptbahnhof schwerste Straftaten verhindern“, wie Michael Weiner sagt, ehemaliger Chef der Hildesheimer Polizei, seit dem 1. April jedoch Vizepräsident der Polizeidirektion Göttingen. Das ist auch das erklärte Ziel des neuen Waffenverbots in den Öffis. „Das Niveau der Messerangriffe ist deutlich zu hoch“, sagt Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens mit Blick auf die 3185 Fälle von Messerangriffen, die allein im Jahr 2025 landesweit gezählt wurden.

Was das neu geltende Verbot betrifft: Davon ausgenommen sind nur verpackte beziehungsweise nicht griffbereite Messer und Waffen, Werkzeuge oder Messer, die zu einem eindeutig „allgemein anerkannten Zweck“ mitgeführt werden – wie etwa zum Obstschälen.

Wer sich nicht daran hält und mit einem griffbereiten Messer oder einer anderen Waffe in öffentlichen Verkehrsmitteln erwischt wird, muss ab sofort mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Euro rechnen. Und das Messer, das ist dann auch weg.

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