U-Haft

Zwei mutmaßliche Betrüger gehen der Alfelder Polizei ins Netz – einer versucht, entlang der Leine zu fliehen

Alfeld/Freden/Bad Gandersheim - Zwei junge Männer sollen sich als falsche Bankmitarbeiter ausgegeben und sich so Bankkarten erschlichen haben. Die Besatzung eines Alfelder Streifenwagens traf dann allerdings auf die beiden mutmaßlichen Betrüger und stoppte sie – einer von ihnen setzte daraufhin zur Flucht an.

Zwei Männer sollen sich in Alfeld, Freden und Bad Gandersheim Bankkarten erschlichen und anschließend Geld abgehoben haben. Foto: Christin Klose/dpa (Symbolbild)

Alfeld/Freden/Bad Gandersheim - Sie sollen an drei Orten zugeschlagen haben, gerieten dann aber in den Fokus der Ermittler: Polizei und Staatsanwaltschaft Hildesheim vermelden am Montag, dass sie bereits am vergangenen Donnerstag zwei mutmaßliche Betrüger festgenommen haben. Einer der beiden Männer, ein 24-Jähriger, sei seitdem wieder auf freiem Fuß. Der andere, ein 22-Jähriger, sitzt dagegen laut den Behörden mittlerweile in U-Haft.

Wie Polizei und Staatsanwaltschaft angeben, sollen sich die beiden Männer aus Berlin am Donnerstag als Bankmitarbeiter ausgegeben haben. Bislang unbekannte Mittäter hätten an dem Tag in drei Haushalten in Bad Gandersheim, Freden und Alfeld angerufen – den je 80-, 89- und 92-jährigen Opfern der Betrugsmasche sollen sie dann von angeblichen Abbuchungen von deren Bankkonten erzählt und sie anschließend zur Übergabe der Bankkarten inklusive PIN-Nummern überredet haben. Der 22-Jährige soll diese Karten den bisherigen Ermittlungen zufolge entgegengenommen haben, der 24-Jährige habe als Fahrer ausgeholfen. In zwei Fällen sollen die mutmaßlichen Betrüger mit den Karten noch am selben Tag Geld von den Konten abgehoben haben.

Mutmaßlicher Betrüger flieht die Leine entlang

Ebenfalls am selben Tag erreichte allerdings auch die Alfelder Polizei ein Hinweis zum Fahrzeug der beiden Berliner – in der Leinestadt kam das Auto dann gegen 18.30 Uhr einer Streifenwagenbesatzung entgegen, die die Tatverdächtigen stoppte und zur Kontrolle auf den Rewe-Parkplatz in der Bahnhofstraße lotste. Laut den Ermittlungsbehörden rannte der 22-Jährige von dort aber unversehens weg. Auf Höhe der Leinebrücke soll er über eine Mauer gesprungen sein, um anschließend entlang des Flusses zu flüchten. Dabei soll er auch versucht haben, Beweismaterial verschwinden zu lassen. Das sei ihm aber ebenso wenig gelungen wie die Flucht selbst – wenige Meter von der Brücke entfernt sei er von den Alfelder Polizisten eingeholt und festgenommen worden. Auch das weggeschmissene Beweismaterial habe die Polizei finden können.

Die Berliner wurden im Anschluss zur Polizeiinspektion nach Hildesheim transportiert, wo sie die Nacht auf Freitag verbringen mussten. Der 24-Jährige durfte danach die Wache wieder verlassen. Gegen den 22-Jährigen aber beantragte die Staatsanwaltschaft wegen Fluchtgefahr Untersuchungshaft. Ein Richter des Alfelder Amtsgerichts ordnete diese dann am Freitagnachmittag an.

Ermittlungen laufen

Die Behörden ermitteln nun gegen die beiden Männer und wollen dabei auch prüfen, ob sie eventuell an weiteren Betrugstaten in der Region beteiligt waren – etwa an dem Fall von vor einer Woche, bei dem ein Mann aus Holle um einen vierstelligen Betrag gebracht wurde.

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