Tante-Enso-Projekt

„Aus dem Ort nicht mehr wegzudenken“: Warum der einzige 24/7-Supermarkt im Landkreis Hildesheim so gut läuft

Nettlingen - Vor zwei Jahren öffnete der 24/7-Markt Tante Enso in Nettlingen. Die Verantwortlichen blicken auf die Gründe des Erfolgs, den stärksten Wochentag und die Bedingungen, die für einen solchen Markt erfüllt werden müssen.

Im Tante-Enso können die Kundinnen und Kunden, die eine entsprechende Karte besitzen, jeden Tag 24 Stunden einkaufen. Foto: Julia Moras (Archiv)

Nettlingen - Es gibt einen Laden in Nettlingen, da ist auch am Sonntag immer Betrieb – im Tante-Enso-Markt. „Unser stärkster Tag ist der Sonntag“, sagt Filialleiterin Anja Vogt. Seit der Eröffnung vor zwei Jahren ist sie mit ihren vier Kolleginnen für die Kunden und Kundinnen da.

Doch auch wenn die fünf Damen Feierabend haben, kann im Supermarkt eingekauft werden – wenn man im Besitz der Enso-Karte ist. Am Sonnabend feiert der Supermarkt sein zweijähriges Bestehen.

„Alle Erwartungen erfüllt“

Ortsbürgermeister Thomas Hein (SPD) und der Nettlinger Ortsrat hatten sich sehr ins Zeug gelegt, um im Ort einen kleinen Supermarkt ansiedeln zu können. Um einen Tante-Enso-Markt zu bekommen, müssen verschiedene Auflagen erfüllt werden. Unter anderem darf im Umkreis von fünf Kilometern kein anderer Nahversorger seinen Standort haben. Ist der Ortsbürgermeister mit dem Angebot im Ort zufrieden? „Der Markt hat alle Erwartungen erfüllt und ist aus dem Ort nicht mehr wegzudenken“, sagt Hein.

Auch er besitzt die Tante-Enso-Card, und wenn er am Sonntag im Markt einkauft, ist er meistens nicht allein. Der Laden sei fester Bestandteil des Ortes, das Team habe sich sogar am lebendigen Adventskalender beteiligt. Auch wenn man vielleicht für ein Produkt zehn Cent mehr zahlen müsse, ein Nahversorger im Ort sei wunderbar.

Treffen im Supermarkt

Das sehen wohl auch viele Kunden und Kundinnen so. Denn, wie Vogt berichtet, wird so manches Pläuschchen im Laden gehalten. Vor allem die älteren Menschen schätzen diese Möglichkeit der Begegnung. Außerdem höre sie oft: „Wie toll, dass es euch gibt.“ Das freut die Filialleiterin natürlich sehr. Und deshalb legt sie sich mit ihrem Team besonders ins Zeug. Auch an diesem Sonnabend haben sie für die Kunden und Kundinnen ein paar Überraschungen vorbereitet. Von 10 bis 12 Uhr soll gefeiert werden.

Wie Jessica Renziehausen, Sprecherin aus der Unternehmenszentrale in Bremen, mitteilt, wird es auch ein Glücksrad geben. Auch in Bremen ist man offenbar mit dem Standort Nettlingen zufrieden. Dort gibt es 388 Personen, die sich Genossenschaftsanteile gesichert haben. 1837 Tante-Enso-Karten sind im Umlauf. „Die funktionieren in all unseren 85 Filialen deutschlandweit zum Eintritt und Einkaufen 24/7“, erklärt Renziehausen. Die Nettlinger Filiale laufe gut, und das Umsatzziel sei zu 97 Prozent erreicht. „Das bedeutet, es fehlt für den Gewinn unseres quartalsweisen Sponsorings nur ein kleiner Artikel pro Einkauf im Warenkorb“, sagt die Sprecherin. Sie rechnet damit, dass die Quote bis Ende März erreicht ist.

Backwaren besonders beliebt

Besonders beliebt sind in Nettlingen die Backwaren von Bäckerei Rühmann, auch die Eier von Hof Lafferde werden gerne gekauft, heißt es aus der Firmenzentrale. Bei den anderen Artikeln unterscheide sich Nettlingen wenig von anderen Filialen. Beliebt seien auch in der Gemeinde Söhlde Preiseinstiegsprodukte von ja! und „Rette-die-Lebensmittel“ zu reduzierten Preisen.

Auf Anfrage teilt die Enso-Gruppe mit, dass derzeit im Landkreis Hildesheim keine konkreten Standorte in Planung seien. Gleichwohl steht die Bewerbung Orten mit 1000 bis 3000 Einwohnenden und ohne andere Nahversorger in der Nähe offen.

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