Nahverkehr

Wochenlanges Bahn-Chaos in der Region Hildesheim – diese Alternativen helfen Pendlern

Kreis Hildesheim - Anstrengende Zeiten für Bahnfahrer: Wochenlang müssen sich Pendler und weitere Reisende wegen Problemen mit einem Stellwerk auf Zugausfälle und Verspätungen in der Region Hildesheim einstellen. Doch es gibt Ausweichmöglichkeiten.

Ein typisches Bild: Morgendliches Gedränge in der S3 zwischen Hannover und Hildesheim. Foto: Alexander Raths

Kreis Hildesheim - Die Situation ist auch für erfahrene Bahnfahrer kompliziert, aber Pendler können dennoch vom Fleck kommen: Weil ein neues Stellwerk der Deutschen Bahn bei Kreiensen noch nicht funktioniert, müssen Bahnkunden wochenlang mit chaotischen Zuständen leben. Der Knotenpunkt Sarstedt ist lahmgelegt, dies betrifft diverse, stündliche Zuglinien – darunter die S-Bahn, den Metronom und auch den Erixx. Allesamt wichtige Pendlerzüge. Doch es gibt einige Alternativen, die Betroffenen helfen.

Neu: Vorübergehender Metronom-Halt in Hildesheim

Der Metronom (Regionalexpress, RE2), der Hannover mit Göttingen verbindet und durchs Leinebergland unterwegs ist, hält jetzt vorübergehend in Hildesheim. Normalerweise stoppt der RE2 in Sarstedt, nun aber wird er über Lehrte umgeleitet und steuert dabei Hildesheim an. Dies dürfte mindestens 14 Tage andauern. Davon geht das Unternehmen Metronom bislang aus. Durch den Metronom gibt es nun eine Nonstop-Verbindung zwischen Hildesheim und Hannover. Wenn alles läuft, braucht dieser Zug für diese Strecke gut 30 Minuten.

Der Erixx fällt aus – so kommen Pendler trotzdem voran

Die Erixx (Regionalexpress 10), der zwischen Hildesheim und Hannover verkehrt, fällt teilweise aus. Heißt: Der Erixx fährt bis auf Weiteres eine Umleitung über Lehrte – ohne dort zu halten. Dadurch entfällt der Stopp in Sarstedt, als Ersatz rollen Busse. Die verkehren zwischen Hildesheim (Haltestelle F1 am Zentralen Omnibusbahnhof - ZOB - und Hannover Hauptbahnhof; Haltestelle Regio-Bus (Rundestraße/ZOB) mit Zwischenhalt in Sarstedt, Haltestelle der Linie 201.

So fährt die S 4 via Hildesheim, Sarstedt und Hannover

Die S4 von Hildesheim nach Hannover fällt bis auf weiteres zwischen Hildesheim und Sarstedt aus. Die Linie fährt nur von Hannover nach Sarstedt, zwischen Hildesheim und Sarstedt rollen Ersatz-Busse. Eine Alternative ist die reguläre Bus-Linie 21 zunächst vom Hildesheimer ZOB bis Sarstedt, dort kann man in die Straßenbahnlinie 1 nach Hannover umsteigen.

S 3 rollt zwischen Hildesheim, Lehrte und Hannover regulär

Die S 3 zwischen Hildesheim, Lehrte und Hannover ist ebenfalls eine Option: die einzige Linie, die derzeit normal fährt. Fahrgäste müssen aber wegen Zugumleitungen mit Verspätungen rechnen, zudem sind Züge wegen fehlender Fahrzeuge oft überfüllt.

Lammetalbahn und Enno-Züge nach Braunschweig verkehren

Zwischen Hildesheim und Bodenburg rollt der Start auf der Lammetalstrecke (Regionalbahn 79) planmäßig.

Die Enno-Züge zwischen Hildesheim, Hoheneggelsen und Braunschweig verkehren ebenfalls wie gewohnt.

Weserbahn fährt nur zwischen Hildesheim und Elze

Die Start-Züge (Regionalbahn, RB 77) zwischen Hildesheim und Elze (Weserbahn) sind zudem nach Plan auf Achse. Aber: Zwischen Elze und Hameln fällt der Zugverkehr weiterhin aus.

Pendler sollten sich vor jeder Fahrt über Online-Medien auf dem Laufenden halten. Die Privatbahnen – wie etwa Erixx – und die DB informieren über die aktuelle Lage. Wichtig dabei: Die Abfahrtszeiten der Privatbahnen sind zum Teil noch nicht vollständig in der DB-Fahrplan-App eingepflegt. Dies soll in den kommenden Tagen geschehen. Fahrgäste können aber die Websites der Privatunternehmen anklicken und diverse Zugverbindungen einsehen. 

Darum gibt es die massiven Störungen

Und warum gibt es all diese Probleme? Bis Montag, 25. November, funktionierte die bisherige Stellwerk-Technik und die betroffenen regionalen Linien rollten zumindest weitgehend nach Plan. Doch die alte Technik sollte ausrangiert werden – und die Inbetriebnahme des neuen elektronischen Stellwerks Kreiensen, Schaltstelle des Zugverkehrs in der Region, verzögert sich laut Bahn aus Krankheitsgründen erneut.

Was auf harte Kritik des Fahrgastverbands Pro Bahn stößt. Der fordert, dass über die Hildesheimer Ersatzbus-Haltestelle F 1 unter anderem auf den Anzeigetafeln im Hauptbahnhof informiert wird, zudem solle sich Bahnpersonal um Fahrgäste im Bahnhof kümmern. „Die dürfen in dieser außergewöhnlichen und von der Bahn selbst verschuldeten Situation nicht sich selbst überlassen werden“, so Pro Bahn-Sprecher Holger Klages. „Es ist ganz schön traurig, dass man dies alles nicht gebacken kriegt“, meint auch Axel Engelke, Pendler zwischen Hildesheim und Einbeck. Einziger Lichtblick sei nun, dass der Metronom in Hildesheim hält – zumindest zeitweise.

Was die DB sich zum Ziel setzt

Die DB will jedenfalls noch vor Weihnachten die Stellwerk-Probleme beseitigen, räumt aber ein, dass sich dies bis kommenden Januar hinziehen könnte.

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