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Corona: Wie im Kreis Hildesheim rund um Ostern geimpft wird

Hildesheim - Die Ansage der Landesregierung war klar: Auch an den Osterfeiertagen soll weiter gegen Covid-19 geimpft werden. Im Kreis Hildesheim gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen.

Der Landkreis Hildesheim hat zwei Corona-Impfzentren – eins in Hildesheim und eins in Alfeld. Foto: Clemens Heidrich

Hildesheim - Die Ansage der Landesregierung an die Kommunen war klar: Auch an den Osterfeiertagen soll weiter gegen Covid-19 geimpft werden. Doch die Umsetzung gestaltet sich schwierig, denn noch immer steht weniger Corona-Impfstoff zur Verfügung als erhofft.

Wird über Ostern weiter geimpft?

Das Impfzentrum Hildesheim hat an den Ostertagen vom 2. April bis einschließlich 5. April geschlossen. Damit ist das Impfzentrum nicht alleine. Landesweit gibt es für rund ein Dutzend Impfzentren eine unfreiwillige Osterruhe. Grund ist laut Corona-Krisenstab des Landes, dass es nicht genügend Impfstoff gebe und einige Impfzentren, darunter neben Hildesheim beispielsweise auch Wolfsburg, Braunschweig, Oldenburg, Osnabrück, Göttingen, Herzberg und Brake, ihre Termine so gelegt haben, dass sie den verfügbaren Impfstoff auch verimpfen können, ohne an Ostern zu öffnen.

Anders sieht die Lage im Alfelder Impfzentrum aus: Dort wird am Karfreitag und Ostersamstag geimpft. Außerdem sind bis einschließlich Ostersamstag auch die mobilen Impfteams des Landkreises Hildesheim im Einsatz. Auch das gemeinsame Impfzentrum von Stadt und Region Hannover auf dem Messegelände will am Osterwochenende impfen. Der Betrieb laufe zu den normalen Zeiten, sagte eine Sprecherin der Region Hannover. Die Stadt Salzgitter, mit einer Inzidenz von derzeit 280 stark betroffen, macht nur an Ostersonntag eine Pause.

Wie viel Impfstoff wird geliefert?

Der Bund hat angekündigt, dass Niedersachsen im April 215 000 Impfdosen pro Woche erhalten werde – „höchstwahrscheinlich“, heißt es vom Land. Allerdings ist unklar, wann genau die Lieferungen kommen. Die Impfzentren können daher nur bis Ende April sicher planen, teils auch nur bis Mitte April. „Natürlich wäre es für alle Seiten sehr wünschenswert, wenn wir genau wüssten für die nächsten sechs, acht Wochen, wann kommt welcher Impfstoff. Das wissen wir leider nicht“, sagte die Vize-Leiterin des Krisenstabs, Claudia Schröder, Anfang der Woche. Klar ist aber: Der Großteil des Impfstoffs soll von Biontech/Pfizer kommen, gefolgt von Astrazeneca und Moderna. Im Laufe des zweiten Quartals wird zudem Johnson & Johnson als vierter Impfstofflieferant erwartet – mit bundesweit zehn Millionen Dosen bis Ende Juni.

Wie geht es mit Astrazeneca weiter?

Der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) folgend erhalten auch in Niedersachsen nur noch Menschen ab 61 Jahren den Impfstoff von Astrazeneca. Das Impfzentrum Hildesheim ist laut Landkreis in dieser Woche nicht von der erneuten AstraZeneca-Problematik betroffen.

Auch in dieser Sache sieht es in Alfeld jedoch anders aus: Von Mittwoch, 31. März, bis einschließlich Karfreitag waren und sind insgesamt 897 Impftermine mit AstraZeneca vergeben. Davon gehören 76 Impflinge der Altersgruppe unter 61 Jahren an. Für Ostersamstag sind im Impfzentrum 205 Impfungen mit AstraZeneca geplant, der Anteil der unter 61-jährigen Personen muss noch ausgewertet werden.

