Repowering

Windpark im Kreis Hildesheim: Windräder sollen von 100 auf 247 Meter wachsen

Almstedt/Breinum - Ein Projektentwickler aus Wiesbaden plant ein sogenanntes Repowering für einen Windpark im Südwesten des Hildesheimer Landes. Drei neue Anlagen sollen mehr als doppelt so viel Strom produzieren wie fünf alte. Das ist genau geplant.

Zurzeit stehen nördlich von Almstedt und Breinum diese fünf Windräder. Sie sollen durch drei wesentlich größere Anlagen ersetzt werden. Foto: Thomas Wedig

Almstedt/Breinum - Das Unternehmen ABO Wind aus Wiesbaden plant für den Windpark bei Almstedt und Breinum ein sogenanntes Repowering, also einen Ersatz bestehender Windräder durch neue, leistungsstärkere Anlagen. Die fünf alten werden abgebaut, drei neue sollen künftig mehr als doppelt so viel Leistung bringen – pro Windrad 5,6 Megawatt statt bisher 1,5 Megawatt. Das wird durch erheblich größere Ausmaße erreicht: Die Gesamthöhe wächst von 100 auf 247 Meter pro Anlage, der Rotordurchmesser jeweils von 77 auf 160 Meter, die Nabenhöhe von 61 auf 167 Meter.

Die Rechtslage

Der Einfluss der Kommunen auf die Planung von Windparks ist durch neue bundes- und landesweite Vorgaben deutlich geschrumpft. Viele Flächennutzungspläne steuern die Entwicklung von Windparks entweder gar nicht mehr – oder aus unterschiedlichen Gründen nicht mehr rechtssicher. Investoren wie ABO Wind können den Bau eines Windrades derzeit grundsätzlich überall beantragen. Wenn die geltenden Abstandsregeln eingehalten werden, die Natur nicht beeinträchtigt wird und sonst nichts dagegen spricht, muss die Kreisverwaltung den Antrag bearbeiten und, wenn alles in Ordnung ist, genehmigen. In Zukunft soll das kreisweite Raumordnungsprogramm als Steuerungsinstrument in die Bresche springen. Das entsprechende Verfahren dürfte aber bis 2026 dauern.

ABO Wind geht davon aus, dass die drei neuen Windräder bei Almstedt und Breinum Ende 2025 oder Anfang 2026 in Betrieb gehen können. Die Anlagen sollen dann rund 42 Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr produzieren, das ist ungefähr so viel, wie 12 000 durchschnittliche Haushalte verbrauchen.

Auch Kommunen sollen profitieren

Der Windpark liegt auf den Flächen der Gemeinde Sibbesse und der Stadt Bad Salzdetfurth sowie zu einem kleinen Teil auf dem Gebiet der Gemeinde Lamspringe. Alle drei sollen künftig finanziell von dem Windpark profitieren. Denn das neue Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, dass die Kommunen entsprechend ihres Flächenanteils 0,2 Cent pro Kilowattstunde erhalten. ABO Wind rechnet vor, wie viel Geld das in diesem Fall wäre: 43 000 Euro für Sibbesse, 39 000 für Bad Salzdetfurth und 2500 für Lamspringe – jeweils pro Jahr und 20 Jahre lang.

Infoabend als Ausstellung

Die Bevölkerung kann sich am Mittwoch, 22. November, zwischen 17 und 20 Uhr bei einer Informationsveranstaltung in Meines Saal, Almstedter Straße 45, ein Bild vom geplanten Repowering machen. Sie soll den Charakter einer Ausstellung haben, ein Vortragsprogramm ist nicht vorgesehen. ABO Wind will stattdessen an Stellwänden unter anderem über Natur- und Artenschutz, Schall und Schattenwurf, den Bau der Windräder und Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger informieren. Dann sollen auch Visualisierungen der Anlagen zu sehen sein. Fachleute stehen für Fragen zur Verfügung.

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