Alfeld - Fünf Monate nach dem Unfall-Tod eines 17-jährigen Alfelders hat die Staatsanwaltschaft Hildesheim Anklage gegen den Fahrer des Lastwagens erhoben, der den Jugendlichen damals beim Abbiegen erfasst und überrollt hatte. Die Strafverfolger werfen dem 41-Jährigen fahrlässige Tötung vor.
Ankläger: Fahrer hätte Unfall vermeiden können
Nach Abschluss der Ermittlungen, in die auch die Expertise eines Sachverständigen für Unfallgutachten eingeflossen ist, steht aus Sicht der Ankläger fest, dass der 41-Jährige den Unfall durch angemessenes und aufmerksames Verhalten am Steuer seines Fahrzeugs hätte vermeiden können. Wann der Prozess vor dem Amtsgericht Alfeld beginnt, steht noch nicht fest. Sicher ist aber bereits: Die Eltern des Verstorbenen wollen in der Verhandlung als Nebenkläger auftreten, das haben sie der HAZ bestätigt.
17-Jähriger war auf seinem Fahrrad unterwegs
Der Fahrer des Tankwagens war am 3. Dezember gegen 13 Uhr auf der Warnetalstraße (Landesstraße 485) aus Alfeld kommend in Richtung Sibbesse durch den Ortsteil Langenholzen unterwegs, als er schließlich an der Einmündung zur Rabentalstraße nach rechts abbiegen wollte. Dabei hat er laut Anklage den 17-jährigen Gymnasiasten übersehen, der sich zu diesem Zeitpunkt mit seinem Fahrrad neben dem Lkw befand und geradeaus weiterfahren wollte.
Im Lastwagen war ein Abbiegeassistenzsystem installiert
Dass in der Führerkabine des Tankwagens ein Monitor-Assistenzsystem eingebaut war, dass den Fahrer beim Abbiegen vor Personen warnen soll, die im Außenspiegel womöglich nur schlecht zu erkennen sind, hatte ein Polizeisprecher der HAZ bereits wenige Tage nach dem Unfall bestätigt.
Für die Bewertung des Falls spielt das Warnsystem aus Sicht der Staatsanwaltschaft aber keine Rolle, wie deren Sprecherin, Christina Wotschke, im Gespräch mit der HAZ erklärt. Ausschlaggebend sei nicht die technische Ausstattung, sondern das Verhalten des Fahrers – der trage für den Unfall die Verantwortung, da er ihn „aus Unachtsamkeit“ verschuldet habe.
