Alfeld - Tiefe und viele Schlaglöcher in den Fahrbahnen sind aktuell im Landkreis Hildesheim in fast allen Orten ein Aufregerthema. Das trifft auch auf den Zustand der Winzenburger Straße/Am Hörsumer Tor (Kreisstraße 404) von Alfeld in Richtung Hörsum zu. Dort reiht sich ein Schlagloch an das andere. Der Landkreis Hildesheim hat auf den Zustand reagiert und die Geschwindigkeit für Teilbereiche von Tempo 30 auf Tempo 10 reduziert. Das sorgt nun für großen Unmut bei den Bürgern. Und auch darauf reagiert der Landkreis Hildesheim jetzt.
„Das ist eine Unverschämtheit, der Landkreis macht es sich sehr einfach.“ So schimpft am Donnerstag eine Anruferin in der Redaktion ins Telefon. Sie steht mit ihrem Ärger über die Temporeduzierung nicht alleine da. Vor allem in der Alfeld-(Leine)-Gruppe bei Facebook schlagen die Wellen der Empörung hoch. Beispielsweise nennt ein Nutzer den Zustand der Straße ein Ergebnis von jahrzehntelanger Politik im Landtag, im Kreistag und im Stadtrat. Ein anderer sieht darin ein Zeichen des traurigen Alfelder Stadtzustandes, andere gleiten von den Schlaglöchern schnell zu den üblichen Schimpfparolen über die Unfähigkeit von Politik und Verwaltung ab.
Kein Alfelder Problem
Zudem wird darüber gemutmaßt, der Landkreis werde jetzt an der Winzenburger Straße mal wieder einen Blitzeranhänger aufstellen, um durch Temposünder Geld für die Sanierung der Straße zu besorgen.Sehr wohl melden sich auch Gruppenmitglieder zu Wort, die Partei für die Alfelder Verwaltung und den Landkreis ergreifen und darauf verweisen, dass Schlaglöcher kein alleiniges Alfelder Problem sind.
In die Diskussion bei Facebook hat sich am Mittwoch der Vorsitzende der CDU/FDP-Ratsgruppe, Andreas Behrens, eingeschaltet. Er stellt in seinem Beitrag richtig, dass es sich um eine Kreisstraße handelt, die vom Landkreis Hildesheim unterhalten und auch saniert werden muss. Seit Jahren komme die Alfelder Verwaltung mit dem Landkreis in dieser Angelegenheit nicht voran, schreibt Behrens.
Vorwurf der Flickschusterei
Auf Nachfrage der Redaktion zeigt er sich am Donnerstag sehr verärgert über den nun dauerhaften Zustand des Bereichs Winzenburger Straße/Am Hörsumer Tor: „Der Landkreis betreibt dort seit Jahren Flickschusterei, behandelt Alfeld stiefmütterlich und die Bürger müssen das jetzt ausbaden.“
Der Alfelder Bürgermeister Bernd Beushausen (SPD) versucht, die Gemüter zu beruhigen: „Der Frost ist gerade eine Woche aus der Fahrbahn raus, das sind normale Winterschäden.“ Jetzt müsse ein Unternehmen gefunden werden, das die Schäden nach den Vorgaben aus Hildesheim behebt. „Ich weiß, dass die Kollegen bei der Kreisverwaltung mit Hochdruck an dem Thema arbeiten“, sagt Beushausen.
Zustand deutlich verschlechtert
Doch was sagt die Kreisverwaltung zu den neuen Schildern? „Die zulässige Höchstgeschwindigkeit wurde aus Gründen der Verkehrssicherheit reduziert“, so die Antwort aus dem Kreishaus. Das sei erforderlich geworden, weil sich der Zustand der Fahrbahn innerhalb weniger Tage deutlich verschlechtert habe. Darum gelte jetzt in besonders betroffenen Abschnitten Tempo 10, auf der übrigen Ortsdurchfahrt Tempo 30.
Zudem hat die Kreisverwaltung am Donnerstag bereits weitere Maßnahmen ergriffen und mit der Ausbesserung der Schlaglöcher begonnen. Doch auch danach werde aufgrund der großflächigen Schäden voraussichtlich weiterhin maximal Tempo 30 zulässig sein. „Landkreis und Landesbehörde haben den Abschnitt im Blick, und er wird im Bauprogramm berücksichtigt“, kündigt die Verwaltung an. Für welches Jahr, wird nicht verraten.
Kein Blitzer in Tempo-10-Zone
Zumindest müssen die Bürger in der Tempo-10-Zone nicht mit dem Einsatz eines Blitzers rechnen. Die Verantwortlichen aus Hildesheim sagen, dass die Aufstellung eines Blitzer-Anhängers wegen der örtlichen Gegebenheiten nicht möglich sei und auch erst bei Tempo 30 starte.
