Hildesheim - Es hat etwas gedauert, nun ist es da: das Förderprogramm der Stadt gegen Wohnungsleerstände im Zentrum. Die Stadt hofft, Eigentümer unbewohnter Immobilien mit Zuschüssen zu Neuvermietungen zu motivieren. Dafür nimmt die Kommune 500 000 Euro in die Hand.
Das Projekt fokussiert sich vorerst auf die Innenstadt: Allein im Bereich Schuhstraße, Zingel, Bahnhofsallee, Kaiserstraße und Kardinal-Bertram-Straße haben Wohnungsmarktkoordinatorin Carina Schlummer und ein von der Verwaltung beauftragtes Fachbüro etwa 200 leerstehende Immobilien festgestellt. Mit den Eigentümern hat es Gespräche gegeben, Schlummer berichtet von Interesse an dem Förderprogramm.
Neuvermietung, Sanierungen und Umbauten
Das hat drei Bausteine. Eine Prämie in Höhe von 1000 Euro gibt es bei der Wiedervermietung von Immobilien, die länger als sechs Monate leerstehen. Eigentümer müssen lediglich „entsprechende Aktivitäten“ nachweisen, etwa ein Inserat.
Für Umbauten, die zu einer Neuvermietung führen, kann ein Investitionszuschuss fließen – etwa für energieeffiziente Maßnahmen oder den Abbau von Barrieren. Die Stadt übernimmt maximal 25 Prozent der nachweisbaren Kosten, mit einem Höchstumfang von 500 Euro pro Quadratmeter sowie 30 000 Euro pro Antragssteller. Im Gegenzug verpflichtet sich der Eigentümer, die Wohnung für zehn Jahre zu vermieten.
Mehr Sozialwohnungen für Hildesheim
Der dritte Baustein des Förderprogramms ist der Ankauf von Wohnungsbindungen: Die Stadt zahlt Eigentümern Geld, die ihre Wohnungen für höchstens 5,80 Euro pro Quadratmeter zur Verfügung stellen. Wer in die Wohnung zieht, entscheidet am Ende der Eigentümer – sofern ein Wohnberechtigungsschein vorliegt. Hintergrund: In der Stadt fehlen mehrere hundert Sozialwohnungen, wie eine Studie ergeben hat.
Bis das Förderprogramm an den Start geht, dauert es allerdings voraussichtlich noch bis Mitte 2023, wie Döring erklärt. Das liegt daran, dass die Stadt zunächst einen „Modernisierungsberater“ finden muss, der die Eigentümer bei Anträgen betreut – gesucht wird laut Döring jemand mit Architekturhintergrund, der sich im besten Fall mit Baurecht und Fördermitteln auskenne.
Stadt muss weitere Stelle neu besetzen
Außerdem braucht das Rathaus eine neue Wohnungsmarktkoordinatorin, da Schlummer Hildesheim zum Jahresende aus persönlichen Gründen verlässt. Die Verwaltung stellte das Konzept am Mittwochabend im Stadtentwicklungsausschuss vor, die Entscheidung darüber trifft am 21. November der Rat – dieser hatte das Programm angestoßen.
