Hildesheim - Keine Testpflicht, um reinzukommen, keine Maskenpflicht am Platz, die Erlaubnis, im Kinosessel Popcorn zu essen und die Möglichkeit, per Schachbrett-Belegung viele Plätze in den Sälen zu besetzen: Die Bedingungen, zu denen das Thega wieder öffnen wollte, sind ab Mittwoch mit den neuen Regeln für dauerhafte Corona-Inzidenzen unter 35 erfüllt. Doch das Hildesheimer Kino will erst in einigen Wochen starten – Juniorchef Roland Brinkmann nennt dafür mehrere Gründe.
Ein wesentlicher Aspekt ist, dass die Kinobranche am liebsten bundesweit weitgehend einheitlich starten würde, zumindest die großen Betreiber. So haben auch Cinemaxx und Astor in Hannover bereits angekündigt, voraussichtlich erst Anfang Juli wieder ihre Tore zu öffnen. „Das Ziel der Branche ist ein gemeinsamer Neustart mit der Botschaft, ,Kino ist wieder da!’“, erklärt Brinkmann. „Einen Flickenteppich würden wir gern vermeiden.“ Der würde derzeit noch herrschen. „Wenn wir öffnen, soll es nachhaltig, dauerhaft und möglichst überall zu den gleichen Bedingungen sein“, betont Roland Brinkmann.
Probleme der Verleiher
Das hat auch praktische Hintergründe. Welche aktuellen Filme geben die Verleiher heraus und zu welchen Bedingungen? „Das ist eine schwierige Sache, wenn vereinzelt Kinos bereits öffnen, viele andere aber nicht – weil es sich dann auch für die Verleiher vielfach wirtschaftlich nicht lohnen würde“, erklärt Brinkmann die branchenspezifische Herausforderung. Auch das spreche für ein gemeinsames Vorgehen möglichst vieler deutscher Kinos.
Programmkinos wie das Apollo oder das Kino am Raschplatz in Hannover sind hingegen bereits wieder gestartet.
Keine Tests mehr fürs Theater
Das Theater für Niedersachsen startet dagegen durch – und ab Mittwoch müssen Besucher keine negativen Schnelltests, Impfungen oder Genesungen mehr nachweisen. Am Platz dürfen sie die Maske abnehmen.
Insgesamt sechs Premieren stehen bis zum 13. Juni auf dem Programm: Der Liederzyklus „Winterreise“ (2. Juni), das Pop-Rock-Musical „The toxic Avenger“, (4. Juni), die Verdi-Oper „La Traviata“ (5. Juni), die Tragikomödie „Adolf – der Bonker“ (6. Juni), der Schauspiel-Doppelabend „Nach Europa / Tut uns leid, dass wir nicht ertrunken sind“ (12. Juni) und der Marlene-Dietrich-Abend „The Kraut“ (13. Juni). Neben den Premieren gibt es weitere Vorstellungen.
Zudem gastiert das TfN auf der Jo-Wiese in Hildesheim. Unter freiem Himmel gibt es dort das preisgekrönte Musical „Monty Python’s Spamalot“ sowie das Familienstück „Der kleine Ritter Trenk“ zu sehen – für insgesamt sieben Wochen.
