Hildesheimer Polizist

Wo der Hildesheimer Ermittler Tom Breyer „große Fische“ jagt

Hildesheim - Sie haben es auf Mafia-Banden, Waffenschieber und Cyberkriminelle abgesehen: Jetzt bekommen die Ermittler der ZKI in Hildesheim einen neuen Chef, der ein alter Bekannter ist.

Thomas Breyer leitet ab jetzt die Zentrale Kriminalinspektion. Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten hat ihn in sein Amt eingeführt. Foto: CHRIS GOSSMANN

Hildesheim - Die „kleine Truppe für die großen Fische“: So nennt Thomas Breyer die Ermittlerinnen und Ermittler der in Hildesheim beheimateten Zentralen Kriminalinspektion (ZKI) der Polizeidirektion Göttingen. Seit Donnerstagnachmittag ist der bisherige Chef der Hildesheimer Kripo nun auch offiziell der neue Chef der „kleinen Truppe“. Polizeipräsidentin Gwendolin von der Osten hat Breyer ins Amt eingeführt.

„Es ist gar nicht lange her, da habe ich ihn für seine 40-jährige Dienstzugehörigkeit ausgezeichnet“, sagte die Präsidentin in einem Presse-Gespräch. Tatsächlich hat Breyer seine Karriere bei der Polizei schon mit 17 Jahren gestartet. Zur Ausbildung in Hann. Münden reiste er mit einem guten Freund ausgerechnet per Weserdampfer an. Breyer stammt aus Bodenwerder, und wenn man der Polizeipräsidentin glauben darf, so hat die Münchhausen-Stadt den Mann durchaus geprägt - aber nur, wenn es darum geht, andere Leute mal auf den Arm zu nehmen.

Vom Schutzmann zum Kriminaldirektor

Breyer ist verheiratet und hat zwei Kinder, seit 1989 lebt er in Hildesheim, seit 16 Jahren auf dem Krehlaberg. Bei der Polizei hat Breyer als Schutzmann angefangen, sich dann Schritt für Schritt bis zum Kriminaldirektor hochgearbeitet. Neben Verwendungen in Holzminden, Hannover und Göttingen war er auch immer wieder in Hildesheim am Werk: In den 90-Jahren des vergangenen Jahrhunderts als Rauschgift-Ermittler bei der Polizeiinspektion, später auch bei der vorwiegend verdeckt arbeitenden Zentralen Kriminalinspektion, die unter anderem das organisierte Verbrechen, Banden, Korruption und Cyberkriminalität bekämpft. Er war es auch, der als Mitarbeiter des niedersächsischen Innenministeriums eine erste Konzeption zur Bekämpfung krimineller Clan-Strukturen entwickelte, und dabei auch oft in Hildesheim mit Politik und Polizei sprach.

Zuletzt war Breyer Kripo-Chef. Dreieinhalb Jahre in Göttingen, ein Jahr in Hildesheim. Dass ihm beide Mal der Abschied von seinen Kollegen nicht leicht fiel, auch das zeichnet Breyer aus, sagt Präsidentin von der Osten. Der Hildesheimer ist einer, der schnell persönliche Bande knüpft, dem das Klima im Team wichtig ist. Aus ihrer Sicht also genau der Richtige, sich den „Wahnsinnsherausforderungen“ im neuen Job zu stellen und mit den fünf regulären Polizeiinspektionen im Gebiet der Direktion Göttingen zusammenzuarbeiten.

Ermittler Breyer will abgeschottet arbeiten

In seiner neuen Dienststelle, in der Breyer auf den frisch gebackenen Ruheständler Matthias Schroweg folgt, trifft er auf viele bekannte Gesichter, etwa die Hälfte der Kollegenschaft kenne er noch aus seiner Zeit bei der ZKI, sagt der Hildesheimer. Viel Wind in der Öffentlichkeit will er dabei nicht machen: „Wir werden höchst abgeschottet und mit einer besonderen Ermittlungstiefe agieren müssen, um unsere Ermittlungserfolge nicht zu gefährden.“

Breyers Nachfolger als neuer Chef der Hildesheimer Kripo ist Adolf Jeinsen, der fast zwei Jahrzehnte bei der ZKI Göttingen gearbeitet hat und zuletzt das Polizeikommissariat Ronnenberg leitete. Jeinsen ist 58 Jahre alt, wohnt in der Region Hannover, ist verheiratet und Vater dreier erwachsener Kinder.

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