Dieser Personenkreis soll künftig grundsätzlich in den Hausarztpraxen geimpft werden. Die betroffenen Personen, die bereits einen Termin im Alfelder Impfzentrum haben, können auf eigene Entscheidung daran festhalten – „nach einem ausführlichen und sorgfältigen ärztlichen Aufklärungsgespräch“, wie die Kreisverwaltung betont. Für alle, die das nicht möchten und lieber auf einen anderen Impfstoff ausweichen wollen, will sich der Landkreis bemühen, anstehende Impfungen mit Astrazeneca auf einen der anderen Impfstoffe umzubuchen. Neue Termine für Impfungen mit AstraZeneca für unter 61-Jährige sollen im Landkreis Hildesheim nicht mehr vergeben werden.

Rund 38 000 Menschen in Niedersachsen, die jünger als 61 Jahre sind, aber schon die Astrazeneca-Erstimpfung erhalten haben, stehen allerdings erst einmal zwischen den Stühlen. Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) dringt auf eine schnelle Entscheidung der Stiko, wie in diesem Fall zu verfahren ist. Laut Landkreis Hildesheim werden bereits im April geplanten Zweitimpfungstermine mit AstraZeneca für unter 61-Jährige automatisiert um drei Wochen auf das 12-Wochen-Intervall verschoben. Dass das Präparat von Astrazeneca nun liegenbleiben könnte, erwartet das Ministerium übrigens nicht.

Wann können die Hausärzte im großen Stil impfen?

Nach Ostern soll das Impfangebot in den Arztpraxen schrittweise ausgebaut werden - der Umfang ist aber noch überschaubar. Zunächst sind pro Praxis 20 Impfdosen pro Woche für bettlägerige Menschen eingeplant, doch die waren bis Mitte dieser Woche noch nicht ausgeliefert, wie Claudia Schröder vom Corona-Krisenstab des Landes bestätigte. Eingesetzt wird bei den Ärzten ausschließlich der Impfstoff von Astrazeneca, sodass nur ältere Menschen dort geimpft werden können.

Welches Ziel hat sich die Landesregierung gesetzt?

Ministerpräsident Stephan Weil hatte im Landtag angekündigt: „Im Sommer sollen alle Menschen geimpft sein, die geimpft werden wollen.“ Wenn die Mehrheit der Bevölkerung geimpft sei, sei das ein Durchbruch, „dann sollten wir diese scheinbar unendliche Krise im Griff haben“, sagte der SPD-Politiker vergangenen Freitag. Zurückhaltender äußerte sich seither die Gesundheitsministerin. Mitte Juni könnte mehr als die Hälfte der Erwachsenen in Niedersachsen zumindest einmal geimpft sein, und im Herbst werde es dann „eine sehr gute Durchimpfungsquote“ geben, sagte Behrens Anfang der Woche - also noch vor dem erneuten Rückschlag bei den Astrazeneca-Impfungen.

Wie schneidet Niedersachsen im Vergleich ab?

Nach dem holprigen Start der Impfkampagne hat das Tempo spürbar angezogen. Um die 35 000 Impfungen pro Werktag finden mittlerweile in Niedersachsen statt - etwa doppelt so viele wie vor einem Monat. Der Impffortschritt entspricht mit 11,2 Prozent der Bevölkerung bei den Erstimpfungen und 5,0 Prozent bei den Zweitimpfungen fast exakt dem bundesweiten Durchschnitt. Etwa drei Viertel der Impfungen wurden mit dem Präparat von Biontech/Pfizer durchgeführt.

Im Kreis Hildesheim haben bisher 25 747 Personen eine Erst- und 14 620 eine Zweitimpfung bekommen (Stand: 29. März). Das entspricht einer Impfquote von 9,26 Prozent (Erstimpfung) und 5,26 Prozent (Zweitimpfung).

mit dpa

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