Marode Fahrbahn

Ein Schlagloch am anderen – ob das für die Sanierung einer Alfelder Hauptstraße reicht?

Alfeld - Sobald der Frost zurückgeht und der Schnee wegtaut, kommen die Schlaglöcher in den Fahrbahnen ans Licht. Ein Problem, das auch eine Haupteinfahrtsstraße in Alfeld massiv betrifft. Was hat der Landkreis Hildesheim hier vor?

Die Schlaglöcher in der Fahrbahn werden in diesem Winter gefühlt jeden Tag mehr. Foto: Stephanie Marschall

Alfeld - Der lang anhaltende Winter hinterlässt auf den Straßen nicht zu übersehende Spuren: Sobald der Frost zurückgeht und der Schnee wegtaut, kommen die Schlaglöcher in den Fahrbahnen ans Licht. Ein Problem, das auch eine Haupteinfahrtsstraße in Alfeld massiv betrifft – die Strecke von Alfeld in Richtung Hörsum. Was hat der Landkreis Hildesheim hier vor? Gibt es einen lange überfälligen Ausbau des Teilstücks der Kreisstraße 404?

Seit Jahren sieht die Fahrbahndecke der K 404 im genannten Bereich, der von der Winzenburger Straße in die Straße Am Hörsumer Tor übergeht, wie ein Flickenteppich aus. Doch in diesem Winter ist es besonders schlimm – es reiht sich auf der etwa 1,3 Kilometer langen Strecke ein Schlagloch an das andere. Aktuell wissen die Verkehrsteilnehmer, die in Richtung Hörsum unterwegs sind, nicht, wem sie zuerst ausweichen sollen – den tiefen Löchern oder den ihnen entgegenkommenden Fahrzeugen.

Kaltasphalt zum Ausbessern

Mitarbeiter der Straßenmeisterei Gronau versuchen, Schadensbegrenzung zu betreiben. Sie bessern die Löcher in der Fahrbahndecke immer wieder aus. Welches Material wird dafür eingesetzt und warum ist das so schnell wieder ausgefahren? „Im Winter wird dafür Kaltasphalt als Notmaßnahme verwendet, im Sommer hingegen gern Gussasphalt“, erläutert Kreissprecherin Birgit Wilken. Solche Maßnahmen, die auch der Verkehrssicherungspflicht dienen, seien immer Notmaßnahmen und keine grundhafte Sanierung. Bei fehlender Tragfähigkeit im Untergrund der Straße würden diese Ausbesserungsmaßnahmen leider nicht sehr lange halten.

Um etwas Neues auszuprobieren, wurden auf der maroden Fahrbahn in Alfeld sogar schon große Bereiche versuchsweise mit einer Bitumenbahn abgedichtet. Ziel sei es laut Wilken gewesen, eine längere Haltbarkeit zu erreichen, aber: „Das hat nicht flächendeckend funktioniert.“

Schon 2019 ausgebessert

Nicht die gewünschte Wirkung hat anscheinend auch eine Unterhaltungsmaßnahme im Jahr 2019 erzielt. Mit dem Einbau von dünnen Asphaltdeckschichten in Kaltbauweise (DSK) sollte die Straße verkehrssicher gemacht und weiter Tempo 50 ermöglicht werden. Die Arbeiten haben eine Woche gedauert und Kosten von rund 165.000 Euro verursacht. Jetzt, knapp sieben Jahre später, sagt die Kreisverwaltung: „Zum jetzigen Zeitpunkt ist nur noch eine grundhafte Sanierung der Ortsdurchfahrt Alfeld technisch sinnvoll.“

Dennoch gibt es keine guten Nachrichten für Alfeld: Der Landkreis Hildesheim hat in der vergangenen Woche die Straßen im Kreisgebiet bekannt gegeben, die 2026 saniert werden sollen – die Alfelder Haupteinfahrtsstraße steht nicht auf der Liste. Ein konkreter Zeitpunkt für den Ausbau könne noch nicht genannt werden, so die Pressestelle.

Die Stadt Alfeld wäre mit dabei

Über diese Aussage zeigt sich Alfelds Baudezernent Mario Stellmacher verärgert und enttäuscht: „Wir haben bereits vor vielen Jahren mit dem Landkreis Hildesheim über einen notwendigen Grundausbau der Straße gesprochen. Das hätte schon längst erledigt sein können.“ Da bei einem Grundausbau auch die Geh- und Radwege mitberücksichtigt werden und die in die Zuständigkeit der Stadt Alfeld fallen, wäre die Stadt an einem Ausbau und den Kosten beteiligt. „Für uns wäre dann auch die Kanalsanierung eine Selbstverständlichkeit“, sagt Stellmacher. Dafür habe die Kommune jahrelang Mittel im Stadthaushalt bereitgestellt.

Sehr wohl bringt der Erste Alfelder Stadtrat auch Verständnis für die Kreisverwaltung auf: „Marode Straßen sind überall ein Thema und nicht alle können auf einmal saniert werden.“ Allerdings komme bei der Alfelder Haupteinfahrtsstraße noch ein weiteres Problem hinzu: Der Begegnungsverkehr der Fahrzeuge sei durch am Rand parkende Autos viel zu oft höchst kritisch, weiß Stellmacher. Es gebe dort sehr brenzlige Situationen. Da werde auch schon mal über den Gehweg gefahren.

Ein Thema für den Wahlkampf?

„Die Kombination von seit langem maroder Fahrbahn und Stress zwischen Verkehrsteilnehmern ärgert die Menschen“, sagt Stellmacher. Er kann sich gut vorstellen, dass die Infrastruktur von Straßen zu einem Thema im bevorstehenden Wahlkampf werden könnte.

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